Gesundheitslexikon Gesundheitslexikon

Gesundheitslexikon: Bauchfellentzündung (Peritonitis)

Bauchfellentzündung: So kommt es zu einer Peritonitis

Das Bauchfell reicht von unterhalb des Zwerchfells bis zum kleinen Becken und bildet in diesem Bereich eine Art schützende Haut um die Organe. Entzündet sich dieser Bereich, so kommt es zu einer Peritonitis. Diese kann als primäre oder sekundäre Erkrankung auftreten, breitet sich lokal oder über den gesamten Bauchraum aus. Eine andere Erkrankung dieses Bereiches wird als Bauchwassersucht oder Aszites bezeichnet. Dazu kommt es, wenn zu viel von der Flüssigkeit, die die Bewegung zwischen den Organen erleichtert, produziert wird.

Ursachen

hfellentzündung heilt mit einer antibiotischen Therapie zumeist komplikationslos aus, allerdings sind Rückfälle häufig. Im Falle einer sekundären Peritonitis besteht höchste Lebensgefahr, insbesondere bei einem schlechten Allgemeinzustand kann die Erkrankung tödlich enden.

Ursachen

Die primäre Peritonitis ist eine seltene Krankheit, die ohne Vorerkrankung entsteht und meist bei Kindern vorkommt. Verursacht wird die Bauchfellentzündung von Bakterien, die über die Lymphbahnen oder die Blutbahn in die Bauchregion gelangen.

Besonders häufig kommt die sekundäre Peritonitis vor. Bei der Erkrankung gelangen Bakterien aus Entzündungsherden umliegender Organe in das Bauchfell. So können etwa eine akute Blinddarmentzündung oder ein Magengeschwür zu einer Bauchfellentzündung führen. Manchmal kommt es sogar zu einem Durchbruch der Magen- oder Darmwand, im Zuge dessen die schädlichen Bakterien in den Bauchraum gelangen. Bei etwa der Hälfte der Erkrankungen ist das Darmbakterium Escherichia coli der Erreger, seltener bestimmte Kugel- und Stäbchenbakterien, die ebenfalls aus dem Darm stammen.

Weitere Gründe für eine Bauchfellentzündung können eine Lebererkrankung mit Bauchwassersucht, Durchblutungsstörungen eines Darmabschnittes, die Keimübertragung bei Operationen oder Krebs (Peritonealkarzinose) sein.

Symptome

Die bakterielle (primäre) Peritonitis zeigt keine klaren Krankheitszeichen, der Patient klagt über Fieber und Bauchschmerzen. Die Symptome der sekundären Bauchfellentzündung sind zwar ebenfalls nicht eindeutig, dafür aber stark ausgeprägt. Die reflektorisch angespannte Bauchmuskulatur verursacht eine harte Bauchdecke, es kommt zu Verstopfung, Fieber und Abgeschlagenheit. Starke Bauchschmerzen sind erst lokal begrenzt und breiten sich später über den gesamten Bauchraum aus.

Diagnose

Bei dem Verdacht auf Bauchfellentzündung muss umgehend ein Arzt konsultiert werden. Dieser wird sich nach Symptomen, vorangegangenen Operationen und bestehende Erkrankungen erkundigen. Der ausführlichen körperlichen Untersuchung folgen ein Bluttest sowie eine Röntgenuntersuchung mit Kontrastmittel, eine Ultraschalluntersuchung und/oder eine Computertomografie. Für die Diagnose einer primären Bauchfellentzündung wird eine Bauchpunktion durchgeführt. Im Zuge der Untersuchung entnimmt der Mediziner eine Flüssigkeitsprobe aus dem Bauchraum.

Behandlung

Da Bakterien die primäre Bauchfellentzündung verursachen, erfolgt die Therapie mittels Antibiotika. Aufgrund vieler Resistenzen wird häufig nach zwei Tagen eine neuerliche Entnahme einer Bauchwasserprobe durchgeführt.

Bei der sekundären Bauchfellentzündung, bei der akute Lebensgefahr besteht, wird der Kreislauf des Patienten stabilisiert, bevor die Grunderkrankung behandelt wird. Dazu kann entweder ein minimal-chirurgischer Eingriff oder auch eine Öffnung der ganzen Bauchdecke notwendig sein. Besteht kein Organschaden, genügt die Behandlung mit Antibiotika.

Vorbeugung

Einer Bauchfellentzündung kann üblicherweise nicht vorgebeugt werden, es ist besonders wichtig, bei starken Bauchschmerzen sofort einen Arzt zu konsultieren. Im frühen Krankheitsverlauf ist der Behandlungserfolg in der Regel nämlich gut. Je weiter fortgeschritten die Erkrankung ist, desto schlechter ist die Heilungsprognose.

Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel kann einen Besuch beim Arzt nicht ersetzen. Er enthält nur allgemeine Hinweise und darf daher keinesfalls zu einer Selbstdiagnose oder Selbstbehandlung herangezogen werden.

Anzeige