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Gesundheitslexikon: Adenokarzinom

Adenokarzinom – ein Wort, viele Krankheitsbilder

Der Begriff Adenokarzinom beschreibt keine einheitliche Erkrankung. Es handelt sich um eine Krebsart des Drüsengewebes. Adenokarzinome sind weit verbreitet und betreffen die meisten inneren Organe.

Ein Adenokarzinom geht von den Epithelien des Drüsengewebes aus. Dabei sind hauptsächlich exokrine Drüsen betroffen. Viele innere Organe besitzen Drüsengewebe. So zählen beispielsweise alle Schleimhäute zu den exokrinen Drüsen. Sie produzieren Schleim und geben diesen nach außen ab. Das gilt auch für die Verdauungsorgane, die Bauchspeicheldrüse, die Bronchien, die Lunge, die Brustdrüse oder die Gebärmutter. So gehören zu den häufigsten Adenokarzinomen unter anderem Darmkrebs, Magenkrebs, Bauchspeicheldrüsenkrebs, Speiseröhrenkrebs, Lungenkrebs, Brustkrebs, Prostatakrebs oder das Korpuskarzinom der Gebärmutter. Die Erscheinungsformen von Adenokarzinomen reichen von hoch differenziertem bis zu völlig undifferenziertem Wachstum. Des Weiteren können sie polypenähnlich, ulzerierend, zystenbildend, schleimbildend oder szirrhös auftreten. Im Gegensatz zu den Adenokarzinomen werden gutartige Tumore der Epithelien als Adenome bezeichnet.


Wie entstehen Adenokarzinome?

Adenokarzinome werden durch verschiedene Ursachen ausgelöst. Grundsätzlich können chemische Substanzen, Strahlung oder Viren Mutationen in der Erbsubstanz der betroffenen Zellen auslösen. So ist beispielsweise das Rauchen eine der häufigsten Ursachen für Lungenkrebs. Manche Mutationen führen zu einer gesteigerten Zellteilung, die unkontrolliert abläuft. Je weiter der Tumor wächst, desto mehr weicht die genetische Struktur seiner Zellen durch die ständig auftretenden Mutationen von den gesunden Ausgangszellen ab. Das Krebswachstum wird immer aggressiver. Dieses Wachstum kann auch von einer mutierten Einzelzelle ausgehen, wenn das Immunsystem nicht in der Lage ist, die ersten entarteten Zellen zu bekämpfen.

Wie wirkt sich ein Adenokarzinom aus?

Die Symptome der Adenokarzinome sind unterschiedlich, je nachdem, welches Organ betroffen ist. Auch die Aggressivität und Malignität der einzelnen Krebsarten unterscheidet sich. So ist das Adenokarzinom der Bauchspeicheldrüse eine sehr aggressive Krebsart, die oft innerhalb weniger Monate zum Tod führt. Darmkrebs wächst demgegenüber langsam und kann noch lange sehr gut behandelt werden. Hier entwickelt sich das Karzinom aus langsam wachsenden Darmpolypen, die zunächst gutartig sind. Darmkrebs macht sich in diesem frühen Stadium nicht bemerkbar. Wenn bereits häufig Blut im Stuhl nachgewiesen werden kann und Stuhlunregelmäßigkeiten auftreten, ist der Krebs meist schon weit fortgeschritten. Mit viel Glück kann auch in diesem Zustand noch eine vollständige Heilung erreicht werden. Magenkrebs entwickelt sich oft aus langwierigen Magenschleimhautentzündungen oder Magengeschwüren und wächst relativ schnell. Es stellen sich hartnäckige Magenschmerzen, Übelkeit und Erbrechen ein. Im fortgeschrittenen Stadium kann es auch zum Bluterbrechen kommen. Lungenkrebs ist lange symptomlos. In den späteren Stadien kommt es zu Atembeschwerden, Schmerzen im Brustbereich, Husten und Fieber. Auch Brustkrebs ist sehr heimtückisch. Er ruft spät Beschwerden hervor und erzeugt schnell Metastasen durch die Streuung über die Lymphdrüsen.

Wie kann ein Adenokarzinom behandelt werden?

Die Therapie von Adenokarzinomen richtet sich nach den betroffenen Organen. Grundsätzlich besteht eine Krebsbehandlung in der chirurgischen Entfernung des Tumors. In den Anfangsstadien dieser Erkrankung ist häufig noch eine vollständige Entfernung des Krebses möglich. Wenn das Karzinom jedoch bereits gestreut hat, muss durch Bestrahlung und Chemotherapie versucht werden, sein weiteres Ausbreiten zu verhindern.

Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel kann einen Besuch beim Arzt nicht ersetzen. Er enthält nur allgemeine Hinweise und darf daher keinesfalls zu einer Selbstdiagnose oder Selbstbehandlung herangezogen werden.

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