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Gesundheitslexikon: Amoxicillin

Amoxicillin - das Breitbandantibiotikum aus der Penicillin-Familie

Bei Amoxicillin handelt es sich um ein Antibiotikum aus der Gruppe der Penicilline, das zur Behandlung verschiedener bakterieller Infektionen verwendet wird. In erster Linie werden mit dem Antibiotikum Infektionen im HNO-Bereich, im Magen-Darm-Trakt oder in den Harn- und Gallenwegen behandelt. Die Dosierung des Arzneimittels erfolgt nach dem Gewicht des Patienten und nach dem Ort der Entzündung. Das Medikament ist in der Regel gut verträglich, Nebenwirkungen sind aber wie bei allen Arzneimitteln möglich. Von einer Anwendung während der Schwangerschaft wird abgeraten.

Wirkung

Amoxicillin hindert Bakterien daran, eine schützende Außenhülle zu bilden. Das Arzneimittel bindet sich an das aktive Zentrum des bakteriellen Enzyms und löst infolge die Zellwand auf. Durch den fehlenden Schutz sterben die Keime schon nach kurzer Zeit ab.

Das Arzneimittel wird meist oral verabreicht. Das säurestabile Antibiotikum gelangt dann über den Magen-Darm-Trakt in den Organismus. Manchmal wird der Wirkstoff auch injiziert oder intravenös verabreicht, dies ist vor allem bei schweren Infektionskrankheiten der Fall.

Amoxicillin kommt in verschiedenen Präparaten vor und wird von Apotheken ausgegeben. Das Arzneimittel wird in Dosierungen von 250, 500, 750 oder 1.000 Milligramm angeboten. Über die Dosierung und die Dauer der Einnahme entscheidet der behandelnde Arzt. In der Regel wird Amoxicillin für sieben bis zehn Tage, zwei- bis dreimal täglich, eingenommen. Medikamente mit Amoxicillin sind in der Regel gut verträglich. Der Wirkstoff wird rasch aus dem Darm in den Körper aufgenommen und schont so die Darmflora.

Anwendungsgebiete

Das Arzneimittel wird zur Behandlung von akuten und chronischen Infektionen, verursacht durch Bakterien, eingesetzt. Angewendet wird das Medikament aber natürlich nur dann, wenn die Infektionsauslöser gegen Amoxicillin empfindlich sind.

In vielen Fällen wird der Wirkstoff gegen Erkrankungen im Hals-Nasen-Ohren-Bereich verwendet. Mittelohrentzündung, Mandelentzündung oder Nasennebenhöhlenentzündung sind typische Anwendungsgebiete. Mit Amoxicillin werden zudem bakterielle Augeninfektionen, Hirnhautentzündungen oder Infektionen im Bereich der oberen und unteren Atemwege (etwa Lungenentzündung oder Keuchhusten) behandelt. Häufig kommt Amoxicillin auch bei Infektionen der Gallen- und Harnwege, im Magen-Darm-Trakt oder bei Geschlechtskrankheiten wie Gonorrhöe zum Einsatz. Weitere mögliche Anwendungsgebiete sind Blutvergiftungen, Infektionen der Haut oder Weichteile, Entzündungen der Knochen oder des Knochenmarks.

Wichtige Hinweise

Obwohl Amoxicillin als gut verträglich gilt, können Nebenwirkungen auftreten. Häufig betreffen diese den Magen-Darm-Trakt. Infolge der Einnahme können Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, Blähungen oder Appetitlosigkeit vorkommen. Bei anhaltendem Durchfall sollte umgehend ein Arzt aufgesucht werden. Eventuell leidet der Patient dann an einer Darmentzündung, ausgelöst durch Amoxicillin. Bekannte Nebenwirkungen sind zudem Hautausschläge, Juckreiz, Mundtrockenheit oder Fieber. Manchmal berichten Patienten von Kehlkopfschwellungen, Nierenentzündungen oder Angioödemen. Nur selten werden starke Hautausschläge, Wassereinlagerungen oder die Schälrötelsucht beobachtet.

Zudem sind Wechselwirkungen bekannt. So darf Amoxicillin bei Leber- oder Nierenfunktionsstörungen nur sehr niedrig dosiert werden. Während der Einnahme müssen das Blutbild und die Organfunktion regelmäßig überprüft werden. Wird Amoxicillin von Frauen eingenommen, die mit der Anti-Baby-Pille verhüten, kann es zu einer verminderten Wirksamkeit des Verhütungsmittels kommen.

Während der Schwangerschaft und in der Stillzeit soll das Präparat nur auf ausdrückliche Empfehlung des Arztes eingenommen werden.

Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel enthält nur allgemeine Informationen und Hinweise über Arzneimittel, hat jedoch keinen Anspruch auf Vollständigkeit und ersetzt daher nicht die Beratung durch einen Arzt oder Apotheker. Da die Medizin sich ständig weiterentwickelt, sollten Sie immer die aktuelle Gebrauchsinformation zu Ihrem Arzneimittel sorgfältig durchlesen und Ihren Arzt oder Apotheker zurate ziehen.

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