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Gesundheitslexikon: Autogenes Training

Autogenes Training – mehr innere Ruhe durch positive Suggestion

In hektischen Zeiten ist es nicht immer leicht, Ruhe und Gelassenheit sich selbst und der Umwelt gegenüber zu verspüren. Der ständige Antrieb, immer mehr leisten zu müssen und überall dabei sein zu wollen, überfordert manchen Menschen. Mit Autogenem Training soll dieser Teufelskreis aus selbstgemachtem Stress endlich durchbrochen werden.

Was ist Autogenes Training?

Autogenes Training ist ein Entspannungsverfahren, welches in den 1930er-Jahren ausgehend von der Hypnose entwickelt wurde. Heute ist es eine gebräuchliche Psychotherapiemethode. Der Erfolg der Behandlungsweise basiert auf der Autosuggestion. Eine Sitzung gliedert sich in drei Bereiche auf. Zunächst einmal erlangt der Übende eine Phase der tiefen Entspannung, die willentlich herbeigeführt wird. Sie beruhigt das vegetative Nervensystem. Der Patient kommt ganz bei sich selbst an. In der zweiten Phase formuliert der Übende dann autosuggestive Sätze, die auf eine Änderung seines Verhaltens abzielen. Diese Sätze sind immer positiv formuliert und werden wie ein Mantra wiederholt und damit im Bewusstsein manifestiert. In der dritten Phase soll der Übende dann sein Bewusstsein erschließen. Dies geschieht mit geschickten Visualisierungsaufgaben. Wichtig ist, dass die Sitzungen immer gleich ablaufen. Durch die verlässliche Wiederholung der Formeln und Sätze sollen sich diese durch den entspannten Zustand in den Geist des Übenden einprägen. Ziel ist es, dass sich die positiven Verhaltensänderungen im Alltag anschließend einfügen.

Wie läuft Autogenes Training ab?

Das Erlernen dieser Entspannungstechnik dauert üblicherweise bis zu sechs Wochen. Täglich sollten drei Übungseinheiten durchgeführt werden, wovon eine sitzend und eine liegend absolviert werden muss. Der Körper soll sich an die immer wiederkehrenden Abläufe, Empfindungen, Sätze und Formeln gewöhnen können und diese als Bestandteil des Alltags begreifen. Bevor es mit den Übungen los geht, sollte der Trainierende das Ziel der nächsten Wochen definieren. Das Leitmotiv vieler Menschen ist beispielsweise das Vorhaben, in Stresssituationen ruhiger zu bleiben, im Flugzeug keine Angst mehr zu empfinden, mit dem Rauchen aufzuhören oder mit mehr Stärke und Selbstbewusstsein den Alltag zu gestalten. Auch eine Kombination dieser Vorhaben kann möglich sein. Autogenes Training kann entweder in Einzelsitzungen, in Gruppen, oder auch alleine, mit Hilfe eines Audio-Trainings, absolviert werden.

Bei welchen Problemen soll Autogenes Training helfen?

Autogenes Training wirkt nachweislich auf den Körper. So lässt sich beispielsweise eine erhöhte Körpertemperatur in den Gliedmaßen messen, welche während der Entspannungsphase konkret angesprochen werden. Auch lässt sich mit Hilfe dieser Autosuggestion der Herzschlag beruhigen und der Puls willentlich herabsetzen. Autogenes Training wird, im Rahmen einer Therapie, heute vor allem Menschen mit Burnout oder Depressionen empfohlen. Nach wie vor kommt die Technik aber auch in der Psychotherapie zum Einsatz. Doch auch zur Steigerung der eigenen Lebensqualität erlernen viele Menschen in ihrer Freizeit dieses Verfahren.

Welche Übungen gibt es?

Die Grundstufe beruhigt zunächst die Nerven und damit den ganzen Körper. Hier soll sich der Übende Sätze wie 'Meine rechter Arm ist schwer und warm' aufsagen. In der Mittelstufe wird der eigene Vorsatz wiederholend formuliert. Sätze wie 'Ich bleibe ruhig und entspannt' sollen sich im Unterbewusstsein verankern. Die Oberstufe soll die Psyche positiv anregen. Hier können Farben oder Gegenstände visualisiert werden, um dem Übenden Ausgleich und Stabilität zu geben.

Was sollte man beachten?

Da die Maßnahme auf Psyche, Herz, Organe und den Kreislauf wirkt, sollte vorab ein Arzt mit einbezogen werden, um mögliche Risiken auszuschließen. Es dauert einige Wochen, diese Methode zu erlernen. Sie ist daher für Anfänger nicht in Akutsituationen geeignet.

Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel kann einen Besuch beim Arzt nicht ersetzen. Er enthält nur allgemeine Hinweise und darf daher keinesfalls zu einer Selbstdiagnose oder Selbstbehandlung herangezogen werden.

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