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Gesundheitslexikon: Akupunktur

Die Akupunktur und der Fluss der Lebensenergien: Wie wirken die feinen Nadelstiche?

Wer abnehmen möchte oder endlich mit dem Rauchen aufhören will, der nutzt heute vielfach die Hilfe der Akupunktur. Doch auch bei Kniearthrose oder organischen Leiden sollen die feinen Nadelstiche helfen – und das angeblich ganz ohne Nebenwirkungen. Was ist dran an dieser alternativmedizinischen Behandlungsform und welche Risiken stecken dahinter?

Was ist Akupunktur?

Die Akupunktur ist eine Behandlungsform innerhalb der Lehre der traditionellen chinesischen Medizin (TCM). Die ersten Nachweise dieser Heilanwendung liegen rund 3000 Jahre zurück. Es wird davon ausgegangen, dass der Körper von Meridianen durchzogen wird. Das sind Energiebahnen, durch die die Körperenergien fließen sollen. Krankheiten können entstehen, so die Lehre dieser alternativen Heilanwendung, wenn diese Energiebahnen gestört oder blockiert sind, und das 'Qi', also die menschliche Energie, nicht mehr fließen kann. Mit Hilfe der feinen Nadeln werden dann bestimmte Punkte aktiviert. Diese Punkte sollen für einen ausgleichenden Energiefluss im Körper sorgen und somit die Selbstheilungskräfte ankurbeln. Die gleichen Punkte werden auch von der Akupressur angesteuert.

Wie läuft eine Akupunktur-Behandlung ab?

Die Akupunktur kann direkt an den sogenannten Meridianen des Körpers durchgeführt werden. Diese ziehen sich wie ein Geflecht durch den gesamten Menschen. Zudem sollen alle Bereiche des Körpers auch über die Ohrmuschel erreichbar sein. Insofern kann die Akupunktur auch dort stattfinden. Eine Sitzung dauert meist nur 15 bis 20 Minuten. Dabei werden Nadeln in die entsprechenden Punkte eingestochen. Kurz zuvor wird der Punkt massiert. Die Nadeln verbleiben dann im Patienten für weitere 15 Minuten. Da die Nadeln nur knapp unter die Hautoberfläche gesetzt werden, tritt in der Regel kein Blut aus. Auch Nebenwirkungen sind so gut wie kaum zu beobachten.

Welche verschiedenen Arten der Akupunktur gibt es?

Bei der klassischen Akupunktur werden die Nadeln in die Extremitäten oder den Rumpf gesetzt. Es können ferner die Ohrmuscheln, oder nach der koreanischen Lehre, auch die Hände akupunktiert werden. Manche Therapeuten konzentrieren sich auch ausschließlich auf die Behandlung des Kopfes oder der Füße. Eine neuere Ausführungsform ist die Stimulation der Akupunkturpunkte mittels Laser. Bei der sogenannten 'Meso-Therapie' hingegen werden die Akupunkturpunkte angesprochen und gleichzeitig homöopathische Präparate in die Haut eingeleitet.

Bei welchen Beschwerden könnte die Akupunktur hilfreich sein?

Die Akupunktur soll ganz allgemeingültig bei Schmerzzuständen und Krankheiten helfen können, welche durch ein Ungleichgewicht der Körperenergien entstanden sind. Besonders häufig wird die Akupunktur im Rahmen von unspezifischen, chronischen Schmerzen eingesetzt. Auch eine Behandlung von Suchterkrankungen soll möglich sein. Bei Erkrankungen der Nasennebenhöhlen, des Magen-Darm-Traktes und der Leber-Gallen-Wege sollen ebenfalls Erfolge möglich sein. Hier steht die Aktivierung der Selbstheilungskräfte des Körpers im Vordergrund. Doch auch im Rahmen der Geburtsvorbereitung oder bei Schlafproblemen sollen die kleinen Nadelstiche helfen können.

Was sollte man bei der Akupunktur beachten?

Die Studienlage zu den Erfolgen der Akupunktur ist zweideutig. Zwar lässt sich ein Erfolg statistisch gesehen bei der Mehrzahl der Fälle nachweisen, doch ist die Abgrenzung zu einem möglichen Placebo-Effekt nur schwer möglich. Viele Krankenkassen bezahlen die Anwendungen aber trotzdem, insbesondere, wenn sie von einem Arzt durchgeführt werden. Generell darf jeder Arzt, Heilpraktiker und jede Hebamme die Akupunktur ausüben, insofern ein geprüfter Weiterbildungsnachweis vorliegt. Patienten, die blutverdünnende Medikamente einnehmen oder unter einer Hauterkrankung leiden, sollten sich vor der Akupunktur ärztlich beraten lassen.

Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel kann einen Besuch beim Arzt nicht ersetzen. Er enthält nur allgemeine Hinweise und darf daher keinesfalls zu einer Selbstdiagnose oder Selbstbehandlung herangezogen werden.

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