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Gesundheitscheck: Wissen Sie, wie man gesund bleibt?

Gesundheitscheck: Wissen Sie, wie man gesund bleibt?
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Wie steht's um Ihren Gesundheit?

Zwar wird nur einmal im Jahr der Weltgesundheitstag ausgerufen, über seine eigene Gesundheit sollte man sich allerdings wesentlich häufiger Gedanken machen. Denn was gibt es besseres, als einen verlässlichen Körper und einen funktionierenden Geist? Deshalb bietet Ihnen rtlratgeber.de den persönlichen Gesundheitscheck. Vergleichen Sie an sechs großen "Prüfstellen", welche Faktoren einer guten Gesundheit dienlich sind - und was Sie für sich selbst womöglich ändern und verbessern können.

Prüfstelle 1: Ernährung

Die Ernährung hat für die Gesundheit eines Menschen eine ausgesprochen wichtige Bedeutung. Eine recht nachvollziehbare Orientierungshilfe bietet dabei die recht bekannte Ernährungspyramide. Sie stellt grafisch illustriert dar, in welchem Mengenverhältnis zueinander verschiedene Nahrungsmittel konsumiert werden sollten, um sich gesund zu ernähren. Damit wird deutlich: Wer ausgewogen essen oder trinken möchte, muss aber keine Nährwerttabellen lesen oder Kalorien zählen. Beim Kombinieren der Lebensmittel hilft flink die Ernährungspyramide. Sie teilt die Lebensmittel in acht Gruppen ein:

Getränke,

Getreide, Getreideprodukte und Kartoffeln

Gemüse

Obst

Milch und Milchprodukte

Fleisch, Fleischwaren, Fisch und Eier

Speisefette und –öle

Süßigkeiten und Knabbereien

Zu beachten: Bei Fetten, Kohlenhydraten und Eiweißen gibt es sehr verschiedene Qualitäten, die hinsichtlich ihres Gesundheitswertes unterschiedlich zu bewerten sind. Es geht also nicht nur um die Quantität, auch die Qualität spielt eine große Rolle.

Wer täglich aus allen Lebensmittelgruppen isst, ernährt sich ausgewogen und vielseitig und erhält alle notwendigen Nährstoffe. Orientiert wird sich an der Größe der Pyramidenfelder: Von den Lebensmittelgruppen aus den großen Feldern reichlich essen, aus den kleinen Feldern nur sparsam.

Was Sie überprüfen sollten: Schauen Sie sich die Ernährungspyramide einmal genau an und gleichen Sie Ihr tägliches Essverhalten mal daran ab. Trinken Sie ausreichend? Naschen Sie zu viele Süßigkeiten? Wieviel Obst und Gemüse kommt täglich bei Ihnen auf den Tisch? Durch einen solchen Vergleich stellen Sie schnell fest, wo Ihre Ernährungsgewohnheietn zu verbessern sind.

Prüfstelle 2: Bewegung

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© dpa, Felix Kästle

Die Arbeitswelt und der Alltag von heute ist durch Automatisierung und Mechanisierung geprägt. Das hat zur Folge, dass ein Gros der Tätigkeiten im Sitzen ausgeführt wird und dadurch unsere körperliche Verfassung immer schlechter wird. Grotesk eigentlich, denn in einer Vielzahl unterschiedlichster Studien wurde der immense Einfluss von Bewegung auf die menschliche Gesundheit wiederholt bestätigt. Umgekehrt ausgedrückt: Wer sich zu wenig bewegt, wird auf lange Sicht hin krank.

Bewegungsmangel kann "Zivilisationskrankheiten", wie Herz-Kreislauferkrankungen, Diabetes, Bluthochdruck, Osteoporose Haltungsschäden, Übergewicht oder gar Fettleibigkeit begünstigen. Nach Schätzungen der Weltgesundheitsorganisation sterben rund zwei Millionen pro Jahr an den Folgen zu geringer körperlicher Aktivität.

Was Sie überprüfen sollten: Überlegen Sie mal, wie Ihre tägliche Arbeit oder Ihr Alltag aussieht. Und hinterfragen Sie ehrlich, wie oft Sie sich in der Woche eigentlich bewegen. Dreimal die Woche sollten Sie in jedem Fall in irgendeiner Form aktiv werden, und sei es für einen langen, etwas zügigeren Spaziergang. Wichtig ist aber auch: Wenn Sie vermehrt sportlich aktiv werden wollen, sollten Sie keinesfalls überstürzt handeln. Körperliche Aktivität beugt zwar gesundheitlichen Risiken vor, aber falscher sportlicher Ehrgeiz kann das Gegenteil bewirken. Fangen Sie ganz langsam an und steigern sich dann nach und nach. Informieren Sie sich gründlich, bevor Sie wild loslegen.

