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Gesundheitslexikon: Anabolika

Anabolika: Die Kehrseite der Perfektion

Der Begriff 'Anabolika' ist den meisten Menschen aus den Medien bekannt. Er fällt besonders häufig, wenn es um Sportarten geht, bei denen starker Muskelaufbau eine große Rolle spielt – so etwa beim Bodybuilding. Zugunsten ihrer Karriere greifen viele Sportler zu verbotenen Substanzen und erzielen auf diese Weise schneller und vergleichsweise leicht Trainingserfolge.

Leistungssteigerung in ganz unterschiedlichen Bereichen

Im Schatten von Pokalen und Medaillen werden die destruktiven Auswirkungen der Anabolika auf den eigenen Körper gern übersehen. Nicht nur Profis, sondern auch Freizeitsportler schlucken Anabolika, um besser auszusehen, dynamischer und durchsetzungsfähiger zu wirken. Diese Faktoren spielen auch im Berufsleben eine große Rolle: Um in der Leistungsgesellschaft erfolgreich zu bestehen, setzen vor allem junge Männer oft ihre Gesundheit aufs Spiel. Sie unterschätzen die Nebenwirkungen der Substanzen und kämpfen anschließend mit Neben- und Nachwirkungen, die oft nicht nur eine medikamentöse, sondern auch eine psychologische Behandlung erfordern.

Arten und Wirkungsweise von Anabolika

Grundsätzlich lassen sich 'anabole Steroide', 'β2-Sympathomimetika' sowie Wachstumshormone unterscheiden. 'Anabole Steroide' basieren auf dem männlichen Sexualhormon 'Testosteron' oder auf chemisch hergestellten Stoffen, die diesem Hormon in ihrer Wirkungsweise stark ähneln. 'β2-Sympathomimetika' wurden ursprünglich im Rahmen der Asthma-Behandlung entwickelt. Sie verfügen jedoch über eine muskelauf- und zugleich fettabbauende Wirkung, die sie zum beliebten Dopingmittel werden ließen. Wachstumshormone sind für die Regulierung des Zell- und Körperwachstums verantwortlich; im Sport dienen sie dem Muskelaufbau und der Leistungssteigerung. Anabolika haben eine positive Wirkung auf den Aufbaustoffwechsel des Körpers. Insbesondere wird der Aufbau von Eiweiß/Proteinen begünstigt, was bei gleichzeitigem Training wiederum einen beschleunigten Muskelaufbau zur Folge hat. Einige Anabolika beschleunigen auch den Fettabbau, so dass die Gewichtszunahme ausbleibt. Dank verkürzter Regenerationsphasen kann häufiger trainiert und so die Leistung zusätzlich gesteigert werden.

Gesundheitliche Folgen

Im Falle der 'anabolen Steroide' bestehen die typischen Nebenwirkungen vor allem in starken Schädigungen von Herz und Leber, allgemeinen Herz-Kreislauf-Problemen sowie der so genannten 'steroiden Akne', die vornehmlich Gesicht und Rücken befällt. Frauen können unter einer vermehrten Körperbehaarung, Klitoriswachstum, einer tieferen Stimmlage sowie Änderungen im Menstruationszyklus leiden. 'β2-Sympathomimetika' können zu Muskelkrämpfen und -zittern und Kopfschmerzen führen und ebenfalls Herz-Kreislauf-Probleme verursachen. Wachstumshormone erhöhen das Krebsrisiko und können 'Diabetes Typ 2' auslösen. Weitere Anabolika-Nebenwirkungen sind Erektionsstörungen und Impotenz, Schwindel, Bluthochdruck, Gefäßverkalkung, Leber- und Nierenversagen sowie die Gefahr eines Schlaganfalls. Zu den möglichen psychischen Folgen des Konsums zählen unter anderem eine negative Beeinträchtigung des Sozialverhaltens (Aggressivität), Depressionen und vereinzelt auch Psychosen.

Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel enthält nur allgemeine Informationen und Hinweise über Anabolika, hat jedoch keinen Anspruch auf Vollständigkeit und ersetzt daher nicht die Beratung durch einen Arzt oder Apotheker. Da die Medizin sich ständig weiterentwickelt, sollten Sie immer die aktuelle Gebrauchsinformation zu Ihrem Arzneimittel sorgfältig durchlesen und Ihren Arzt oder Apotheker zurate ziehen.

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