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Gesundheitslexikon: Altenpflege

Altenpflege – mehr als nur ein Job

Der Bereich der Pflege blickt auf eine lange Geschichte zurück. Die Professionalität in diesem Bereich nimmt von Jahr zu Jahr zu. Wer in der Altenpflege arbeiten möchte, muss über unterschiedlichste Fähigkeiten verfügen, um den Berufsalltag zu stemmen.

Seit wann gibt es die Altenpflege im Gesundheitswesen?

Früher behielten Menschen ihre kranken, alten und pflegebedürftigen Verwandten zu Hause, um den letzten Weg gemeinsam zu gehen. In den 1950er-Jahren änderte sich aufgrund der gesamtwirtschaftlichen Situation vieles und die ersten Altenheime entstanden. Dort wurden hilfsbedürftige Personen von Krankenpflegern betreut und versorgt. Ab 1958 ermöglichten gemeinnützige Hilfsverbände erste Schulungseinheiten, um die nötige Qualifizierung zu schaffen. Das heutige Berufsbild des Altenpflegers entstand erst Ende der 1990er-Jahre. Die professionelle Altenpflege ist seitdem ein eigenständiger und unverzichtbarer Bereich im Gesundheitswesen. Die staatliche Prüfung in der Altenpflege erfordert eine dreijährige Ausbildung. Wer als Pflegeassistent arbeiten möchte, kann bereits nach einem Jahr eingesetzt werden.

Wie gestaltet sich die Ausbildung zur Pflegefachkraft?

Im Jahr 2003 trat das Altenpflegegesetz in Kraft, das die einheitliche Ausbildung in Deutschland regelt. Während zuvor die Ausbildungsinhalte je nach Bundesland variierten, lernen angehende Pfleger heutzutage die gleichen Inhalte. Basis der schulischen Theorie sind Grundlagen der Gerontologie. Die Alters- und Alternswissenschaft untersucht das Altsein und Altwerden der Menschen. Auch sozialpolitische Probleme unserer Zeit, die in Zusammenhang mit alten Menschen stehen, prägen den Unterricht. Daneben stehen unter anderem Anatomie, Biologie, Arzneimittellehre und Ernährungslehre auf dem Lehrplan. Neben dem theoretischen Wissen sind die Praxisanteile besonders wichtig. Schüler üben an einer menschenähnlichen Puppe beispielsweise das Anlegen von Verbänden. Miteinander proben sie zudem Mobilisationsgriffe und andere Pflegetechniken. Im Unterschied zur Krankenpflege beschäftigt sich das Fach Altenpflege vornehmlich mit den individuellen Bedürfnissen von Menschen, deren Biographie und Möglichkeiten zur Aktivierung und Rehabilitation. Wer den Abschluss als Fachkraft bestanden hat, kann anschließend von Weiterbildungen profitieren. Als Entwicklungsmöglichkeit gelten beispielsweise die Qualifizierungen zur gerontologischen Fachkraft, Wohnbereichsleitung, Pflegedienstleitung, Heimleitung, Hygienefachkraft, Qualitätsmanager im Gesundheitswesen oder Praxisanleiter.

Die Pflege im Wandel

Statistiken zum demographischen Wandel bestätigen, dass die Menschen immer älter werden. Unsere fortschrittliche Medizin gilt dabei als Hauptfaktor für diese Tendenz. Die steigende Nachfrage nach kompetenter Pflege lässt mehr und mehr stationäre Pflegeeinrichtungen entstehen. Hier werden Bewohner vollstationär umsorgt und erhalten bei Bedarf standardisierte Pflegeleistungen und medizinische Unterstützung. Wer zu Hause bleiben möchte, kann sich einen der zahlreichen Pflegedienste zu Hilfe holen. Kirchliche und private Anbieter stehen dabei zur Auswahl. Studien belegen, dass der Wunsch nach heimischer Pflege wieder zunimmt. Die gesetzliche Pflegeversicherung unterstützt die ambulante Versorgung Hilfebedürftiger durch verschiedene Hilfeleistungen. Je nach Versorgungsaufwand werden Pflegestufen und ein entsprechender Geldbetrag vergeben. Auch wenn eine außerhäusliche Unterkunft gewählt wird, bestimmt meist die vorliegende Pflegestufe den Tagessatz. Die Altenpflege hat sich besonders während der vergangenen 15 Jahre stark etabliert.

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