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Gesundheitslexikon: Benzol

Benzol – so gefährlich ist es wirklich

Benzol ist eine organische Verbindung, die in flüssiger Form vorliegt. Die chemische Verbindung mit der Summenformel C6H6 gehört zu den aromatischen Kohlenwasserstoffen und verfügt über einen charakteristischen Geruch. Kleinere Mengen Benzol finden sich im Erdöl. Auch beim Rauchen von Tabakzigaretten wird Benzoldampf in geringen Mengen frei. Hauptsächlich wird Benzol jedoch durch Autoabgase von Benzinmotoren freigesetzt. Lange Zeit wurde Benzol auch als Lösungsmittel in der chemischen Industrie genutzt. Aufgrund der Kanzerogenität (d.h. krebserregend) wird der Stoff aber nur noch selten zu diesem Zweck genutzt. In Form von Derivaten kommt die Substanz jedoch immer noch in der Herstellung von Parfums, Kunststoffen und Textilien zum Einsatz. Auch Arzneimittel wie Acetylsalicylsäure und Paracetamol haben ein Grundgerüst aus Benzol.

Die Wirkung von Benzol auf den menschlichen Körper

Wenn Benzol in den Körper gelangt, wird es enzymatisch am Ring oxidiert. Dabei entsteht das hochreaktive Epoxid, das mit verschiedenen Verbindungen im Körper reagieren kann. Epoxid kann zudem das Erbgut schädigen.

Benzol ist für den Menschen toxisch. Die chemische Substanz zeigt neben der toxischen auch eine krebserregende Wirkung. Die Aufnahme kleinerer Mengen Benzol über einen langen Zeitraum führt zu einer Schädigung des Knochenmarks und zu einem negativen Einfluss auf Leber, Nieren und andere innere Organe. Durch die Knochenmarksschädigung kommt es zu einer Reduzierung der roten Blutkörperchen (Erythrozyten). Diese Anämie äußert sich in Form von Herzklopfen, Müdigkeit, Schwindel, Blässe und Sehstörungen. Der Körper speichert das toxische Benzol bei chronischen Vergiftungen im Knochenmark, im Gehirn und im Fettgewebe. Die Ausscheidung erfolgt über die Nieren. Allerdings werden immer nur sehr kleine Mengen Benzol ausgeschieden, sodass die Vergiftungserscheinungen über einen langen Zeitraum bestehen können. Eine langfristige chronische Exposition ( d.h. Kontakt/Ausgesetztsein) führt ebenso zum Tod wie eine akute Vergiftung mit Benzol.

Akute Vergiftungen mit Benzol oder Benzoldämpfen treten nur bei recht hohen Konzentrationen auf. Leichte akute Vergiftungen äußern sich durch Schwindel, Benommenheit und Erbrechen. Schwere Vergiftungen treten durch Fieber, vorübergehende Erblindung und Bewusstlosigkeit in Erscheinung. Wenn der Luftvolumenanteil von Benzol zwei Prozent überschreitet, tritt nach fünf bis zehn Minuten der Tod ein. Die tödliche orale Dosis liegt beim Menschen bei 50 Milligramm Benzol pro Kilogramm Körpergewicht.

Sicherheitsmaßnahmen zum Schutz vor Benzolvergiftungen

Um eine Vergiftung zu vermeiden, sollte ungeschützter Kontakt mit Benzol verhindert werden. Die Lagerung von Benzol darf nur in speziellen Behältnissen erfolgen. Eine Lagertemperatur von 15 bis 25 °Celsius darf nicht überschritten werden. Da Benzol nicht nur für den Menschen toxisch ist, sondern auch die Umwelt gefährdet, muss die Substanz fachgerecht über Entsorgungsunternehmen erfolgen. Bei der Arbeit mit dem Stoff muss eine Schutzausrüstung getragen werden. Wenn nach dem Umgang Unwohlsein oder andere Beschwerden auftreten, müssen Sie sofort einen Arzt konsultierten!

Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel kann einen Besuch beim Arzt nicht ersetzen. Er enthält nur allgemeine Hinweise und darf daher keinesfalls zu einer Selbstdiagnose oder Selbstbehandlung herangezogen werden.

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