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Gesundheitslexikon: Allopurinol

Allopurinol - Erleichterung für Gicht-Patienten

Wer unter der Stoffwechselerkrankung Gicht leidet, bei dem sammeln sich schmerzhafte Harnsäure-Ablagerungen in und an den Gelenken an, die sich zunächst vergrößern und dauerhaft Schmerzen verursachen. Neben einer angepassten Ernährung soll den Patienten vor allem mit Medikamenten Erleichterung verschafft werden.

Was ist Allopurinol?

Allopurinol ist ein Wirkstoff, der die Bildung von Harnsäure unterdrückt, ein sogenanntes ‚Urikostatikum‘. Der Wirkstoff ist in vielen Medikamenten unterschiedlichster Hersteller anzutreffen und wird vor allem bei chronischer Gicht eingesetzt. Die WHO hat Allopurinol vor einiger Zeit auf die ‚Liste der unentbehrlichen Arzneimittel‘ gesetzt.

Allopurinol wirkt senkend auf den Harnsäurespiegel im Blut und wird in der Gicht-Therapie, nicht aber bei akuten Gicht-Anfällen, verordnet.

Wie wirkt Allopurinol auf den Körper?

Der Arzneistoff greift in den enzymatischen Stoffwechsel der Purine ein und unterbindet den Abbau der Purine zu Harnsäure. Dies geschieht durch eine Blockade des Enzyms ‚Xanthinoxidase‘. Weil weniger Harnsäure im Blut vorhanden ist, lagern sich die Harnsäurekristalle auch nicht mehr im Gewebe ab. Selbst bereits vorhandene Harnsäureablagerungen können sich durch Allopurinol eher auflösen.

Mit Allopurinol werden überwiegend Patienten ab dem 60. Lebensjahr behandelt. In einigen Ausnahmefällen kann eine Gichterkrankung aber bereits auch in jüngeren Jahren entstehen, wenn beispielsweise eine angeborene Neigung zu einem erhöhten Harnsäurespiegel besteht.

Allopurinol und die Abbauprodukte der Purine werden über die Nieren anschließend ausgeschieden.

Bei welchen Beschwerden kann Allopurinol eingesetzt werden, gibt es eine Verschreibungspflicht?

Liegt eine Hyperurikämie vor, also eine drastische Erhöhung des Harnsäurespiegels von mehr als 8,5 mg/dl, so kann Allopurinol zur Verhinderung eines Gichtanfalls verschrieben werden. Auch bei chronischer Gicht wird Allopurinol als Therapiemaßnahme eingesetzt.

Der Arzneistoff kann aber auch verordnet werden, wenn Harnsäuresteine diagnostiziert wurden. Dies geschieht besonders häufig im Rahmen einer Chemotherapie oder bei Erkrankungen des Knochenmarkes durch Störungen im Blutbild.

Allopurinol ist verschreibungspflichtig und wird üblicherweise unter regelmäßiger ärztlicher Kontrolle eingesetzt.

Was sollte man bei der Einnahme von Allopurinol beachten?

Patienten könnten bei einer Behandlung mit Allopurinol mit unerwünschten Wirkungen konfrontiert werden. Berichtet wird von allergischen Reaktionen wie Fieber, Ausschlag, Übelkeit und Erbrechen oder Störungen des Blutbildes. Es kann aber auch, insbesondere bei zu geringer Flüssigkeitsaufnahme, zu einer Nierensteinbildung kommen. Auch von Leberschäden und Nierenfunktionsstörungen wurde schon berichtet. In bestimmten Fällen kann es darüber hinaus zu einer Polyneuropathie kommen, also einer Erkrankung des peripheren Nervensystems, bei der verschiedene Nerven betroffen sein können.

Auch kann es zu Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten kommen. Daher werden Patienten angehalten, alle Arzneimittel, welche sie derzeit einnehmen, sorgfältig anzugeben. Bei verschiedenen Medikamenten könnte es auch zu einer verstärkenden Wirkung kommen. Dies sollte von ärztlicher Seite her eng kontrolliert werden.

Patienten dürfen Allopurinol nicht in Selbstmedikation anwenden. Auch darf der Wirkstoff nur zur Prophylaxe, nicht aber bei einem akuten Gichtanfall verabreicht werden. Es wird zudem von Fällen berichtet, bei denen der Arzneistoff selbst einen Gichtanfall ausgelöst haben soll.

Allopurinol kann als Monopräparat eingesetzt werden, also in Medikamenten, die nur diesen einen Wirkstoff in sich tragen. Im Handel werden aber auch Kombipräparate angeboten, bei denen sich ergänzende Wirkstoffe zusammengefasst wurden.

Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel enthält nur allgemeine Informationen und Hinweise über Arzneimittel, hat jedoch keinen Anspruch auf Vollständigkeit und ersetzt daher nicht die Beratung durch einen Arzt oder Apotheker. Da die Medizin sich ständig weiterentwickelt, sollten Sie immer die aktuelle Gebrauchsinformation zu Ihrem Arzneimittel sorgfältig durchlesen und Ihren Arzt oder Apotheker zurate ziehen.

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