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Gesundheitslexikon: Adenom

Adenom: eine gutartige Tumorform

Adenome zählen zu den gutartigen Tumoren und bestehen aus Drüsengewebe oder Schleimhaut. Die bekanntesten Adenome kommen im Magen-Darm-Trakt vor und entsprechen den Darmpolypen.

Arten des Adenoms

Die bekanntesten Adenome sind die Polypen des Magen-Darm-Trakts, die sich in den Darm hineinwölben. Adenome der Mandeln werden ebenfalls als Polypen bezeichnet. Ebenso verbreitet sind Adenome der Schilddrüse oder der Nebennieren. Die gutartigen Wucherungen können bei Männern außerdem die Prostata und bei Frauen die Eierstöcke betreffen. Fibroadenome betreffen die Brust. Leberzelladenome kommen vor allem im rechten Leberlappen vor und können mehrere Zentimeter groß werden. Hypophysenadenome betreffen meist den Vorderlappen der Hirnanhangsdrüse und fallen speziell dann ins Auge, wenn sie die Hormonproduktion beeinflussen. In Einzelfällen können auch die Schweißdrüsen Adenome entwickeln. An dieser Lokalisation ist die gutartige Wucherung allerdings selten. Als Nierenadenom gelten alle gutartigen Wucherungen der Nieren.

Ursachen

Wie alle Tumore ist das Adenom durch vermehrte Zellteilung gekennzeichnet und entsteht somit aus Fehlregulationen im Zellwachstum, die ein übermäßiges Wachstum des Drüsen- oder Schleimhautgewebes zur Folge haben. Genetische Faktoren scheinen für Adenome genauso eine Rolle zu spielen wie Umwelteinflüsse. Vermutlich können der persönliche Lebenswandel, die Ernährung und das Bewegungspensum die Entstehung begünstigten. Adenome innerhalb der weiblichen Leberzellen stehen scheinbar mit hormonellen Einflüssen in Zusammenhang. So werden diese Wucherungen vor allem bei Frauen beobachtet, die langjährig hormonelle Verhütungsmittel einnehmen. Nichtsdestotrotz wird die genetische Vorbelastung als Hauptursache für Adenome vermutet.

Symptome

Adenome zeigen je nach Lokalisation unterschiedliche Symptome. Polypen des Magen-Darm-Trakts können bei der Stuhlpassage Blut im Stuhl verursachen. Adenome der Mandeln verursachen Atemschwierigkeiten und gehen mit einer höheren Infektionsanfälligkeit einher. Schilddrüsenadenome produzieren oft Hormone und können damit Symptome wie Herzrasen, Schwitzen, Zittern oder Gewichtsabnahme hervorrufen. Dasselbe gilt für Nebennierenadenome. Bei Adenomen der Prostata stellen sich Beschwerden beim Wasserlassen sein. Sind dagegen die weiblichen Eierstöcke von Adenomen betroffen, können Entleerungsstörungen oder Kreuz- und Unterleibsschmerzen auftreten. Fibroadenome der Brust sind als verschiebbare Knoten tastbar. Leberzelladenome rufen meist starke Bauchschmerzen hervor und können mit Gewebesterben und Blutungen einhergehen. Hypophysenadenome verursachen eine gesteigerte Ausschüttung von Hormonen und können damit Zyklusstörungen, Sterilität oder Brustwachstum und weiblichen Milchfluss hervorrufen. Männern mit Hypophysenadenomen leiden oft an sexuellem Desinteresse. Teils entsteht aufgrund der erhöhten Hormonausschüttung auch Riesenwuchs.

Diagnose

Adenome des Darms werden meist bei der Darmspiegelung festgestellt. Solche der Brust werden per Ultraschall diagnostiziert. Auch für die anderen Adenome gelten bildgebende Verfahren als Weg der Diagnose, so neben den genannten zum Beispiel auch Bildgebungen wie das CT oder MRT. Das Nierenadenom ist weder mikroskopisch noch über immunologische Kulturen vom bösartigen Nierenkarzinom zu unterscheiden.

Behandlung/Therapie

Adenome werden in aller Regel möglichst vollständig entfernt. Darmadenome sind zum Beispiel mit der Gefahr der Entartung assoziiert. Daher ist einer umfangreichen Entfernung kaum aus dem Weg zu gehen. In den meisten Fällen findet die Entfernung von Adenomen in Form einer Adenotomie statt. Dieser Eingriff ist oft minimal-invasiv und kann so zum Beispiel im Rahmen von Laparoskopien oder Endoskopien stattfinden. Zur Entfernung kommen Instrumente wie das Beckmann'sche Ringmesser zur Anwendung. Bei Adenomen wie dem Leberzelladenom ist eine Entfernung nicht zwingend erforderlich. Ein Entartungsrisiko ist nicht bekannt. Eine Operation findet daher nur bei tatsächlichen Beschwerden statt.

Vorbeugung

Vor allem Frauen können die äußeren Entstehungseinflüsse und mit ihnen das Risiko für Adenome verringern, indem sie auf hormonelle Verhütungsmittel verzichten.

Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel kann einen Besuch beim Arzt nicht ersetzen. Er enthält nur allgemeine Hinweise und darf daher keinesfalls zu einer Selbstdiagnose oder Selbstbehandlung herangezogen werden.

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