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Gesundheitslexikon: Achalasie (Verkrampfung des Speiseröhrenschließmuskels)

Achalasie: das müssen Sie über die Verkrampfung des Speiseröhrenschließmuskels wissen

Bei der Achalasie kann sich der untere Speiseröhrenschließmuskel, der sogenannte untere Ösophagussphinkter nicht mehr richtig öffnen. Auch die Beweglichkeit der Speiseröhrenmuskulatur ist eingeschränkt. Grundsätzlich lässt sich die Achalasie in drei Unterarten einteilen: hypermotile Form, hypomotile Form und amotile Form. Mit einer erkrankten Person pro 100.000 Einwohner pro Jahr ist die Verkrampfung des Speiseröhrenschließmuskels eine eher seltene Erkrankung.

Ursachen

Bei den Ursachen kann zwischen einer primären und einer sekundären Achalasie unterschieden werden. Die genauen Ursachen der primären Achalasie sind noch nicht geklärt. Experten vermuten allerdings, dass die Achalasie autoimmun bedingt ist. Jedoch werden auch Erreger wie das Varizella-Zoster-Virus oder humane Papillomaviren als mögliche Ursache in Betracht gezogen.

Sekundäre Achalasien können durch Krebserkrankungen im Bereich von Magen und Speiseröhre entstehen. Insbesondere in den Tropen ist die Chagas-Krankheit häufiger Auslöser der Erkrankung. Weitere Erkrankungen, die mit einer Achalasie einhergehen können, sind die Sarkoidose, die Neurofibromatose, der Morbus Fabry und die eosinophile Gastroenteritis.

Symptome

Bei der Achalasie ist das Bewegungsmuster (Peristaltik) der Speiseröhre gestört. Zudem fehlt die reflektorische Entspannung des unteren Speiseröhrenmuskels, sodass sich der Inhalt der Speiseröhre nach der Nahrungsaufnahme nur unzureichend in den Magen entleeren kann. Das Leitsymptom der Achalasie sind deshalb Schluckbeschwerden. Diese gehen häufig mit einem Schmerz hinter dem Brustbein einher. Aufgrund der Lokalisation denken viele Betroffene, sie hätten Herzschmerzen. Durch die gestörte Peristaltik des Schließmuskels kommt es zu Regurgitationen. Dabei fließen Speisebrei und Magensäure aus dem Magen zurück in die Speiseröhre. Eventuell tritt Speisebrei in die Luftröhre über. Solche Aspirationen können zu schweren Lungenentzündungen führen. Vor allem bei Kindern kann die Achalasie auch einen starken Gewichtsverlust und eine Mangelernährung zur Folge haben.

Diagnose

In frühen Stadien wird vor allem die Manometrie, ein Verfahren zur Druckmessung in den unterschiedlichen Abschnitten der Speiseröhre, genutzt. Im Spätstadium wird mithilfe von Röntgenuntersuchungen mit Kontrast-Schluckbrei diagnostiziert. Um andere Ursachen einer Schluckstörung auszuschließen, führt der Arzt ergänzend eine Endoskopie des oberen Verdauungsapparats oder des Magens durch.

Behandlung

Die Achalasie kann nicht ursächlich behandelt werden. Die Behandlung soll den Betroffenen jedoch eine normale Nahrungsaufnahme ermöglichen. Bei leichteren Formen der Krankheit können Nitrate und Kalziumkanalblocker genutzt werden. Diese setzen die Muskelspannung des Speiseröhrenschließmuskels herab und sorgen so für eine bessere Passage der Nahrung. Alternativ führen viele Ärzte eine sogenannte Ballondilatation durch. Dabei wird der Speiseröhrenschließmuskel durch einen Ballonkatheter im Rahmen einer Magenspiegelung gedehnt. Allerdings geht diese Methode mit dem Risiko eines Speiseröhrenrisses einher. Immer häufiger führen Chirurgen die laparaskopische Myotomie nach Heller durch. Bei den meisten Betroffenen kann mit diesem anspruchsvollen Verfahren eine dauerhafte Beschwerdefreiheit erreicht werden. Die perorale endoskopische Myotomie ist ein recht neues Verfahren, dass eine Myotomie mittels Endoskop erlaubt. Auch hier sind die Kurzzeitergebnisse sehr gut. Langzeitergebnisse gibt es aufgrund des jungen Alters der Methode noch nicht. In seltenen Fällen muss die Speiseröhre komplett entfernt werden.

Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel kann einen Besuch beim Arzt nicht ersetzen. Er enthält nur allgemeine Hinweise und darf daher keinesfalls zu einer Selbstdiagnose oder Selbstbehandlung herangezogen werden.

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