Gesundheitslexikon Gesundheitslexikon

Gesundheitslexikon: Arsen

Arsen – das tödliche Gift in der Medizin

Arsen ist der breiten Masse vor allem als Mordgift bekannt. Das Gift kommt jedoch nicht in reiner Form vor, sondern in Verbindungen und trägt die eigentliche Bezeichnung Arsenik oder auch Arsentrioxid. Symptome einer Vergiftung mit Arsenik sind Übelkeit, Erbrechen, Krämpfe, innere Blutungen, Durchfall und Koliken. Auch Nieren- und Kreislaufversagen kann die Folge sein. Bei schweren Vergiftungen kommt es zum Koma und schließlich zum Tod. Die tödliche Dosis liegt bei 60 bis 170 Milligramm. Arsenik gilt darüber hinaus als krebserregend, da es das Erbgut verändert. Es ist im Urin nachweisbar. Eine akute Vergiftung kann mittels Aktivkohle oder schwefelhaltigen Komplexbildnern behandelt werden. Diese binden das Arsenik und führen zur Ausscheidung aus dem Körper. Voraussetzung ist jedoch das rechtzeitige Erkennen der Vergiftung.

Vorkommen und Gewinnung

Arsen fällt in größeren Mengen hauptsächlich bei der Gewinnung von Gold, Kupfer, Blei und Cobalt an. Es ist als Mineral klassifiziert. In geringen Konzentrationen kommt es weltweit überall im Boden vor. In Deutschland liegen die größten Fundorte im Schwarzwald, Odenwald, Spessart und dem Oberpfälzer Wald. In den Silberlagerstätten am Hunsrück, im Westerzgebirge und im Thüringer Wald gibt es ebenfalls Vorkommen.

Arsen ist auch in Meerestieren wie Garnelen und Muscheln enthalten. Hier gilt es als ungiftig, was vermutlich durch die dort vorliegenden Verbindungen begründet ist.

Bedeutung in der Medizin

Weniger bekannt hingegen ist die Wirksamkeit von Arsen als Medikament und Spurenelement. Bereits in der Antike wurde Arsen jedoch als Heilmittel verwendet.

Anwendungsgebiete in der Medizin der Gegenwart

Arsenhaltige Medikamente kommen heute noch zum Einsatz. In Afrika waren sie maßgeblich an der Eindämmung der Schlafkrankheit beteiligt, da Arsen die Erreger abtötet. Ebenso erfolgreich ist Arsen im Einsatz gegen Syphilis. Bei der Behandlung von APL (Akute Promyelozyten-Leukämie) macht sich die Medizin die Eigenschaft zunutze, dass Arsen offenbar die gestörte Funktionsweise des Knochenmarks regulieren kann. Hier bedarf es jedoch noch weiterer Forschung.

In der chinesischen Medizin ist vielen Präparaten als Wirkstoff Arsen beigefügt. In der Homöopathie werden arsenhaltige Globuli beispielsweise eingesetzt bei Hautausschlag, Heuschnupfen, Schnupfen, Erschöpfung, Gürtelrose, Ängsten, Durchfall, vermindertem Appetit, Übelkeit und Erbrechen, Lippenherpes, Schlafstörungen, Ruhelosigkeit, Verbrennungen und Magenverstimmungen. Da die Homöopathie auf starker Potenzierung (Verdünnung des Wirkstoffes) beruht, sollen selbst Schwangere bei Übelkeit mit arsenhaltigen Globuli behandelt werden können.

Dosierung und Bedarf

Der tägliche Bedarf an Arsen wird zwischen 5 und 50 Mikrogramm pro Tag angesetzt. Jedoch ist die tatsächliche Notwendigkeit für den Körper bislang nicht endgültig geklärt. Mangelerscheinungen konnten bisher nur bei Tieren nachgewiesen werden. Eine Dosis bis zu einem Milligramm gilt als unbedenklich.

Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel enthält nur allgemeine Informationen und Hinweise über Arzneimittel, hat jedoch keinen Anspruch auf Vollständigkeit und ersetzt daher nicht die Beratung durch einen Arzt oder Apotheker. Da die Medizin sich ständig weiterentwickelt, sollten Sie immer die aktuelle Gebrauchsinformation zu Ihrem Arzneimittel sorgfältig durchlesen und Ihren Arzt oder Apotheker zurate ziehen.

Anzeige