Gesundheitslexikon Gesundheitslexikon

Gesundheitslexikon: Baldrian (Valeriana officinalis)

Baldrian für Körper und Geist

Schon in der Antike kam Baldrian zum Einsatz, um vor bösen Geistern zu schützen und Krankheiten fernzuhalten. Auch im Mittelalter wurde Baldrian hoch geschätzt und vielfach besungen. Heute ist seine Wirkung auf den Körper durch Studien belegt und viele Menschen vertrauen auf die beruhigende Kraft des Heilkrautes.

Was ist Baldrian?

Weltweit gibt es mehr als 250 Arten der Baldriangewächse ('Valeriana'). Medizinisch genutzt wird allerdings nur die Sorte 'Valeriana officinalis'. Baldrian ist eine krautartige Pflanze, die einzeln oder als Strauch vorkommen kann. 'Valeriana officinalis' erreicht eine Wuchshöhe von bis zu zwei Metern und ist von sattgrüner Farbe. Die dichten Blütenstände sind blassrosa bis weiß gefärbt und geben einen süßlichen, sehr starken Geruch ab. Baldrian blüht von Mai bis Juli.

Wo kommt Baldrian vor?

Das Verbreitungsgebiet von 'Valeriana officinalis' erstreckt sich durch ganz Mitteleuropa bis nach Asien. Dabei liebt die Pflanze feuchte Böden und ist ansonsten sehr anspruchslos. Baldrian wächst am Rande von Wiesen und an Bachläufen. Das Heilkraut ist eine kriechende Pflanze und breitet sich unterirdisch aus.

Verwendung und Wirkung von Baldrian als Heilpflanze

'Valeriana officinalis' hilft nachweislich bei Ein- und Durchschlafschwierigkeiten und gegen nervöse Herzbeschwerden. Der Effekt ist zwar als eher gering einzuschätzen, trotzdem sind baldrianhaltige Präparate als traditionelles pflanzliches Arzneimittel zugelassen. Zudem soll 'Valeriana officinalis' gegen Unruhe (am Tag), Angststörungen und leichte Depressionen helfen. Hier ist die Studienlage jedoch noch nicht ausgereift genug, um handfeste Rückschlüsse ziehen zu können. Insbesondere zur Linderung von Nervosität, psychosomatischen Krankheiten und Schlaflosigkeit gibt es im Handel viele Präparate, welche als Tee, Tinktur, Pulver, Badezusatz oder in Tablettenform leicht anzuwenden sind. Medizinisch verwertet wird die Wurzel des Baldrians. Sie verbreitet, wenn sie frisch gewonnen wird, einen intensiven Geruch, den viele Menschen als unangenehm empfinden. Maßgeblich dafür verantwortlich sind die beiden enthaltenen ätherischen Öle 'Bornylacetat' und 'Bornylisovalerianat'. Zudem finden sich in den getrockneten Wurzeln 'Valeranon', 'Kamfer' und 'Caryophyllen'. Auch 'Mono-' und 'Sesquiterpene' sind enthalten. Letztere sollen dafür verantwortlich sein, dass Baldrian eine schlaffördernde und beruhigende Wirkung entfacht, denn durch diese speziellen 'Terpene' wird die Nervenimpulsweitergabe innerhalb des vegetativen Nervensystems leicht reduziert. Daneben finden sich in den Wurzeln typische Aminosäuren, 'Lignane' und 'Pyridinalkaloide'. Man geht davon aus, dass die Heilwirkung vor allem durch die Kombination aller Inhaltsstoffe entsteht.

Was sollte man über Baldrian wissen?

Bei Baldrian dauert es etwa zwei Wochen, bis erste Effekte spürbar sind. Daher sollten die Präparate, beispielsweise bei Prüfungsangst oder während lang anhaltenden Stresssituationen im Beruf, mit entsprechender Planung eingenommen werden. Dann soll 'Valeriana officinalis' ausgleichend auf Körper und Geist wirken, ohne dass Nebenwirkungen oder Müdigkeit am Tage zu befürchten wäre. Es gibt gute Ergebnisse bei der Wirksamkeit einiger Kombinationspräparate. So wird 'Valeriana officinalis' gerne mit anderen Arzneipflanzen wie etwa Hopfen, Melisse, Weißdorn, Johanniskraut, Frauenmantel, Wacholderbeere oder der Passionsblume kombiniert. Wer auf die pure Kraft des Baldrians setzen möchte, der sollte kalt gezogene Tinkturen oder schonend hergestellte Extrakte achten. Bei der Herstellung reduzieren sich nämlich die instabilen Verbindungen der Baldrian-Wurzel. Nur eine möglichst schonende Fabrikation sorgt für die volle Pflanzenkraft. Es können Allergien auf die enthaltenen ätherischen Öle entstehen. Auch Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten könnten auftreten.

Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel enthält nur allgemeine Hinweise und ersetzt daher keine Beratung durch einen Arzt oder Apotheker. Heilpflanzen können in falscher Anwendung oder Dosierung schwerwiegende Nebenwirkungen zur Folge haben. Lassen Sie sich deshalb in der Apotheke oder vom Arzt beraten.

Anzeige