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Gesundheitslexikon: ADHS

Was ist das Aufmerksamkeitsdefizits-und-Hyperaktivitätssyndrom?

Für ADHS gibt es mehrere Bezeichnungen. Grundsätzlich steht die Abkürzung für Aufmerksamkeitsdefizits-und-Hyperaktivitätssyndrom, gerne wird die Krankheit auch als Zappelphilipp-Syndrom oder als Hyperkinetische Störung bezeichnet.

Bei ADHS handelt es sich um ein vor allem unter Kinder und Jugendlichen weitverbreitetes psychiatrisches Krankheitsbild. Laut 'Netdoktor' gehen Experten davon aus, dass rund vier bis acht Prozent der Schulkinder im deutschsprachigen Raum vom Zappelphilipp-Syndrom betroffen sind. Auffällig ist dabei, dass die Erkrankung bei Jungen rund drei- bis fünfmal öfter diagnostiziert wird. Bemerkbar macht sich ADHS häufig erst im Schulalter. Konzentration und Aufmerksamkeit sind beeinträchtigt, körperliche Unruhe und ein ausgeprägter Bewegungsdrang fallen auf. Zudem handelt das Kind impulsiv und unüberlegt.


Ursachen

Die Hintergründe der Erkrankung an ADHS sind nicht gänzlich geklärt. Wissenschaftler gehen davon aus, dass es sich bei der Erkrankung um ein multifaktorielles Geschehen handelt. Psychosoziale Einflüsse und/oder erbliche Veranlagung sowie neurobiologische Faktoren können Gründe für das Syndrom sein. Derzeit gehen Experten davon aus, dass eine fehlerhafte Informationsverarbeitung im Gehirn für ADHS verantwortlich ist. Das betrifft jenen Bereich, der für die Konzentration und die Aufmerksamkeit, aber auch für die Wahrnehmung und die Impulskontrolle zuständig ist. Zu der Funktionsstörung kommt es durch eine Unterversorgung mit Dopamin, weswegen Reize unzureichend gefiltert werden. Durch diese permanente Reizüberflutung und das ständige Aufkommen neuer Gedanken fällt es dem Betroffenen schwer, sich auf aktuelle Gedankengänge zu konzentrieren.

Dass 'schlechte' Erziehung oder kindliche Traumata die Hyperkinetische Störung auslösen, gilt als widerlegt. Allerdings können familiäre Instabilität oder unstrukturierte Tagesabläufe die betroffenen Kinder zusätzlich belasten und sich negativ auf den Krankheitsverlauf auswirken.

Symptome

ADHS-Kinder fallen durch deutliche Überaktivität auf. Sie sind unruhig, zappelig und können nicht still sitzen. Sie lassen sich leicht ablenken und können sich nicht über einen längeren Zeitraum konzentrieren. Zudem äußert sich ADHS häufig durch Aggressivität, Impulsivität, große Reizbarkeit, erhöhte Vergesslichkeit oder motorische Schwierigkeiten.

Mit zunehmendem Alter beobachten Ärzte eine Veränderung der Kernsymptome. Während die Aufmerksamkeitsstörung bleibt, werden Impulsivität und Hyperaktivität häufig geringer. Aufgrund von Misserfolgen und häufigen Konflikten können beim Betroffenen weitere psychische Erkrankungen entstehen. Studien belegen ein erhöhtes Risiko für Depressionen, Angst- oder Persönlichkeitsstörungen oder eine Abhängigkeit von Drogen oder Alkohol.

Diagnose

Aufgrund der Vielschichtigkeit des Krankheitsbildes fällt eine Diagnose häufig schwer. Der erste Ansprechpartner ist der Kinderarzt, der eine ausführliche Anamnese durchführt. Anschließend folgen in der Regel neurologische und psychologische Untersuchungen.

Behandlung

Aufgrund des derzeitigen Wissensstandes wird ADHS in der Regel mehrschichtig behandelt. Um die typischen Symptome zu mildern und den Kindern die Möglichkeit einer besseren Integration zu bieten, ist eine Verhaltenstherapie Standard. Zusätzlich werden Medikamente verabreicht. Ein ebenso wichtiger Pfeiler der Behandlung sind pädagogische Maßnahmen. Diese reichen von Eltern- und Lehrertraining bis hin zur Familientherapie. Da ADHS-Kinder häufig Schwierigkeiten haben, Freundschaften zu schließen, ist die bedingungslose Liebe und ausreichend Rücksichtnahme in der Familie besonders wichtig. So wird einem geminderten Selbstwertgefühl schon in jungen Jahren entgegensetzt.

Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel kann einen Besuch beim Arzt nicht ersetzen. Er enthält nur allgemeine Hinweise und darf daher keinesfalls zu einer Selbstdiagnose oder Selbstbehandlung herangezogen werden.

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