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Gesundheitslexikon: Analfissur (Afterriss)

Analfissur: So erkennen und behandeln Sie einen Afterriss

Die Analfissur zählt neben den Hämorrhoiden zu den häufigsten Erkrankungen im Bereich des Enddarms. Die Schleimhaut im drei bis sechs Zentimeter langen Analkanal ist sehr empfindlich. Bei einer Analfissur reißt die Haut ein und bildet ein längliches Geschwür aus. Der Einriss ist meist einen halben bis einen Zentimeter lang. Die Folge sind starke, oft brennende Schmerzen beim Stuhlgang. Unterschieden wird zwischen akuten und chronischen Afterrissen. Von der Analfissur betroffen sind Menschen jeden Alters, wobei die Erkrankung zwischen dem 30. und 40. Lebensjahr besonders häufig auftritt. Männer sind in der Regel etwas öfter betroffen als Frauen.

Ursachen

Mediziner und Forscher haben bislang keine endgültige Erklärung für das Auftreten von Afterrissen. Die Ernährung und der damit verbundene Stuhl spielen aber auf jeden Fall eine Rolle. Bei hartem Stuhlgang, aber auch bei Durchfall oder breiigem Stuhl kann das empfindliche Gewebe verletzt werden. Zudem kann starkes Pressen Verletzungen im Bereich des Enddarms begünstigen. Weitere Ursachen können Hämorrhoiden, Infektionen oder Krankheiten wie Morbus Crohn sein.

Symptome

Patienten, die an einer Analfissur leiden, berichten von starken, stechenden oder schneidenden Schmerzen während des Stuhlgangs. Diese können auch noch Stunden danach anhalten. In vielen Fällen tritt mit dem Stuhl Blut aus, der After kann jucken oder brennen. Oftmals sind die Schmerzen so stark, dass sich der Erkrankte vor dem nächsten Stuhlgang fürchtet und deswegen zu Abführmitteln greift. Diese führen allerdings zu einem häufigeren Toilettengang und damit zu einer zusätzlichen Reizung des Enddarms.

Bei der chronischen Analfissur treten die Beschwerden schubweise auf, der Riss kann unter Umständen stark nässen.

Diagnose

Die erste Wahl bei Verdacht auf einen Afterriss ist der Proktologe, der eine ausführliche Untersuchung durchführt. Oftmals zeigen sich schon im äußeren Analbereich erste Anzeichen, denn der Großteil der Analfissuren verläuft in Längsrichtung zum Steißbein hin. Zudem wird häufig eine Spiegelung der Analregion und des unteren Abschnitts des Enddarms durchgeführt, um den Bereich auf narbiges Gewebe und Fisteln zu untersuchen.

Behandlung

Eine akute Analfissur lässt sich gut mit Salben und Zäpfchen behandeln. In den Arzneimitteln sind häufig lokal betäubende Substanzen enthalten, die zur Schmerzlinderung beitragen. Leichte Einrisse heilen oftmals sogar ohne Behandlung aus. Es lohnt zudem, die Verdauung anzuregen. Reichlich Wasser, viel Bewegung und genügend Ballaststoffe können den Stuhlgang positiv beeinflussen.

Im Falle eines chronischen Afterrisses kommen ebenfalls Arzneimittel zum Einsatz. Diese sollen den Schließmuskel entspannen und die Durchblutung fördern. Außerdem kann das als 'Faltenglätter' bekannte Mittel Botulinumtoxin verabreicht werden. Das Mittel, das injiziert wird, entspannt den verkrampften Muskel und sorgt für ein Abklingen der Beschwerden. Die häufig vorkommende Nebenwirkung der Stuhlinkontinenz sowie der hohe Preis sprechen allerdings gegen die Anwendung. In manchen Fällen kann eine Vorpfostenfalte oder vernarbtes Gewebe entstehen. Diese Hautveränderungen werden in der Regel operativ entfernt (Fissurektomie).

Vorbeugung

Eine gesunde und ausgewogene Ernährung mit vielen Ballaststoffen sowie ausreichend Flüssigkeitsaufnahme ist der beste Weg, um einer Analfissur vorzubeugen.

Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel kann einen Besuch beim Arzt nicht ersetzen. Er enthält nur allgemeine Hinweise und darf daher keinesfalls zu einer Selbstdiagnose oder Selbstbehandlung herangezogen werden.

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