Übrigens: Ausdauersportarten wie etwa Joggen, Skaten, Biken, Schwimmen oder Nordic Walking sind die besten Kalorienkiller. Je mehr Muskeln bewegt werden, desto höher der Energieverbrauch. Natürlich sind diese Sportarten auch anstrengend und nicht jedermanns Sache. Geht es Ihnen eher um grundsätzliche Aktivität oder regelmäßige Ausflüge an die frische Luft, dann suchen Sie doch mal in den Sportvereinen Ihrer Umgebung nach Gleichgesinnten.

Prüfstelle 3: Stress

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© Johan Larson - Fotolia

Jeder von uns ist im Alltag mehr oder weniger häufig Druck oder Anforderungen sehr unterschiedlicher Art ausgesetzt. Dies kann sich im Privatleben, in der Ausbildung oder im Beruf ergeben. Während das manche Menschen recht gut verkraften oder sogar beflügelt, leidet die Mehrheit darunter und kämpft mit gesundheitlichen Folgen von Stress. Denn auch hier gilt: Stress kann langfristig zu schweren Erkrankungen führen.

So hat Stress nachweislich großen Einfluss auf den Blutdruck und damit den Zustand unseres Kreislaufssystems. Nicht wenige Herz-Anfälle haben in Stress Ihre Ursache.

Außerdem stört Stress unter anderem unsere Immunabwehr. In stressigen Zeiten ist man besonders anfällig für Erkältungen und andere Krankheiten. Stress hat Einfluss auf die Arbeit verschiedener Immunzellen. Auch der Einfluss von Stress auf unsere Stimmung ist seit längerem bekannt. Heute ist außerdem nachgewiesen: Sowohl vorübergehender akuter Stress als auch lang andauernde Belastungen gehen an uns nicht spurlos vorbei. Richtig gesundheitsgefährdend aber ist Stress über lange Zeit.

Als so genannte Stressoren werden, allgemein ausgedrückt, innere und äußere Anforderungen bezeichnet, die der Organismus bewältigen und sich daran anpassen muss. Das können also durchaus auch positive Ereignisse sein. Erst die Bewertung als unangenehm bzw. die fehlende Fähigkeit, sich auf die Situation und die besonderen Bedingungen anzupassen, können dann eine Stressreaktion auslösen, die wir als beeinträchtigend erleben.

Was Sie überprüfen sollten: Natürlich rutscht jeder von uns mal in eine echte Stress-Situation. Wichtig für Sie ist aber zu überlegen, ob Sie häufig Stressbelastungen ausgesetzt sind. Ist dies der Fall sollten Sie dem entgegenwirken oder zumindest einen Ausgleich schaffen. Wie sich Stress abbauen lässt, darüber gibt es zahlreiche Meinungen. Entsprechend sollten Sie selbst ausprobieren, was Ihnen hilft und gut tut. Geht es Ihnen bereits ausgesprochen schlecht, sprechen Sie dringend mit Ihrem Hausarzt über die Belastung und versuchen Sie auf diesem Weg eine Lösung zu finden.

Ansonsten gelten als stressmildernd unter anderem reichlich Bewegung (siehe oben), eine positive Atmosphäre schaffen, Gespräche, Wellness-Programme, Urlaub etc.

Prüfstelle 4: Erbfaktoren

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© dpa, Angelika Warmuth

Es ist klar, dass wir auf die genetischen Einflüsse, also die Erbfaktoren, welche wir von unseren Eltern mitbekommen haben, keinen Einfluss nehmen können. Unter Erbfaktoren versteht man die kleinsten funktionellen Einheiten der Vererbung, die Gene. Diese enthalten in verschlüsselter Form die Erbinformation.

Unter Erbkrankheiten versteht man Krankheiten oder Entwicklungsstörungen, die auf der Vererbung von mutierten Genen oder Chromosomen beruhen. Erbkrankheiten treten häufig familiär auf, können aber auch spontan entstehen.

