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Gesundheitslexikon: Alkoholismus (Alkoholkrankheit, Alkoholabhängigkeit)

Alkoholismus: Sucht als ernstzunehmende Krankheit

Hinter der Bezeichnung Alkoholismus verbirgt sich eine Krankheit, die durch eine Abhängigkeit von der Substanz Ethanol gekennzeichnet ist. Im Leben der Betroffenen steht der Konsum von Alkohol und dessen Beschaffung im Mittelpunkt, frühere Interessen werden vernachlässigt. Die anregende und stimmungsfördernde Wirkung des Alkohols durch Beeinflussung der Botenstoffe im Gehirn macht diesen zu einem wahren „Problemlöser“. Der Alkohol wird von den Betroffenen gerne benutzt, um eigene Probleme zu vergessen und um Unsicherheiten sowie Anspannungen zu verringern.

Ursachen

Bei der Entstehung der Alkoholkrankheit spielen mehrere Faktoren eine Rolle. Ein bedeutender Faktor sind belastende und traumatische Erlebnisse in der Kindheit der Betroffenen, wie zum Beispiel Missbrauchserfahrungen, Verlust-Erlebnisse oder das Fehlen von festen Bezugspersonen. Des Weiteren besteht auch ein genetisches Risiko für die Entwicklung einer Alkoholabhängigkeit und durch das Lernen am Modell übernehmen Kinder oftmals die Verhaltensweisen der Eltern. Der Übergang von der Kindheit zum Erwachsenenalter stellt eine schwierige Lebensphase dar, in der Jugendliche des Öfteren einem enormen Gruppendruck ausgesetzt sind. Oftmals sehen Jugendliche die eigene „Trinkfestigkeit“ als eine Stärke an und trinken Alkohol, um zur Gruppe der Gleichaltrigen dazuzugehören.

Symptome und durch Alkoholismus begünstigte Krankheiten

Ein bedeutendes Symptom der Alkoholkrankheit ist das zwanghafte Verlangen, Alkohol zu trinken, sowie die verlorene Fähigkeit, die Alkoholmenge zu kontrollieren. Wird nach längerer Abhängigkeit der Konsum des Alkohols reduziert beziehungsweise komplett gestoppt, kann es bei den Betroffenen zu Entzugserscheinungen kommen. Ohne die Zufuhr von Alkohol kommt es häufig zu Magenschmerzen und zu einem schweren Unwohlsein der Betroffenen. Des Weiteren zählen unter anderem Schlafstörungen, das morgendliche Zittern, Schweißausbrüche sowie Ängste und depressive Verstimmungen zu den Entzugserscheinungen bei Alkoholismus. Bei anhaltendem Alkoholkonsum kommt es in weiterer Folge zu gravierenden gesundheitlichen Schäden bei den Betroffenen. Die Leber wird durch den Alkohol-Konsum erhöht belastet und vergrößert sich bis hin zur Fettleber. Alkohol-Hepatitis und eine Leberzirrhose zählen zu den häufigen Folgen des Alkoholismus. Auch die Bauchspeicheldrüse reagiert empfindlich auf die Substanz Alkohol und kann sich entzünden. Der Alkohol-Konsum kann auch eine Schädigung der Skelettmuskulatur sowie der Herzmuskel zur Folge haben und auch zu Bluthochdruck und Anämie beitragen.

Diagnose

Die Diagnose der Alkoholkrankheit wird mittels einer Befragung des Betroffenen sowie von Personen aus dem näheren Umfeld gestellt. Zusätzlich führt der Arzt eine körperliche Untersuchung des Betroffenen durch und achtet dabei besonders auf die typischen Symptome der Alkoholkrankheit, wie zum Beispiel Schwitzen, Herzrasen, Zittern und Gangunsicherheiten. Im Zuge eines Blut-Tests kann der Mediziner die Blutalkohol-Konzentration des Patienten feststellen.

Behandlung/Therapie

Zur Genesung der Alkoholkrankheit werden oftmals medikamentöse, psychotherapeutische und sozialtherapeutische Behandlungen durchgeführt, um den Alkoholkonsum des Betroffenen zu reduzieren beziehungsweise idealerweise vollständig zu stoppen. Speziell auf das Thema Alkoholismus ausgerichtete Einrichtungen und Therapeuten sollen dabei helfen, ein Leben ohne Alkohol zu führen. Bei der Behandlung der Alkoholabhängigkeit gibt es sowohl ambulante Angebote als auch stationäre Behandlungen, die vom Arzt auf die individuellen Bedürfnisse und die Lebenssituation des Patienten abgestimmt werden sollten.

Vorbeugung

Sobald eine Person bei sich selbst feststellt, dass sie nur schwer auf Alkohol verzichten kann, sollte sie nicht zögern und professionelle Hilfe in Anspruch nehmen. Eine Früherkennung von Alkoholabhängigkeit ist notwendig, um frühe Behandlungsmaßnahmen einleiten zu können.

Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel kann einen Besuch beim Arzt nicht ersetzen. Er enthält nur allgemeine Hinweise und darf daher keinesfalls zu einer Selbstdiagnose oder Selbstbehandlung herangezogen werden.

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