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Gesundheitslexikon: Abdomen

Abdomen – was ist das eigentlich?

Dieser lateinische Begriff bezeichnet den Teil des Körpers, den Sie vielleicht Bauch oder Unterleib nennen. Das Abdomen beginnt unterhalb der Lunge; das Zwerchfell stellt die vertikale Begrenzung dar. Es endet im knöchernen Becken, unserem Hüftbereich. Der Abdominalbereich umschließt unter anderem unsere Verdauungsorgane (Magen-Darm-Trakt), Entgiftungsorgane (Nieren und ableitende Harnwege), die weiblichen Geschlechtsorgane (Eierstöcke, Gebärmutter, Scheide) sowie Organe, die für die Blutbildung (Milz, Leber) relevant sind.

Organe und ihre Funktionen im Abdomen

Wenn Sie sich einmal von oben nach unten betrachten, können Sie leicht die Lage der sogenannten inneren Organe benennen: Legen Sie die rechte Hand auf den unteren Rippenbogen rechts. Direkt darunter befindet sich die Leber und unter dieser die Gallenblase. Auf der gegenüberliegenden Seite links befinden sich der Magen, darunter die Bauchspeicheldrüse und seitlich die Milz. An den Magen schließt sich ein Teil des Dünndarms, der Zwölffingerdarm an, in den die Gallenblase und die Bauchspeicheldrüse ihre für die Verdauung notwendigen enzymhaltigen Sekrete abgeben. Der Dünndarm ist mit einer Gesamtlänge von rund fünf Metern zuständig für die Aufspaltung der Nahrung in Nährstoffe sowie deren Aufnahme (Resorption) in den Blutkreislauf. Unverdaute Nahrungsbestandteile werden an den sich anschließenden Dickdarm weitergeleitet und über den Enddarm ausgeschieden. Wenn Sie nun Ihre Hände beidseits oberhalb des Beckenkamms auf die rückwärtigen Rippenbögen legen, haben Sie den Ort der Nieren entdeckt. Dort wird unser Blut 'gewaschen' und der Reststoffe enthaltende Urin gebildet. Von den Nieren führen die Harnleiter zur Harnblase. Diese liegt mittig im kleinen Becken. Dort wird der Urin gesammelt und über die Harnröhre ausgeschieden. Frauen werden oberhalb der Blase ihre Gebärmutter finden. Ungefähr auf der Höhe der Beckenkämme, auf halber Strecke in Richtung Bauchnabel, befinden sich beidseits die Eierstöcke, die uns mit weiblichen Hormonen und monatlich mit zur Befruchtung reifen Eizellen versorgen.

Warum wird der Bauch nach dem Essen dick?

Nach eine reichhaltigen Essen fühlen viele sich unwohl, weil der Bauchbereich sich kurzfristig vergrößert. Dabei hat der vergrößerter Bauchbereich durch die vielfältigen Funktionen seine Berechtigung: Das Abdomen ist im vorderen Bauchbereich weich umschlossen mit Haut, Fettgewebe und Muskulatur. Die weichen Polster dienen dem Schutz der vielen Organe im Inneren, aber auch bei einem Sturz des im Mutterleib wachsenden Babys. Die elastische Bauchdecke schafft zusätzlichen Raum in einer Schwangerschaft, aber auch nach dem Essen. Wäre das Abdomen wie durch ein knöchernes Korsett starr begrenzt, wären nicht nur die freie Atmung behindert, sondern auch die Ausdehnung der Gebärmutter oder der mit Nahrung und Luft gefüllten Darmschlingen. Man denke nur an die in Fischbeinkorsett geschnürten Damen, bei denen eine Ohnmacht an der Tagesordnung war.

Was können Bauchschmerzen bedeuten?

Die Fülle an Organen machen vielfältige Störungen möglich. Leider können Sie sich nicht darauf verlassen, dass der Ort des Schmerzes gleich der Erkrankung des Organs ist, auch wenn Sie die Topographie der Organe gut im Kopf haben. Viele Schmerzen strahlen aus oder sind an einer Stelle, an der sich mehrere Organe befinden. Beispiel: Starke ziehende Schmerzen im unteren Abdomenbereich können für eine Blasenentzündung, heftige Blähungen (Luft im Darm) oder Regelschmerzen stehen. Deshalb sind ärztliche Untersuchungen wichtig und sinnvoll.

Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel kann einen Besuch beim Arzt nicht ersetzen. Er enthält nur allgemeine Hinweise und darf daher keinesfalls zu einer Selbstdiagnose oder Selbstbehandlung herangezogen werden.

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