Gesundheitslexikon Gesundheitslexikon

Gesundheitslexikon: Biotin (Vitamin B7, Vitamin H)

Das Vitamin der Schönheit: Warum der Körper Biotin (Vitamin B7 bzw. Vitamin H) benötigt

Biotin sorgt für gesunde Zellen und ein blendendes Aussehen. Es wirkt auf die Haut, die Haare und die Nägel. Doch in welchen Lebensmitteln findet sich dieses Beauty-Vitamin und wie viel sollte man davon täglich aufnehmen?

Was ist Biotin?

Biotin ist ein Vitamin aus dem 'B-Komplex'. Es ist ein wichtiges Vitamin für den gesamten Organismus, da es in mehrere Stoffwechselvorgänge eingebunden ist. Biotin ist am Eiweiß-, dem Fett- und dem Kohlenhydratstoffwechsel beteiligt. Außerdem wirkt es auf die Steuerungsprozesse im Zellkern und nimmt an der 'DNA-Replikation' teil. Für Frauen ist eine ausreichende Versorgung von Biotin aber schon deshalb interessant, weil Vitamin B7 auf das Äußere wirkt. Es ist für die Bildung von Keratin zuständig und ist damit eine Schlüsselsubstanz für Struktur und Festigkeit von Haaren und Nägeln. Zudem sorgt es für eine gute Regeneration der Haut und schenkt einen strahlenden Teint. Die Trivialnamen von Biotin lauten 'Vitamin B7' oder 'Vitamin H'.

Wie gelangt Biotin in den Körper?

Es gibt zwei Wege, wie Biotin in den Organismus gelangen kann. Zunächst einmal werden kleine Mengen des Vitamins über die Nahrung aufgenommen. Daraufhin beginnt der Körper durch den eigenen Biotin-Stoffwechsel, dieses Vitamin selbst herzustellen. Über einen eigenen Metabolismus in der Schleimhaut des Darmes regt das zuvor verzehrte Biotin somit die Produktion von weiterem Biotin innerhalb des Körpers an. Wird generell kein Biotin über die Nahrung aufgenommen, so stellt der Körper seinen einen Biotin-Stoffwechsel ebenfalls ein.

Welche Lebensmittel enthalten Biotin?

Zwar ist Vitamin B7 in sehr vielen Lebensmitteln enthalten, doch meist nur in kleinen Mengen. So finden sich beispielsweise in 100 Gramm Rinderleber 103 Mikrogramm Biotin. In 100 Gramm Haferflocken 20 Mikrogramm, oder in 100 Gramm Fisch durchschnittlich etwa sieben Mikrogramm. Rind- und Schweinefleisch haben noch geringere Werte und ein Apfel weist nur noch ein Mikrogramm Biotin auf. Problematisch sind nicht nur die geringen Anteile des Biotins in den Lebensmitteln, sondern Biotin ist auch sehr empfindlich. Durch zu lange Lagerung im Supermarkt und durch den Kochprozess können insgesamt bis zu 20 Prozent der Vitaminmenge verloren gehen.

Wie hoch ist der Tagesbedarf und wie kann man ihn decken?

Der Tagesbedarf eines Erwachsenen liegt, laut der Empfehlung der Deutschen Gesellschaft für Ernährung, zwischen 30 und 60 Mikrogramm Vitamin B7 (Vitamin H) pro Tag. Bei einer ausgewogenen Ernährung wird dieser Wert meistens problemlos erreicht. Wer jedoch eine Diät macht, der sollte seine Biotin-Versorgung kritisch hinterfragen. Auch bei einer temporären einseitigen Ernährung, beispielsweise im Rahmen einer längeren Erkrankung, kann schnell eine Unterversorgung eintreten. Schwangere haben einen höheren Biotin-Bedarf.

Woran erkennt man eine Unterversorgung mit Biotin?

Ein Biotin-Mangel kann lange unentdeckt bleiben, da er meistens schleichend eintritt. Zudem sind die Symptome, die bei einem ausgeprägten Mangel auftreten, sehr häufig auch bei anderen Erkrankungen anzutreffen und eher unspezifisch. Das macht die Diagnose in vielen Fällen schwierig. Als Mangelerscheinungen treten Haarausfall, Entzündungsprozesse von Zunge und Haut, Blutarmut, Depression, Appetitlosigkeit, Ohnmacht, Müdigkeit, Gliederschmerzen und erhöhte Cholesteringesamtwerte auf. Auch lässt sich eine erhöhte Infekt-Anfälligkeit feststellen.

Was passiert, wenn man zu viel Biotin aufnimmt, gibt es eine Überdosierung?

Bisher konnte in keiner Studie eine Überdosierung ausgelöst oder Vergiftungserscheinungen festgestellt werden. Es scheint so, als könnte der Körper selbst große Mengen Biotin problemlos verstoffwechseln oder zumindest ausscheiden.

Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel enthält nur allgemeine Informationen. Die Einnahme von Vitaminpräparaten und Nahrungsergänzungsmitteln ist nicht immer sinnvoll und kann Ihnen bei falscher Dosierung oder Kombination sogar schaden. Lassen Sie sich daher von einem Arzt oder Apotheker beraten. Schwangere sollten mit ihrem Frauenarzt sprechen. Vitaminpräparate und Nahrungsergänzungsmittel sind kein Ersatz für eine gesunde Ernährung oder Lebensweise.

Anzeige