Gesundheitslexikon Gesundheitslexikon

Gesundheitslexikon: Amitriptylin

Amitriptylin: ein Heilmittel gegen Depressionen?

Depressionen gehören zu den meist verbreiteten psychischen Erkrankungen. Millionen von Bundesbürgern sind davon betroffen. Während die Umwelt häufig den Leidensdruck der Betroffenen nicht begreift und diese mit Ratschlägen wie „Reiß dich mal zusammen“ abfertigt, handelt es sich bei Depressionen jedoch um eine schwere Erkrankung, die den Patienten eine Verhaltensänderung nicht ohne Weiteres möglich macht. Amitriptylin gehörte dabei lange zu den meist verordneten Antidepressiva, um diese psychischen Störung zu behandeln. Wie bei allen Psychopharmaka können jedoch Nebenwirkungen auftreten.

Was ist Amitriptylin?

Amitriptylin gehört wie Trimipramin und Doxepin zur Gruppe der sogenannten trizyklischen Antidepressiva. Zudem ist es ein Mittel der Wahl bei Migräne und anderen Schmerzerkrankungen. Es ist seit 1962 auf dem Markt und war das erste Antidepressivum überhaupt. Mittlerweile werden aber zur Bekämpfung von Depressionen vorzugsweise sogenannte SSRI verordnet, Serotonin-Wiederaufnahme-Hemmer, die die Konzentration des ‚Glückshormons‘ Serotonin in den Synapsen regeln. Amitriptylin steht auf der Rangliste der verordneten Antidepressiva jedoch immer noch an vierter Stelle.

Wirkung

Amitriptylin soll stimmungsaufhellend, Angst lösend, Schlaf anstoßend und beruhigend wirken. Deswegen wird es vorzugsweise verordnet, wenn Depressionen mit Angst und Unruhezuständen einhergehen. Die sedierende Wirkung setzt kurz nach der Einnahme ein. Eine Stimmungsaufhellung tritt jedoch erst nach einigen Wochen ein, sollte der Wirkstoff anschlagen. Zudem bekämpft es Schmerzzustände, insbesondere bestimmte Arten von Kopfschmerzen.

Anwendungsgebiete

Amitriptylin ist ein verschreibungspflichtiges Medikament, das nur von einem Psychiater nach einer umfassenden Anamnese angeordnet werden sollte. Fachleute setzen es gegen alle Formen von Depressionen ein, als Vorbeugung gegen Migräne-Attacken, Cluster-Kopfschmerzen, manchmal auch als Schlafmittel bei Schlafstörungen. Ob der Wirkstoff geeignet ist, kann nur ein Fachmann entscheiden. Zudem ist es wie bei allen Psychopharmaka Fakt, dass häufig erst über einige Wochen getestet werden muss, ob das Medikament anschlägt und das richtige für die Behandlung ist. Eventuell muss ein anderer Wirkstoff angeordnet werden, da alle Psychopharmaka individuell verschieden anschlagen.

Wichtige Hinweise

Da es sich um ein verschreibungspflichtiges Psychopharmakon handelt, sollte Amitriptylin genau nach Anweisung des Arztes eingenommen werden. Eine Wirkung setzt nur nach längerer Einnahme ein, da sich ein Spiegel im Blut aufbauen muss. Des Weiteren sind Nebenwirkungen wie Gewichtszunahme, Müdigkeit, Benommenheit, Kopfschmerzen, Zittern, niedriger Blutdruck und Kreislaufstörungen möglich. Wie bei anderen Antidepressiva auch, ist es denkbar, dass zu Beginn der Einnahme vermehrt suizidale Gedanken auftauchen. Deswegen sollten gefährdete Patienten engmaschig überwacht werden. Mit Dauer der Einnahme verschwinden Selbstmordgedanken jedoch in der Regel wieder. Auch andere Nebenwirkungen sollten mit der Zeit nachlassen. Ist dies nicht der Fall, muss der Arzt die Vor- und Nachteile der individuellen Wirkungsweise des Medikaments abwägen.

Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel enthält nur allgemeine Informationen und Hinweise über Arzneimittel, hat jedoch keinen Anspruch auf Vollständigkeit und ersetzt daher nicht die Beratung durch einen Arzt oder Apotheker. Da die Medizin sich ständig weiterentwickelt, sollten Sie immer die aktuelle Gebrauchsinformation zu Ihrem Arzneimittel sorgfältig durchlesen und Ihren Arzt oder Apotheker zurate ziehen.

Anzeige