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Gesundheitslexikon: alkalische Phosphatase

Alkalische Phosphatase – möglicher Indikator für Knochen- und Lebererkrankungen

Die alkalische Phosphatase, kurz auch AP oder ALP genannt, ist ein Enzym, das Teil verschiedener Stoffwechselprozesse im menschlichen Körper ist. Die alkalischen Phosphatasen können in unterschiedliche Gruppen eingeteilt werden. Im Blut wird der Wert der alkalischen Phosphatase bei Verdacht auf tumoröse Geschehen in den Knochen oder bei Verdacht auf Leber-Galle-Erkrankungen bestimmt.

Was ist die alkalische Phosphatase?

Die alkalischen Phosphatasen sind als Stoffwechselenzyme im Körper weit verbreitet. Chemisch betrachtet handelt es sich dabei um eine Enzymgruppe, die sogenannte Phosphorsäuremonoester spalten kann. Welche Aufgaben die Enzyme im Körper genau übernehmen, konnte noch nicht vollständig geklärt werden. Die höchsten Aktivitäten der alkalischen Phosphatasen können aber in den Knochen, der Leber, den Gallenwegen, der Plazenta und im Dünndarm nachgewiesen werden.

Die Bestimmung der AP im Blut

Die alkalischen Phosphatasen, die im Blutserum nachgewiesen werden können, stammen in der Regel aus den Knochen oder aus der Leber. Deshalb wird der Wert vor allem bei Verdacht auf Knochen- oder Lebererkrankungen bestimmt. Der Gesamt-AP sollte bei Männern und Frauen ab dem 17. Lebensjahr zwischen 30 und 120 U/l liegen. Kinder und Schwangere haben deutlich höhere Referenzwerte.

Verminderte AP-Werte

Nur in sehr seltenen Fällen ist die AP im Blut zu niedrig. Dies kommt unter anderem bei einer Anämie oder einer schweren Unterfunktion der Schilddrüse vor. Auch bei der seltenen Kupferspeicherkrankheit Morbus Wilson kann die alkalische Phosphatase erniedrigt sein. Zudem gehen die zwei Erbkrankheiten Achondroplasie und Hypophosphatasie mit niedrigen AP-Werten im Blutserum einher. Orale Kontrazeptiva wie die Pille können ebenfalls die Aktivität der alkalischen Phosphatase vermindern.

Erhöhte AP-Konzentration im Blutserum

Erhöhungen finden sich vor allem bei Erkrankungen, die mit einem erhöhten Knochenumsatz einhergehen. Dazu gehört zum Beispiel der Morbus Paget, eine herdförmige Knochenerkrankung mit pathologisch gesteigertem Knochenumbau. Zudem bedingen Skelettmetastasen, die beispielsweise im Rahmen eines Prostata- oder eines Mammakarzinoms auftreten können, ebenso eine AP-Erhöhung wie der Hyperparathyreodismus. Als Hyperparathyreodismus wird eine vermehrte Sekretion des Parathormons bezeichnet. Auch die Rachitis, eine Störung des Knochenstoffwechsels, die meist durch Mangel an Vitamin D ausgelöst wird, kann die alkalische Phosphatase im Blut erhöhen.

Neben Knochenerkrankungen führen ferner Erkrankungen der Leber und der Gallenwege zu einem vermehrten Anfall der alkalischen Phosphatase. Lebermetastasen, Virushepatitis, Leberzirrhose und Gallenstau können erhöhte AP-Werte im Blut bedingen. Eine Erhöhung zeigt sich ebenfalls bei der Einnahme bestimmter Medikamente. So steigern Antikonvulsiva, Antidepressiva, Benzodiazepine und orale Antidiabetika die Aktivität der alkalischen Phosphatase. Die isolierte Betrachtung der alkalischen Phosphatase im Blut gibt jedoch keinen Aufschluss über eventuell vorliegende Erkrankungen. Bei veränderten Werten müssen deshalb immer weitere Untersuchungen durchgeführt werden.

Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel kann einen Besuch beim Arzt nicht ersetzen. Er enthält nur allgemeine Hinweise und darf daher keinesfalls zu einer Selbstdiagnose oder Selbstbehandlung herangezogen werden.

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