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Gesichtscremes mit UV-Schutz im Test: UV-Filter wirken wie Hormone

Sind teure Gesichtscremes wirklich besser?
Sind teure Gesichtscremes wirklich besser? Ökö-Test: Viele Produkte bedenklich 00:00:42
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Test: Mehr als die Hälfte der Gesichtcremes mit UV-Schutz 'ausreichend' oder schlechter

Glaubt man dem neuesten Gesichtscreme-Test von 'Öko-Test', enthalten 13 der 20 überprüften Tagescremes mit UV-Schutz bedenkliche Inhaltsstoffe, die in den Hormonhaushalt eingreifen. Das Prüfinstitut betitelt sie als „Hormon(ster)“. Insbesondere die chemischen UV-Filter zählen zu den umstrittenen Substanzen, da sie von Forschern unter anderem in Muttermilch nachgewiesen wurden.

Gesichtscremes mit UV-Schutz im Test: UV-Filter wirken wie Hormone
Tagescremes mit einen UV-Filter enthalten bedenkliche Inhaltsstoffe.

Getestet wurden UV-Tagescremes aus Dicountern, Drogerien, Parfümerien und Apotheken mit Preisen zwischen 2,45 Euro und 52,95 Euro für 50 ml und Lichtschutzfaktoren von 6 bis 25. Die Gesamturteile 'ungenügend‘ und 'mangelhaft‘ bekamen jeweils vier Produkte renommierter Hersteller, fünf waren 'ausreichend‘. Nur eine Gesichtscreme schnitt mit 'sehr gut‘ ab – die 'Sôi Tagescreme für jeden Hauttyp' von Real. Allerdings hat sie den LSF 6, und der bringt laut Professor Eckhard Wilhelm Breitbart von der Arbeitsgemeinschaft Dermatologische Prävention (beratend für 'Öko-Test') überhaupt nichts.

Hormonähnliche Stoffe nachgewiesen

Vor allem in drei der getesteten Cremes steckt der umstrittene Inhaltsstoff 'Paraben‘, der „wie ein Hormon" wirkt. Zwei der Produkte wurden daher insgesamt mit ‚ungenügend‘ bewertet - die Feuchtigkeitspflege 'Olaz Regenerist‘ und 'Emosie Face UV Tagesschutz‘ von Hildegard Braukmann. Die 'Vitamin E Moisture Lotion' von The Body Shop bekam ein 'mangelhaft'.

Aber auch allergieauslösende Substanzen wurden in mehreren UV-Cremes gefunden. Sogenannte 'halogenorganische Verbindungen‘, wies 'Öko-Test' beispielsweise in 'Eau Thermale Avène Hydrance‘ von Fabre nach. Diese Creme bekam ebenfalls ein ‚ungenügend‘.

Das Kontaktallergen 'Methylisothiazolinon‘ hingegen findet sich in der 'Tagespflege Protect‘ von Frei aus der Apotheke, die das Gesamturteil 'befriedigend’ erhielt. Und bei einigen UV-Cremes führten Duftstoffe, die Allergien auslösen können, zum Punktabzug.

Ein Großteil der Produkte enthält darüber hinaus „unerwünschte“ Inhaltsstoffe wie 'PEG/PEG-Derivate', die den natürlichen Schutz der Haut aufheben und sie durchlässig für Fremdstoffe machen. In allen mit 'gut‘ und besser bewerteten Gesichtscremes sind sie jedoch nicht enthalten.

Generell sehen die 'Öko-Test'-Prüfer die Kombination von Tagespflege und UV-Schutz kritisch, da ihre genaue Wirkung auf den menschlichen Organismus noch nicht bekannt ist. Insbesondere dann, wenn die Haut hohen Temperaturen und intensiver Sonnenstrahlung ausgesetzt ist.

Zweifel gibt es auch hinsichtlich der korrekten Anwendung der UV-Kombi-Cremes: Um einen ausreichenden Sonnenschutz zu erzielen, müssten Verbraucher eine entsprechend große Menge der Pflege auftragen - nämlich zwei Milligramm pro Quadratzentimeter Haut - und, je nach Jahreszeit, außerdem einen höheren UV-Filter wählen. Geschieht dies nicht, werde keine hautschützende Wirkung erzielt.

Sinnvoller sei es daher, zwei separate Cremes zu verwenden: Eine Tagespflege und eine Sonnencreme. Bei der Sonnencreme sollten dann Produkte mit mineralischem statt chemischem UV-Schutz gewählt werden.

(Quelle: Ökotest, 04/2015)

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