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Gesundheitslexikon: Analthrombose

Analthrombose: unangenehm, aber ungefährlich

Fällt der Begriff ‚Thrombose‘, so denken die meisten Menschen an Blutgerinnsel in den tiefen Beinvenen. Mit diesen Gerinnseln wiederum werden lebensbedrohliche Folgen wie Schlaganfälle oder Lungenembolien assoziiert. Anders als die Beinvenenthrombose ist die weit weniger bekannte Perianalthrombose – kurz: Analthrombose – jedoch vollkommen ungefährlich. Meist bilden sich die mit der Erkrankung einhergehenden Schwellungen im Afterbereich innerhalb kurzer Zeit von selbst wieder zurück.

Was ist eine Analthrombose?

Durch ein oder mehrere Blutgerinnsel in den oberflächlichen Venen entsteht im Bereich des Afters nahe dem Analkanal ein Blutstau. Die daraus resultierende Schwellung als sichtbarer Indikator für eine Analthrombose kann erbsen- bis pflaumengroß werden. Aufgrund des geringen Bekanntheitsgrads der Erkrankung und der auf den ersten Blick recht großen optischen Übereinstimmung wird sie häufig mit Hämorrhoiden verwechselt, was die umgangssprachliche Bezeichnung ‚unechte Hämorrhoiden‘ erklärt. Anders als Hämorrhoiden befinden sich Analthrombosen jedoch außerhalb des Analkanals.

Risikofaktoren

Die Ursachen für einen Blutstau im Afterbereich können vielfältig sein. Um ihm vorzubeugen, gilt es, eine Reihe von Risikofaktoren zu berücksichtigen, deren Relevanz für die Entstehung von Analthrombosen jedoch teilweise umstritten ist. Hierzu gehören das Sitzen auf kaltem Untergrund, Stress, Alkohol, Kaffee und bestimmte Gewürze, die ausgiebige Nassreinigung des Afters sowie die Zeit der weiblichen Periode. Generell erhöht auch ein kontinuierlicher Druck auf Beckenboden und Schließmuskel das Risiko eines Blutstaus, etwa während einer Schwangerschaft und Geburt, durch Verstopfung oder anhaltenden Durchfall sowie durch langes Sitzen.

Symptome

Am Afterrand bilden sich eine oder mehrere Schwellungen bläulich-rötlicher Färbung und möglicherweise blutiger Auflagerung. Überdies sind eitrig-nässende Entzündungen möglich. Neben einem unangenehmen Juckreiz sowie einem starken Druckgefühl, das sich bis hin zu starken Schmerzen steigern kann, besteht auch die Möglichkeit, dass sich der Thrombus öffnet. Dies wird meist durch mechanische Einwirkung wie etwa die Benutzung von Toilettenpapier hervorgerufen, kann jedoch auch spontan geschehen. Als Folge entleeren sich Teile des Blutgerinnsels.

Behandlung und mögliche Komplikationen

In vielen Fällen geht die Schwellung innerhalb weniger Tage oder Wochen von selbst zurück; eine Behandlung ist somit nicht notwendig. Sitzbäder mit gerbstoffhaltigen Zusätzen und Salben mit Lokalanästhetika können sich schmerzlindernd und entzündungshemmend auswirken. Zur Nachbehandlung und Verbesserung der Hautelastizität eignen sich Zinkpasten und fetthaltige Salben. Sofern starke Schmerzen auftreten, kann die Analthrombose bei lokaler Betäubung geöffnet werden, um die Blutgerinnsel herauszudrücken. Der Eingriff ist risikoarm und zumeist verläuft auch die anschließende Heilung schnell und komplikationslos. In seltenen Fällen können so genannte ‚Marisken‘, auch bekannt als Analfalten, entstehen. Die weichen Häutchen im Afterbereich werden zwar in vielen Fällen als unästhetisch empfunden, eine medizinisch begründete Entfernung erfolgt jedoch nur dann, wenn sie die Analhygiene erschweren.

Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel kann einen Besuch beim Arzt nicht ersetzen. Er enthält nur allgemeine Hinweise und darf daher keinesfalls zu einer Selbstdiagnose oder Selbstbehandlung herangezogen werden.

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