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Gesundheitslexikon: Ameisensäure

Was ist Ameisensäure?

Ameisensäure – mit wissenschaftlichen Namen Methansäure – ist die einfachste Carbonsäure. Diese organische Säure nimmt unter den Carbonsäuren eine Sonderstellung ein, da sie sowohl saure Eigenschaften als auch eine Aldehydfunktion besitzt. Aufgrund dieser speziellen strukturellen Ausrichtung kann sie oxidiert werden, das heißt, sie entzieht anderen Stoffen Sauerstoff und wirkt reduzierend. Bei der Oxidation reagiert die Ameisensäure zu den Verbindungen Kohlenstoffdioxid und Wasser.

Ameisensäure ist eine stechend riechende Flüssigkeit bei Zimmertemperatur, die unter anderem in den Giftdrüsen von Ameisen, in Brennnesseln und in den Nesselkapseln der Hohltiere vorkommt. Ihre Salze heißen Formiate. Die biologisch leicht abbaubare Ameisensäure spielt bei Stoffwechselvorgängen im Körper eine Rolle. Sie lässt sich beispielsweise im Blut und im Harn nachweisen.

Verwendung von Ameisensäure

Schon seit Jahrtausenden versuchen die Menschen, Krankheiten mit Giften zu heilen. Ein bekanntes Beispiel für den Einsatz im medizinischen Bereich ist das Bienengift. Man findet auch Überlieferungen aus antiken Zeiten, in denen die Ameisensäure als Mittel (in Kombination mit anderen) zur Heilung erwähnt wird. Heutzutage wird Ameisensäure vielfältig industriell genutzt. Sie findet beispielsweise Verwendung in der Kunststoffindustrie, als Beizmittel in der Färberei, in der Gerberei und als Konservierungsmittel. Im Haushalt dient sie zum Entkalken. Auch als Hausmittel findet Ameisensäure Anwendung, nämlich bei der Behandlung von Warzen. In der klassischen Medizin wird ihr als Heilmittel sonst wenig Bedeutung beigemessen, jedoch sehen Alternativmediziner Einsatzmöglichkeiten.

Einsatz von Ameisensäure als Heilmittel in der Homöopathie

Gemäß der Ähnlichkeitsregel, einer Grundregel der Homöopathie, gilt die Säure als Heilmittel für vielerlei Beschwerden. Das Prinzip, das besagt, Ähnliches soll mit Ähnlichem geheilt werden, steht allerdings im krassen Widerspruch zur Schulmedizin. Letztere versucht mit Gegenmitteln zur Gesundung beizutragen. Da Ameisensäure reizend wirkt, wird sie als Reizmittel eingesetzt. Sie soll bei Ekzemen, Allergien, Asthma, Rheuma, inneren und äußeren Entzündungsprozessen sowie bei Migräne helfen. In den meisten Fällen wird das Mittel injiziert. Ob Ameisensäure in Kombination mit anderen Wirkstoffen Heilung bei Krebserkrankungen bringen kann, ist noch nicht verifiziert. Bei homöopathischer Behandlung ist immer die Philosophie ausschlaggebend, dass homöopathische Mittel grundsätzlich die Selbstheilungskräfte des Körpers steigern sollen.

Gefahren bei der Verwendung von Ameisensäure

Ameisensäure ist sowohl in flüssiger Form als auch gasförmig ein starkes Reizmittel für die Augen, die Atemwege, den Mundraum und die Speiseröhre. Bei Hautkontakt entstehen Verätzungen. Ferner können das Blut, die Leber, die Nieren und der Darm geschädigt werden. Grundsätzlich ist sie als Kontaktgift einzustufen.

Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel kann einen Besuch beim Arzt nicht ersetzen. Er enthält nur allgemeine Hinweise und darf daher keinesfalls zu einer Selbstdiagnose oder Selbstbehandlung herangezogen werden.

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