Mittlerweile ist medizinisch längst bekannt, dass bestimmte Erbfaktoren die Wahrscheinlichkeit einer gewissen Erkrankung beschleunigen können. Sind der Vater und der Großvater beispielsweise an Darmkrebs erkrankt, haben die Kinder ein entsprechendes höheres genetisches Risiko ebenfalls irgendwann von der Krankheit getroffen zu werden. Aus diesem Grund klärt jeder gute Arzt im Gespräch mit seinen Patienten auch ab, ob bestimmte Krankheiten innerhalb der Familie häufiger aufgetreten sind.

Was Sie überprüfen sollten: Erkundigen sich bei Familienmitgliedern oder Angehörigen, ob in Ihrer Familie gewisse Krankheitsbilder auffällig häufig oder über Generationen hinweg vorkamen. Informieren Sie darüber Ihren Arzt - vor allem dann, wenn Sie schon an gewissen Beschwerden leiden.

Prüfstelle 5: Zigaretten

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© dpa, Stephan Jansen

Jeden Tag sterben in Deutschland rund 300 Menschen an den Folgen des Tabakkonsums. Rein rechnerisch kommen auf jeden Einwohner - egal, ob Raucher, Nichtraucher, Erwachsener oder Kind - täglich mindestens vier Zigaretten. Die steigende Tabaksteuer hilft da wenig. Noch immer ist der Tabakkonsum mit all seinen schlimmen Folgen für Lunge, Gefäße, Herz usw. der Gesundheitskiller Nummer Eins.

Tragisch dabei: Der Tabakkonsum ist das größte vermeidbare Gesundheitsrisiko unserer Zeit. 33 Prozent der Erwachsenen in Deutschland rauchen. Das durchschnittliche Einstiegsalter in den Zigarettenkonsum liegt bereits bei etwa 13 Jahren. Keine guten Aussichten für die Zukunft...

Was Sie überprüfen sollten: Sollten Sie tatsächlich rauchen, dann passen Sie jetzt aber auf: Die Deutsche Krebshilfe und Aktionsbündnis Nichtrauchen rufen Raucher regelmäßig dazu auf, sich an Ärzte und Apotheker zu wenden, um von der Nikotinsucht loszukommen. Doch einfach ist das keinesfalls. Nur etwa fünf Prozent schafften den Ausstieg aber ohne Unterstützung. Wenn Sie es schaffen wollen - und das sollten Sie Ihrer Gesundheit zuliebe auf jeden Fall - empfehlen Experten die Hilfe der Raucherberatung in Anspruch zu nehmen. Diese hätten Erfolgsquoten von bis zu 40 Prozent. Das ist nicht grandios, aber ein Anfang.

Prüfstelle 6: Alkohol

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© dpa, Arno Burgi

Alkoholmissbrauch zählt zu den größten gesellschaftlichen Problemen in Deutschland. Jeder Deutsche konsumiert pro Jahr mehr als zehn Liter reinen Alkohols. Das das nicht gesund ist, braucht man nicht extra erwähnen. Während bei den Erwachsenen der Trend vom Bier zum Wein geht, waren bei Jugendlichen zuletzt Alcopops der Renner.

Brisant ist der fließende Übergang zwischen gemütlichem Genuss und medizinischer Gefahr, denn schon wer täglich einen Liter Bier trinkt, riskiert alkoholabhängig zu werden oder alkoholbedingte Organschäden zu bekommen. Von den Folgen härteren Alkohols ganz zu schweigen. In Zusammenhang mit Alkohol gibt es hierzulande 42.000 Todesfälle im Jahr.

Was Sie überprüfen sollten: Wenn Sie sich nicht sicher sind, ob Sie zu viel Alkohol zu trinken, sollten Sie sich regelmäßig folgende Frage stellen:

• Verspüren den starken Wunsch, Alkohol zu trinken?

• Sie sind manchmal nicht mehr in der Lage, die Menge des Alkoholkonsums vernünftig zu steuern?

• Treten nach Absetzen oder Einschränkung des Alkoholkonsums körperliche Beschwerden auf?

• Brauchen Sie immer mehr Alkohol, um die ursprüngliche Wirkung zu erreichen?

Sollten Sie eine oder mehrere dieser Fragen mit "Ja" beantworten, sind Sie durchaus alkoholgefährdet. Auch, wenn es nicht leicht fällt: Sprechen Sie darüber mit Ihrem Arzt oder einem Vertrauten und überlegen Sie sich Strategien, um vom Alkohol weg zu kommen. Gerade weil Alkohol so viele Menschen betrifft, gibt es zum Glück auch viele Möglichkeiten zu helfen.

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