Gesundheitslexikon Gesundheitslexikon

Gesundheitslexikon: Barotrauma

Barotrauma: Ursachen, Symptome, Behandlung

Als Traumen bezeichnet die Medizin jede Art der Verletzung. Barotraumen haben eine Veränderung des Umgebungsdrucks zur Ursache und können prinzipiell jeden Hohlraum unseres Körpers betreffen. Die häufigsten Barotraumen sind die der Lunge, des Mittelohrs, des Auges und der Haut.

Ursachen

Wir sind dazu ausgelegt, in einer Umgebung mit bestimmten Druckverhältnissen zu leben. Wenn sich die Druckverhältnisse unserer Umgebung radikal verändern, erleiden die Hohlräume unseres Körpers ein Barotrauma. Abhängig vom betroffenen Hohlraum werden verschiedene Barotraumata unterschieden. Jedem Barotrauma geht entweder Überdruck oder Unterdruck voraus. Solche Druckverhältnisse ergeben sich vor allem im Rahmen des Tauchsports, beim Fliegen, beim Wasserspringen oder infolge von maschineller Beatmung. Überdruck findet in der medizinischen Praxis auch im Rahmen von hyperbaren Sauerstofftherapien und Rekompressionsbehandlungen Einsatz. Auch infolge solcher Behandlungen sind Barotraumen denkbar. Alltagsgeschehnisse können unter Umständen ebenfalls die Druckverhältnisse in unserem Körper abändern und sich verheerend auf die Hohlräume im Organismus auswirken. Ein Beispiel für dieses Phänomen ist das Barotrauma des Mittelohrs, dem eine einfache Ohrfeige vorausgehen kann. Grundsätzlich geht es bei dem Trauma um eine Veränderung der Zusammenhänge zwischen Druck und Volumen. Bei steigendem Druck sinkt das Volumen von Gasgemischen und Gasen wie Luft in unserem Körper ab. Bei sinkendem Druck steigt das Volumen. Da die Hohlräume in unserem Körper mit Luft gefüllt sind und sie alle eine gewisse Begrenzung besitzen, wirkt sich die Volumenausdehnung oder die Volumenabnahme fatal aus.

Symptome

Die einzelnen Symptome eines Barotraumas hängen von den beteiligten Hohlräumen ab. Auch die Geschwindigkeit der Druckveränderung spielt für die Symptomatik des Barotraumas eine entscheidende Rolle. Dasselbe gilt für die Dauer der Zeitspanne, in der wir der Druckveränderung ausgesetzt sind. Das Barotrauma der Lunge kann bei entsprechender Druckänderung zum Beispiel zu einem Lungenriss führen. Als eine Folge dieser Erscheinung können Luftblasen im Blutsystem entstehen, die einzelne Gefäße verstopfen. Bei Barotraumata des Mittelohrs kann das Trommelfell reißen. Barotraumen der Haut treten als Quetschungen in Erscheinung. Die meisten Barotraumen verursachen vor allem Schmerzen, so insbesondere das Barotrauma des Auges.

Diagnose

Bereits die Anamnese gibt dem Arzt erste Hinweise auf ein Barotrauma. Abhängig von den beteiligten Körperhöhlen kommen zur Sicherung der Diagnose unterschiedliche Bildgebungen zum Einsatz, so beispielsweise die Ohrenspiegelung beim Verdacht auf Mittelohrbeteiligung.

Behandlung

Patienten mit Barotraumata erhalten vor allem Schmerzmittel und Medikamente zur Abschwellung. Das gilt vor allem für das Barotrauma der Nasennebenhöhle, das vorwiegend mit abschwellendem Nasenspray behandelt wird. Barotraumen der Lunge sind ernstzunehmende Notfälle und erfordern eine notfallmäßige Behandlung auf der Intensivstation zur Sicherung aller lebenswichtigen Körpervorgänge. Verschiedene Verletzungen im Rahmen von Barotraumata erfordern eine Operation, so vor allem der Lungenriss. Eine wichtige Maßnahme bei Verdacht auf Barotraumata ist während eines Tauchens zum Beispiel der Abbruch des Tauchgangs und die sofortige Vorstellung bei einem Mediziner.

Vorbeugung

Wer Barotraumata vorbeugen und trotzdem nicht auf Sportarten wie den Tauchsport verzichten möchte, sollte beim Auf- und Abtauchen vor allem die Geschwindigkeit reduzieren. Zur Vorbeugung von Barotraumata des Nasenraums können nasenbegradigende Operationen und die Entfernung von Nasenpolypen beitragen.

Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel kann einen Besuch beim Arzt nicht ersetzen. Er enthält nur allgemeine Hinweise und darf daher keinesfalls zu einer Selbstdiagnose oder Selbstbehandlung herangezogen werden.

Anzeige