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Gesundheitslexikon: Antihistaminika

Antihistaminika gegen Allergien

Antihistaminika können die Wirkung des Botenstoffs Histamin mildern oder aufheben. Sie werden zur symptomatischen Behandlung von Heuschnupfen, allergischen Hauterkrankungen, Schlafstörungen, Erbrechen oder Übelkeit genutzt. Da die Arzneimittel sich an die Histamin-Rezeptoren binden, werden sie auch Histamin-Rezeptorantagonisten oder Histamin-Rezeptorblocker genannt.

Welche Histamin-Rezeptorantagonisten gibt es?

Die ersten Antihistaminika wurden um 1930 entwickelt. Seitdem wurden die Arzneistoffe stetig verbessert, sodass es mittlerweile H1-Antihistaminika, H2-Antihistaminika, H3-Antihistaminika und H4-Antihistaminika gibt. Die H1-Antihistaminika lassen sich zusätzlich in Mittel der ersten, zweiten und dritten Generation unterteilen.

Wie wirken die Histamin-Rezeptorblocker?

Histamin ist ein lebensnotwendiger Botenstoff, der verschiedene Aufgaben im Körper erfüllt. Wenn der Stoff jedoch in unverhältnismäßig hohen Mengen, beispielsweise bei einer Allergie, freigesetzt wird, können zahlreiche unangenehme bis lebensbedrohliche Beschwerden entstehen. Dazu gehören unter anderem Kopfschmerzen, Herzrasen, Schwindel, Übelkeit, Hautausschlag, Juckreiz, Schwellungen, Bauchkrämpfe, Blähungen, Durchfall und Gelenkschmerzen. Antihistaminika sind Antagonisten des Histamins. Sie binden sich an die Histamin-Rezeptoren und blockieren den Rezeptorplatz. Zwar wird weiterhin Histamin freigesetzt, da die Bindestellen jedoch durch die Antihistaminika belegt sind, kann der Botenstoff nicht mehr andocken. Die histamininduzierten Reaktionen des Körpers wie Niesen, Juckreiz oder Bauchschmerz werden dadurch stark vermindert. Antihistaminika wirken somit gefäßabdichtend, Juckreiz lindernd und krampflösend. Ferner hemmen sie die Produktion von Magensäure.

Wie unterscheiden sich die einzelnen Blocker?

Zu den wichtigsten Anwendungsgebieten der H1-Blocker gehören allergische Beschwerden wie Juckreiz, Bindehautentzündungen, Schnupfen oder Hautrötungen. H1-Antihistaminika der ersten Generation hemmen auch die Wirkung des Histamins im Zentralnervensystem. Sie können deshalb Erbrechen oder Schlafstörungen lindern. Allerdings können die H1-Blocker der ersten Generation auch sedierend wirken. Bei den H1-Blockern der zweiten und dritten Generation ist dies nicht der Fall.

H2-Antihistaminika blockieren die H2-Rezeptoren. Diese finden sich vor allem im Bereich des Herzens, in den Arterien und in der Magenschleimhaut. Somit hemmen die H2-Blocker die Produktion der Magensäure. Sie werden deshalb zur Therapie von Schleimhautgeschwüren im Magen und im Dünndarm verwendet. Ebenso kommen sie zum Schutz des Magens begleitend bei der Langzeittherapie mit magenreizenden Schmerzmitteln zum Einsatz.

Wie der Name es vermuten lässt, docken H3-Antihistaminika an den H3-Rezeptor an. Derzeit werden H3-Blocker hauptsächlich bei Schwindelanfällen eingesetzt. Die aktuelle Forschung beschäftigt sich mit der Frage, ob H3-Blocker auch zur Behandlung von ADHS, Narkolepsie und Alzheimer geeignet sind.

H4-Antihistaminika gelten als potenziell antientzündlich, da H4-Rezeptoren eine Rolle bei verschiedenen Entzündungs- und Immunprozessen spielen.

Welche Darreichungsformen gibt es?

Antihistaminika sind in Form von Augentropfen, Nasensprays, Tropfen zur inneren Einnahme, Tabletten und Salben erhältlich.

Welche Nebenwirkungen können auftreten?

H1-Rezeptorenblocker der ersten Generation können die Blut-Hirn-Schranke passieren und somit die Nervenzellen des Gehirns erreichen. Dort wirken sie dämpfend, beruhigend und machen schläfrig. Aufgrund dieser Nebenwirkungen werden diese H1-Rezeptorenblocker nur noch selten oral verabreicht. Die Vertreter der zweiten Generation wirken sich hingegen auf die Nervenzellen kaum aus. Nebenwirkungen treten eher selten auf. Mögliche Reaktionen sind Haarausfall, Mundtrockenheit, Magen-Darm-Beschwerden und Kopfschmerzen. H2-, H3 und H4-Blocker können ähnliche unerwünschte Arzneimittelwirkungen haben.

Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel enthält nur allgemeine Informationen und Hinweise über Arzneimittel, hat jedoch keinen Anspruch auf Vollständigkeit und ersetzt daher nicht die Beratung durch einen Arzt oder Apotheker. Da die Medizin sich ständig weiterentwickelt, sollten Sie immer die aktuelle Gebrauchsinformation zu Ihrem Arzneimittel sorgfältig durchlesen und Ihren Arzt oder Apotheker zurate ziehen.

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