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Gesundheitslexikon: Bilirubin

Bilirubin – was der Laborwert wirklich aussagt

Bilirubin ist ein Stoff, der beim Abbau von Hämoglobin entsteht. Das Hämoglobin ist der rote Blutfarbstoff. Bilirubin als Abbauprodukt des Hämoglobins ist gelb gefärbt. Die Substanz verleiht auch der Galle ihre gelbe Farbe. Die Stuhl- und die Urinfarbe werden ebenfalls durch Bilirubin beeinflusst.

Bilirubin – Abbauprodukt des Häms

Rote Blutkörperchen (Erythrozyten) leben rund 120 Tage. Nach dieser Zeit werden sie in der Leber und in der Milz aussortiert und abgebaut. Beim Abbau fällt der rote Blutfarbstoff Häm an. Über verschiedene Zwischenstufen wird das Häm zu Bilirubin abgebaut. Es handelt sich dabei um eine gelbliche Substanz. Jeden Tag entstehen rund 300 Milligramm Bilirubin im menschlichen Körper. Dieses wird zunächst an Bluteiweiße gebunden. In diesem Zustand bezeichnet man das Bilirubin als unkonjugiert oder indirekt. In der Leber wird es von dem Bluteiweiß entkoppelt und liegt dann in konjugierter beziehungsweise direkter Form vor. Das direkte Bilirubin kann zusammen mit der Galle in den Darm ausgeschieden werden. Dort wird die Substanz in Sterkobilin und Urobilinogen umgewandelt. Ein Teil dieses Bilirubins landet über den enterohepatischen Kreislauf wieder in der Leber. Der Hauptanteil wird mit dem Stuhl ausgeschieden.

Gelbsucht bei erhöhtem Bilirubinwert

Der Normwert des Gesamtbilirubins im Blutserum liegt bei weniger als 21 µmol/l. Bei einem erhöhten Bilirubinwert lagert sich das Bilirubin in der Haut ab. Da Bilirubin gelb ist, kommt es zu einer Gelbfärbung der Haut. Dieses Phänomen wird als Ikterus bezeichnet. Zunächst verfärben sich nur die Augenhäute. Später scheint die gesamte Haut gelb. Einem erhöhten Bilirubinwert können verschiedene Ursachen zugrunde liegen. Beim Morbus Meulengracht, einer erblich bedingten Stoffwechselstörung, kann das Bilirubin nicht abgebaut werden. Der erhöhte Wert hat aber keinen Krankheitswert. Ebenso ist bei Neugeborenen ein erhöhter Bilirubinspiegel normal. Die Leber ist noch nicht in der Lage das Hämoglobin adäquat abzubauen.

Bilirubin als Marker für Gallenstau und Lebererkrankungen

Wenn das direkte Bilirubin im Blut besonders hoch ist, liegt vermutlich ein Stau der Gallenwege vor. Gallensteine, Operationsnarben oder Tumore können die Gallenwege einengen oder sogar komplett verschließen. Die Gallensäuren stauen sich zurück in die Leber und das Bilirubin gelangt von dort ins Blut. Eine Gelbfärbung der Haut, die auf diesem Weg entsteht, wird posthepatischer Ikterus genannt. Wenn neben dem direkten auch das indirekte Bilirubin erhöht ist, kann dies auf einen Leberschaden hindeuten. Die Leberzellen haben Schwierigkeiten das indirekte Bilirubin in direktes Bilirubin umzuwandeln. Ursache einer solchen Konversionsstörung können Vergiftungen oder Leberzirrhosen sein. Aufgrund der Umwandlungsstörung entwickelt sich ein hepatischer Ikterus. Bei beiden Formen befindet sich das Bilirubin überwiegend im Blut. Im Stuhl ist der Spiegel erniedrigt. Durch den fehlenden Farbstoff ist der Stuhl hell. Der Urin ist hingegen dunkel gefärbt.

Bilirubinerhöhung durch Blut- und Gefäßerkrankungen

Da Bilirubin beim Abbau von roten Blutkörperchen entsteht, kann auch ein vermehrter Abbau der Blutkörperchen zu einer Erhöhung von Bilirubin im Blut führen. Ursachen sind hier unter anderem Gefäßerkrankungen, Anämien oder Autoimmunerkrankungen.

Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel kann einen Besuch beim Arzt nicht ersetzen. Er enthält nur allgemeine Hinweise und darf daher keinesfalls zu einer Selbstdiagnose oder Selbstbehandlung herangezogen werden.

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