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Gesundheitslexikon: Asbest

Asbest - der krebserregende Baustoff

Asbest wurde aufgrund seiner vorteilhaften Eigenschaften lange vor allem als Baustoff eingesetzt. Obwohl seine Gesundheitsschädlichkeit bereits seit dem frühen 20. Jahrhunderts bekannt war, wurde die Verwendung in Deutschland erst in den 1990er-Jahren verboten. Gelangen Asbest-Fasern in die Lungen, können sie schwere Schäden verursachen und in der Folge Lungenkrebs auslösen.

Vielseitiger Einsatz im Alltag

Der Baustoff Asbest ist ein kristallisiertes Silikat-Mineral. Es fand bereits in der Antike und im Mittelalter vielseitige Verwendung, beispielsweise in der Küche als Tücher. Asbest ist nicht brennbar, besonders langlebig und widerstandsfähig. Es lässt sich gut mit Zement vermischen, was auch ein Grund dafür ist, dass es ein wichtiger Baustoff wurde. Außerdem hat es eine hohe Zugfestigkeit – Asbestseile sind in dieser Hinsicht sogar Stahldraht überlegen.

Nicht nur als Baumaterial wurde Asbest eingesetzt – auch zur Dämmung von Schiffsleitungen wurde er eingesetzt, aber ab dem 20. Jahrhundert auch in Produkten des täglichen Gebrauchs. Zum Beispiel als Getränkefilter, in Form von Blumentrögen, in Zahnpasta oder in elektronischen Geräten.

Wirkung und Verbot von Asbest

Dieser Asbest-Boom sollte sich verheerend auswirken. Bereits um die Jahrhundertwende waren erste Hinweise auf schädliche Eigenschaften aufgetaucht. Die Asbestose wurde als Krankheit erstmals erwähnt. In den 40er-Jahren wurde Lungenkrebs als asbestbezogene Berufskrankheit in Deutschland anerkannt. Die Verwendung von Asbest wurde aber erst im Jahr 1993 verboten.

Das Problem von Asbest ist seine Struktur: Das Mineral hat lange Fasern und diese werden bei unsachgemäßer Verwendung in die Luft freigesetzt. Die menschliche Lunge hat eine natürliche Abwehr gegen Fremdkörper. Die sogenannten Makrophagen sind Zellen, die Fremdkörper umschließen und schließlich für den Körper unschädlich machen. Doch durch die spezielle Struktur von Asbestfasern versagen die Makrophagen. Die Folge ist eine Zersetzung des Lungengewebes – man spricht von Asbestose. Erkrankte leiden unter anderem an Atemnot und schwerem Reizhusten. In späterer Folge kann Lungenkrebs entstehen.

Wie man sich schützt

Asbest ist in vielen Ländern längst verboten. Eine Gefahr bleibt jedoch, dadurch dass das Material im Bauwesen oft verwendet wurde. Viele Gebäude wurden deswegen bereits abgerissen, immer wieder stößt man allerdings noch immer auf Bauwerke, in denen Asbest verbaut wurde. Diese stellen noch immer ein Gesundheitsrisiko dar. Vor allem Bauarbeiter sind gefährdet, Asbest ausgesetzt zu sein. Dies trifft vor allem bei Gebäuderenovierungen von Gebäuden zu, die vor 1993 errichtet wurden.

In Ländern wie China, Indien und Russland werden zudem bis heute hunderttausende Tonnen Asbest verarbeitet – und das betrifft uns nicht nur indirekt. Da Asbest auch in Elektrogeräten verarbeitet wird, gelangen immer wieder asbestbelastete Gebrauchsgegenstände auch nach Europa. Wenn Sie bei einem Produkt sicher gehen möchten, fragen Sie bei Ihrem Händler, dem Hersteller oder der Abfallwirtschaftsberatung nach.

Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel enthält nur allgemeine Informationen und Hinweise über Asbest, hat jedoch keinen Anspruch auf Vollständigkeit und ersetzt daher nicht die Beratung durch einen Arzt oder Apotheker.

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