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Gesundheitslexikon: Adoleszenz

Adoleszenz: eine wichtige Phase des Lebens

Die Adoleszenz ist eine menschliche Entwicklungsspanne. Der Entwicklungszeitraum liegt in der späten Kindheit und beginnt etwa am Übergang zur Pubertät. Adoleszenz setzt sich von dort aus bis ins frühe Erwachsenenalter fort.

Veränderungen in der Adoleszenz

Die Adoleszenz ist im weitesten Sinn ein Entwicklungsstadium. Als solches ist die Zeitspanne mit verschiedenen physischen und psychischen Veränderungen assoziiert. Zum einen entwickeln wir im Laufe der Adoleszenz volle Zeugungsfähigkeit und zum anderen reifen wir psychisch und emotional Stück für Stück zu vollen Erwachsenen. Auch körperlich sind wir gegen Ende der Adoleszenz vollständig ausgewachsen. Einer der wichtigsten Teilabschnitte der Adoleszenz ist die Pubertät, die uns die Geschlechtsreife erreichen lässt. Zu den wichtigsten physischen Veränderungen zählt die Reorganisation der Hirnstrukturen. Nach der Adoleszenz verändert sich in unserem Gehirn nur mehr die Verschaltung zwischen den einzelnen Nervenzellen. Bis zum Ende der Adoleszenz ist damit also die erwachsene Hirnstruktur angelegt. Alle Gehirnbereiche sind ausgereift und die ersten Verschaltungen sind geknüpft. In der Kindheit ist das Gehirn vergleichsweise flexibler als mit der Erreichung der Adoleszenz. Auch psychische Veränderungen sind mit der Entwicklungsphase verbunden. Wir entwickeln in der Adoleszenz eine emotionale Unabhängigkeit von unseren Eltern und lernen, unsere eigenen Entscheidungen zu akzeptieren. Letztlich steht die Entwicklungsphase der Adoleszenz unter dem Stern der Autonomie. Diese Autonomie umgreift psychische, aber auch physische Aspekte und lässt uns am Ende der Phase zu vollwertigen Erwachsenen werden. Aus soziologischer Sicht sind Menschen in der Adoleszenz besonders zugänglich, aber auch anfällig für emotionale, moralische und intellektuelle Prägung. Aus diesem Grund beurteilt die Soziologie die Führung von Erwachsenen in dieser Phase als eine Bedingung für ungestörte und gesunde Entwicklungen.

Kulturelle und individuelle Unterschiede der Adoleszenz-Phase

Das jeweils zur Adoleszenz gehörige Alter wird von verschiedenen Kulturen unterschiedlich definiert. Für US-Amerikaner beginnt die Adoleszenz mit dem 13. Lebensjahr und hält bis zur Vollendung des 19. Lebensjahrs vor. In den Entwicklungsländern ist der Adoleszenz-Beginn vergleichsweise früher angesiedelt. In mitteleuropäischen Breitengraden ist vorrangig wiederum nicht das biologische Alter, sondern das individuelle Entwicklungsstadium ausschlaggebend. Adoleszenz wird in Mitteleuropa auf die Zeit zwischen 16 und 24 Lebensjahren definiert. Die Grenzen sind dabei fließend. Jemand kann sich auch mit 25 Jahren noch in der Adoleszenz befinden, wohingegen eine zweite Person bereits mit 23 Jahren nicht mehr in der Adoleszenz ist. Der Abschluss der physisch und psychisch typischen Adoleszenz-Veränderungen ist der entscheidende Punkt. Die Weltgesundheitsorganisation setzt die Grenzen der Adoleszenz auf einen Entwicklungszeitraum zwischen 10 und 20 Jahren fest. Der Eintritt und der Austritt aus der Adoleszenz lassen sich letztlich kaum verallgemeinern und unterscheiden sich von Mensch zu Mensch. Dass der Adoleszenzbegriff von einzelnen Kulturen unterschiedlich definiert wird, liegt an den Werten und den Lebensbedingungen der Kulturen. Aufgrund der kulturellen Werte und Lebensbedingungen gehen die einzelnen Kulturen verschieden mit Menschen in der Adoleszenz um. Das zeigt wiederum Auswirkungen auf die Adoleszenz-Phase selbst. Da in den Entwicklungsländern eine möglichst frühe Unabhängigkeit der Heranwachsenden für das Überleben entscheidend sein kann, entwickeln die Heranwachsenden in diesen Ländern also tatsächlich früher eine vollwertige Autonomie. Die Adoleszenz ist in diesen Ländern also nicht nur theoretisch, sondern auch praktisch früher abgeschlossen.

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