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Gesundheitslexikon: Approbation

Approbation – die Zulassung zur Ausübung eines Heilberufes

Die Approbation ist in Deutschland eine Zulassung zur Ausübung eines akademischen Heilberufes. Sie ist nicht automatisch an eine sozialrechtliche Kassenzulassung gebunden, die die Zulassung zur Teilnahme an der vertragsärztlichen Versorgung sicherstellt.

Wer einer Approbation bedarf

Wer in Deutschland einen der akademischen Heilberufe ausüben möchte, bedarf entweder der deutschen Approbation oder einer Erlaubnis, die eine vorübergehende Ausübung des gewünschten Heilberufes gewährt. Diese Rahmenbedingungen gelten seit dem 1. April 2012 für alle Absolventen bestimmter Studiengänge unabhängig von der Staatsangehörigkeit und unter der Voraussetzung, dass eine deutsche, eine EU-konforme Ausbildung oder eine gleichwertige Ausbildung nachgewiesen werden. Die Zulassung zur Ausübung eines akademischen Heilberufes müssen Ärzte, Zahnärzte, Tierärzte sowie Apotheker, Psychotherapeuten und Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten beantragen.

Rechtliche Rahmenbedingungen für die Erteilung der Approbation

Gesetzliche Grundlage für die Zulassung zur Ausübung eines akademischen Heilberufes sind die Approbationsverordnungen, die vom Bundesgesundheitsministerium auf der Grundlage der entsprechenden Bundesgesetze erlassen worden sind. Sie regeln auf Bundesebene die Ausbildung für den jeweiligen Heilberuf, wozu unter anderem der Ablauf und die Pflichtinhalte des jeweiligen Studiums gehören.

Die Antragstellung als Voraussetzung für die Erteilung

Die Erteilung der Zulassung ist an bestimmte Voraussetzungen geknüpft. Dazu gehören unter anderem ein erfolgreicher Abschluss der akademischen Ausbildung, die gesundheitliche Eignung zur Berufsausübung und deutsche Sprachkenntnisse. Außerdem darf sich der Antragsteller keines Verhaltens schuldig gemacht haben, aus dem Unzuverlässigkeit oder Unwürdigkeit für die Ausübung des Berufes abgeleitet werden können. Sind diese Voraussetzungen erfüllt, haben deutsche Staatsangehörige und EU-Bürger einen Anspruch auf die Erteilung der Zulassung.

Die Zuständigkeit für ihre Erteilung

Die Zulassung zur Ausübung eines akademischen Heilberufs wird auf Antrag erteilt. Der Antrag muss bei der zuständigen Behörde des jeweiligen Bundeslandes eingereicht werden, in dem die Prüfung bestanden wurde. Ist Zulassungsvoraussetzung ein im Ausland erworbener Studienabschluss, erfolgen die Antragstellung sowie die Zulassung in dem Bundesland, in dem der Heilberuf zukünftig ausgeübt werden soll. Der frühestmögliche Termin für die Antragstellung ist zwei Wochen vor dem letzten Prüfungstermin. Wer umgekehrt mit einer deutschen Zulassungserlaubnis im außereuropäischen Ausland einen Heilberuf ausüben möchte, benötigt darüber hinaus eine sogenannte Unbedenklichkeitsbescheinigung, die auch ‚Certificate of good standing‘ genannt wird.

Entzug oder Ruhen der Approbation

Ebenso wie die Zulassung zu einem Heilberuf erteilt wird, kann sie auch wieder entzogen werden. Liegen die Voraussetzungen für die Erteilung nicht vor, kann sie wieder zurückgenommen werden. Sie kann zudem widerrufen werden, wenn die Erteilungsvoraussetzungen nachträglich wegfallen. Auf behördliche Anordnung kann eine erteilte Zulassung ebenfalls unter bestimmten Voraussetzungen ruhen, nämlich dann, wenn der Approbationsinhaber aufgrund seines Gesundheitszustandes für die Ausübung des Heilberufes nicht geeignet ist, zum Beispiel bei einer Suchterkrankung oder wenn er aufgrund einer körperlichen oder geistigen Schwäche zur Berufsausübung nicht in der Lage ist. Die Zweifel an der gesundheitlichen Eignung werden bestätigt, wenn der Approbationsinhaber nicht bereit ist, sich einer Untersuchung durch einen Facharzt oder Amtsarzt zu unterziehen. Ruhen kann die Zulassung auch, wenn der Approbationsinhaber nicht über die erforderlichen deutschen Sprachkenntnisse verfügt oder wenn er einer Straftat verdächtigt wird. Dann sind seine Zuverlässigkeit und seine Würdigkeit für die Ausübung des Heilberufes in Frage gestellt, was im Falle einer Verurteilung auch zum Entzug der Zulassung führen kann.

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