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Gesundheitslexikon: Arthrose

Eine Arthrose kann mit starken Schmerzen in den Gelenken einhergehen.
Bei einer Arthrose sind die Gelenke betroffen. Gelenkschmerzen sind ein häufiges Symptom. © Getty Images/iStockphoto, paisan191

Was ist eine Arthrose?

Die langsame Zerstörung von Gelenkknorpel und anliegenden Gelenkknochen macht sich oft erst im höheren Alter bemerkbar. Jedes Gelenk kann betroffen sein: Bedingt durch eine zerstörte Knorpelschicht und dadurch hervorgerufene Knochenveränderungen wird die freie Beweglichkeit teilweise stark eingeschränkt. Der Knorpel arbeitet normalerweise wie ein Stoßdämpfer und schützt als elastischer und glatter Überzug die gegenüberliegenden Gelenkknochen vor zu viel Druck und Reibung. Ist der Gelenkknorpel erst einmal teilweise oder vollständig abgenutzt, verschwindet der Gelenkspalt und die jetzt freiliegenden Knochenenden reiben aufeinander. Die an den Knochenrändern entstehenden Zacken führen zu einer Vergrößerung des Gelenks und können ihrerseits durch Bewegung zusätzliche Schmerzen verursachen.

Ursachen einer Arthrose

Die Ursachen für eine Arthrose reichen von einer anlagebedingten Gelenkveränderung über Gelenkdeformierungen nach Entzündungen oder Unfällen bis zu äußeren Einflüssen wie Übergewicht oder Schwerarbeit. Ein leichter Knorpelschaden bei einem Sportunfall, eine dauerhaft zu hohe Gelenkbeanspruchung oder eine erbliche Belastung können schon in jungen Jahren das Risiko für eine spätere Arthrose deutlich erhöhen.

Auch bestimmte Medikamente oder ein durch Bewegungsmangel nur schlecht ernährter Knorpel können zu einem beschleunigten Abbau des Gelenkknorpels führen. Alleine ein fortgeschrittenes Lebensalter kann ein Risikofaktor einer Arthrose sein: Von den über 65-Jährigen leiden gut zwei Drittel unter diesen Gelenkveränderungen. Denn wurde das Gelenk erst einmal vorgeschädigt, verselbstständigt sich der zerstörerische Prozess im Laufe der Zeit.

Symptome für eine Arthrose

Eine Arthrose kann ohne Symptome verlaufen, meist gehören jedoch Schmerzen und Bewegungseinschränkungen zum Verlauf. Anfangs spüren Betroffene ein Spannungsgefühl, später typische Anlaufschmerzen nach einer Ruhephase, Gelenksteifigkeit und -knirschen sowie Schwellungen und Belastungsschmerzen. Anfänglich beschwerdefreie Zeitintervalle werden immer kürzer und können in einen Dauerschmerz übergehen, der auch in Ruhe auftritt. Das Ausmaß der Schmerzen stimmt dabei nicht unbedingt mit dem Schweregrad der Veränderungen an Gelenk und Knochen überein.

Diagnose

Anhand der körperlichen Untersuchung sowie der Krankengeschichte kann der Arzt Informationen zum Gelenkzustand, zur Art vorausgegangener Unfälle oder der Arbeits- und Gelenkbelastung bekommen. Auf dem Röntgenbild sind außerdem die Veränderungen des Knochens, die Größe des Gelenkspaltes sowie knöcherne Auswüchse zu sehen. Der Magnet-Resonanz-Tomograph (MRT) liefert Bilder zur Beurteilung des Knorpelgewebes. Um eine rheumatoide Arthritis auszuschließen, wird eine Blutuntersuchung veranlasst.

Behandlung einer Arthrose

Die Therapie der Arthrose ist abhängig vom betroffenen Gelenk sowie der vorhandenen Bewegungseinschränkung. Ziel ist es, Schmerzen zu reduzieren und eine vorhandene Entzündung zu behandeln, um Folgeschäden zu verhindern. Standardmäßig eingesetzt werden entzündungshemmende und schmerzlindernde Medikamente sowie Physiotherapie. Hilft alles nichts mehr, kann an Knie, Hüfte, Schulter oder Sprunggelenk ein künstliches Gelenk eingesetzt werden. Auch Salben, Wickel oder pflanzliche Mittel wie Teufelskralle können die Beschwerden in manchen Fällen lindern. Eine Heilung der Arthrose im Sinne einer Neubildung des Gelenkknorpels oder der zerstörten Knochenstruktur ist jedoch nicht möglich.

Vorbeugung

Um Spätfolgen zu vermeiden, sollten beim Auftreten erster Anzeichen einer Arthrose geeignete Maßnahmen durchgeführt werden. Dazu gehören ein optimales Gewicht, ausreichende Bewegung ohne Belastung, stoßmindernde Schuheinlagen und die Vermeidung Knorpel schädigender Sportarten. Das Rauchen sollte ebenfalls aufgegeben werden. Wer nicht frühzeitig handelt, riskiert einen bleibenden Gelenkschaden.

Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel kann einen Besuch beim Arzt nicht ersetzen. Er enthält nur allgemeine Hinweise und darf daher keinesfalls zu einer Selbstdiagnose oder Selbstbehandlung herangezogen werden.

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