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Gesundheitslexikon: Aorta

Die Aorta – Blutkanal zwischen Herz und Körper

Die Aorta ist als Hauptschlagader die größte Arterie. Sie bildet sich bereits in einem sehr frühen embryonalen Stadium heraus und ist für die Blutweitergabe vom Herzen aus verantwortlich.

Was ist die Aorta?

Die Aorta ist die zentrale Arterie innerhalb des Körpers. Sie geht vom Herzen ab und verteilt das mit Sauerstoff angereicherte Blut. Sie wird auch Hauptschlagader oder große Körperschlagader genannt. Sie entspringt der linken Herzkammer, ist bis zu 40 Zentimeter lang und verfügt über einen Durchmesser von rund drei Zentimetern. Beginnend zwischen den beiden Schlüsselbeinen im oberen Brustkorb verläuft sie gekrümmt um das Herz herum und mündet tief im Bauchraum. Dort teilt sie sich mehrfach und verzweigt sich in die linke und rechte Beckenhälfte.

Wie ist die Aorta aufgebaut?

Die Aorta wird in mehrere Bereiche eingeteilt. Der aufsteigende Teil wird ‚Aorta ascendens‘ genannt. Sie führt senkrecht vom Herzen hoch und wird durch die Aortenklappe unterbrochen. Aus dem bauchigen Teil dieses Bereiches entspringen die Herzkranzgefäße zur Versorgung des Herzens. Vom Aortenbogen gehen die Schlagadern ab und versorgen den Kopf und die Arme. Die ‚Aorta descendens‘ beschreibt den absteigenden Teil, der sich bis ins Becken hinab zieht. Von hier aus gehen die beiden großen Beckenarterien ab. Die Aorta descendens wiederum wird in die Brustaorta, die Nierenarterien sowie die Bauchaorta unterhalb der Nierenarterien unterschieden. Von diesen drei Abschnitten gehen weitere Gefäße ab, die die umliegenden Organe und Nerven versorgen. Die beiden Beckenschlagadern liefern frisches Blut in die Beine.

Welche Funktionsweisen hat die Aorta?

Die Aorta ist nicht nur sehr verästelt aufgebaut, um den gesamten Körper zuverlässig mit Blut zu versorgen, sondern ihre Gefäße sind auch extrem elastisch. Diese Elastizität ist notwendig, um innerhalb des Blutstroms einen kontinuierlich gleichen Druck zu halten. Dafür schließt sich eine feste Bindegewebsschicht um die Außenhaut der Aorta. Sensible Drucksensoren an den Innenwänden reagieren auf den Blutstrom und signalisieren den Muskelfasern die Einstellung des Blutdurchflusses. Diesen Vorgang nennt man ‚Windkesselfunktion‘.

Wie kann die Aorta untersucht werden?

Das tiefe und gleichmäßige Schlagen der Aorta ist bereits mittels Tastuntersuchung zu fühlen. Auch mit dem Ultraschallgerät oder mittels Echokardiografie kann die rhythmische Kontraktion der Aorta überprüft werden. Durch die Computertomografie (CT) oder Magnetresonanztomografie (MRT) kann zudem der Druckausgleich der Gefäßwände untersucht werden. Eine Herzkatheteruntersuchung gibt als minimalinvasive Überprüfung einen direkten Einblick in das Innenleben der Hauptschlagader und gilt daher als sicherste Untersuchungsmethode.

Welche Krankheiten können die Aorta betreffen?

Die bekannteste Erkrankung der Aorta ist die Gefäßverkalkung, auch Arteriosklerose genannt. Hierbei handelt es sich um Ablagerungen von Thromben, Blutfetten oder Bindegewebsstücken an den Innenwänden der Arterien. Solche Ablagerungen treten auch an der Aorta auf und können lebensbedrohliche werden. Gefürchtet ist auch das Aortenaneurysma, das infolge der nachlassenden Elastizität meist bei älteren Patienten tief im Bauchraum auftritt. Eine Aortenisthmusstenose wiederum entsteht im Bereich des Aortenbogens. Hierbei handelt es sich um eine Gefäßfehlbildung, die zu einer Einengung der Aorta führt. Bei Unfällen kommt es häufig zu einem irreparablen Riss der Aorta, der sogenannten Ruptur.

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