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Gesundheitslexikon: arterielle Hypertonie

Arterielle Hypertonie bleibt oft jahrelang unerkannt

Die arterielle Hypertonie bezeichnet eine dauerhafte Erhöhung des Blutdruckes auf Werte von über 140/90 mmHg. Kommt es im Verlauf der Krankheit zu Blutdruckwerten über 180/120 mmHg, so spricht man im Rahmen der arteriellen Hypertonie von einer hypertensiven Krise. Die Krankheit selbst wird in den westlichen Industrienationen immer häufiger diagnostiziert. Schon heute sind allein in Deutschland 70 % der über 60-Jährigen wegen arterieller Hypertonie in ärztlicher Behandlung.

Ursachen

In dem meisten Fällen handelt es sich um eine essentielle arterielle Hypertonie, also um eine Blutdruckerhöhung, bei der kein Grund in anderen Organen ausgemacht werden kann. Dann spricht man von primärer Hypertonie, einem Resultat von Übergewicht, falscher Ernährung und Bewegungsmangel.

Die arterielle Hypertonie kann aber auch Folge anderer Krankheiten oder Therapien, die in unserer Gesellschaft häufig geworden sind, sein. So haben beispielsweise eine Nierenarterien-Stenose, das Cushing-Syndrom oder Ovaluationshemmer Auswirkungen auf den Blutdruck. Auch Hirndruckerhöhungen oder das Schlafapnoe-Syndrom heben den Blutdruck.

Symptome

Das Gefährliche an der arteriellen Hypertonie ist die weitestgehende Beschwerdefreiheit. Denn dadurch leben Betroffene oft jahrelang mit einem erhöhten Blutdruck. Meist wird dann erst in einer Routineuntersuchung die Hypertonie schon zusammen mit ihren Spätfolgen diagnostiziert.

In seltenen Fällen verspüren Betroffene jedoch am Morgen Augenflimmern oder Ohrensausen. Diese Symptome sind jedoch erst im weit fortgeschrittenen Stadium auszumachen.

Diagnose

Ab dem 35. Lebensjahr zahlen die Krankenkassen einen jährlichen Gesundheits-Check. Dieser kann zum Anlass genommen werden, um eine etwaige arterielle Hypertonie abklären zu lassen. Vor allem wenn Sie unter Übergewicht leiden oder rauchen, ist dies durchaus ratsam.

In diesem Fall werden neben einer ausführlichen Anamnese und körperlichen Untersuchung auch Laborparameter bestimmt. Ausschlaggebend für die Diagnostik sind selbstverständlich auch Blutdruckwerte. Da viele Menschen beim Arzt jedoch aufgeregt sind und deshalb erhöhte Werte ermittelt werden könnten, ist es sinnvoll, eine Blutdruck-Langzeit-Messung über beispielsweise 48 Stunden vornehmen zu lassen. Diese Auswertung zeigt meist wesentlich verifiziertere Blutdruckwerte, die die Patienten auch in ihrer gewohnten Umgebung und bei ihren alltäglichen Gewohnheiten haben.

Therapie

Die Therapie der arteriellen Hypertonie erfolgt zumeist medikamentös. Dabei haben sich verschiedene Kombinationen aus β-Blockern, ACE-Hemmern und Kalzium-Antagonisten bewährt. Dadurch bleiben die Medikamenten-Nebenwirkungen gering und der Effekt erhöht sich, weil verschiedene Mechanismen, die für den Blutdruck verantwortlich sind, mit geringer Dosis angesprochen werden. Wenn Betroffene als Folge der Hypertonie bereits unter Ödemen leiden, leisten ergänzende Diuretika gute Dienste. Im Falle einer hypertensiven Krise verschafft Nitroglycerin Abhilfe.

Sollten sich jedoch hypertensive Krisen häufen, so muss in jedem Falle eine konservative Therapie eingeleitet werden, um Komplikationen zu vermeiden. Hierbei steht die Ursachenbehandlung im Fokus. Nach einer ausführlichen Gesundheitsberatung beim Hausarzt oder in speziellen Hypertonie-Zentren können Betroffene daran arbeiten, ihr Gewicht zu reduzieren, salz- und fettarmer zu essen und tägliche Bewegung in ihr Leben zu integrieren. Auch eine Nikotinentwöhnung trägt zu einer positiven Prognose bei.

Vorbeugung

Die arterielle Hypertonie kann vorgebeugt werden. So steht ein gesunder Lebenswandel, in dem eine ausgewogene Ernährung, angepasste Bewegung und Stressreduktion Platz finden, an oberster Stelle bei der Prävention.

Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel kann einen Besuch beim Arzt nicht ersetzen. Er enthält nur allgemeine Hinweise und darf daher keinesfalls zu einer Selbstdiagnose oder Selbstbehandlung herangezogen werden.

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