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Gesundheitslexikon: Astrozytom

Astrozytom: Hirntumor in vier Schweregraden

Das Astrozytom stellt einen Hirntumor dar, welcher sich aus den Zellen des Stützgewebes (Gliazellen) entwickelt. Zu den Gliazellen zählen unter anderem auch die Astrozyten. Der aus den Astrozyten hervorgegangene Tumor kann in vier Schweregrade eingeteilt werden. Dabei hat sich in Deutschland die WHO-Klassifikation durchgesetzt. Die Schweregrade reichen vom gutartigen pilozytischen Astrozytom bis hin zum hoch malignen Glioblastom. Gutartige Astrozytome (Schweregrad I nach WHO) wachsen sehr langsam und lassen sich chirurgisch gut entfernen. Niedrig maligne Astrozytome zeichnen sich bereits durch ein diffus infiltrierendes Wachstum aus. Insgesamt ist der Tumor jedoch noch gut differenziert und wächst langsam, sodass auch hier noch eine relativ günstige Prognose gestellt werden kann. Das anaplastische Astrozytom ist nicht mehr gut differenziert und infiltriert das benachbarte Gewebe relativ schnell. Das durch den Schweregrad IV gekennzeichnete Glioblastom ist durch ein schnelles und völlig undifferenziertes Wachstum gekennzeichnet. Die Heilungschancen stehen hier sehr schlecht, durch Strahlen- und Chemotherapie kann die Lebenserwartung aber etwas verlängert werden.

Ursachen

Die Ursachen für ein Astrozytom sind weitgehend unbekannt. Es wurde ein gehäuftes Auftreten bei Patienten mit einer Neurofibromatose festgestellt. Die Neurofibromatose ist eine erblich bedingte Erkrankung des Nervensystems. Als weiterer Risikofaktor wurde eine erhöhte Strahlenbelastung ausgemacht. Welche Rolle krebserregende Chemikalien spielen, ist nicht bekannt.

Symptome

Ein Astrozytom bleibt lange Zeit symptomlos. Als erstes Symptom tritt häufig ein epileptischer Anfall auf. Hinzu kommen oft Übelkeit, Erbrechen und Schwindel. Die Symptome sind auch abhängig von der Lage des Astrozytoms, da es meist benachbarte Hirnareale verdrängt. Dabei können Sehstörungen, Sprachstörungen, Lähmungen und Wesensveränderungen auftreten. Befindet sich das Astrozytom im Rückenmark, kommt es häufig zu Kribbeln und Taubheitsgefühlen. In besonders schweren Fällen bildet sich eine Querschnittslähmung heraus.

Diagnose

Zur Diagnostik bei einem Astrozytom sind neben der Anamnese der Krankengeschichte besonders die bildgebenden Verfahren MRT (Magnetresonanztomographie) und CT (Computertomographie) sehr wichtig. Damit die Gehirnstrukturen besser sichtbar werden, müssen bei diesen Verfahren immer Kontrastmittel in die Venen des Patienten gespritzt werden. Die Aufnahmen sind so aussagekräftig, dass bereits anhand dieser Untersuchung die Entscheidung für oder gegen eine Operation getroffen werden kann. Zur Erstellung einer abschließenden Diagnose gehört auch die histologische Untersuchung einer Gewebsprobe aus dem Tumor, um den Schweregrad der Erkrankung festzustellen.

Behandlung

Die Therapie eines Astrozytoms richtet sich nach Lage und Beschaffenheit des Tumors. Zusätzlich müssen noch das Allgemeinbefinden des Patienten und sein Alter berücksichtigt werden. Insgesamt setzt sich die Behandlung aus den drei Grundsäulen Operation, Chemotherapie und Strahlenbehandlung zusammen. Gutartige Astrozytome können meist vollständig chirurgisch entfernt werden. Auch bei Astrozytomen niedriger Malignität besteht die Chance einer vollständigen Entfernung des Tumors. Bei beiden Schweregraden schließt sich an die Operation eine Strahlentherapie an, wenn noch Tumorreste verblieben sind. Bei den Astrozytomen der Schweregrade III und IV dient die Operation dazu, den Tumor zu verkleinern, um den Hirndruck zu mindern. Zur Lebensverlängerung werden hier Strahlen- und Chemotherapie durchgeführt.

Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel kann einen Besuch beim Arzt nicht ersetzen. Er enthält nur allgemeine Hinweise und darf daher keinesfalls zu einer Selbstdiagnose oder Selbstbehandlung herangezogen werden.

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