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Geschwisterkinder Mädchen, Mädchen, Junge: So ticken Ihre Kinder

Geschwisterkinder Mädchen, Mädchen, Junge: So ticken Ihre Kinder
Geschwisterkinder Mädchen, Mädchen, Junge: So ticken Ihre Kinder

So sind Ihre Kinder in dieser Geschwisterkonstellation

Bei zwei Mädchen und einem Jungen wird sich ihr Mann aber sehr über die männliche Unterstützung in der Familie gefreut haben. Mit der Geburt des Sohnes kam Verstärkung in die Familie und mit dem Stammhalter wird er auch gern am Wochenende zum Fußballgucken gehen. Gleichzeitig wird er seinen beiden Töchtern aber genauso gern Prinzessinnen-Geschichten vorlesen oder sie zum Reiten fahren. Wie sich ihre Kinder in dieser Geschwisterkonstellation entwickeln, verraten wir Ihnen.

Von Sabine Möller

Das erste Kind: Die ältere Schwester

Die erstgeborene Tochter ist für viele Eltern was Besonderes. Mädchen symbolisieren meist eine Verletzlichkeit, die beschützt werden muss. Nicht nur vom Vater, sondern auch von der Mutter. Da Mädchen sich in der Regel schneller entwickeln als Jungen, wird Ihre Tochter schneller eigenständig. Diese schnelle Entwicklung wird von den Eltern aber auch gefördert, weil sie ihre Tochter immer wieder anspornen. Auf der einen Seite ist dieser enorme Entwicklungsvorsprung natürlich super.

Auf der anderen Seite hat die Erstgeborene in den ersten Jahren nur erwachsene Bezugspersonen. Weil Erwachsene immer alles besser können, eifern Mädchen diesen nach und entwickeln einen gewissen Ansporn. Das wird sich leider durch ihr gesamtes Leben ziehen, denn sie wollen es ihren Eltern mehr als recht machen und haben ständig das Gefühl, die hohen Erwartungen nicht erfüllen zu können.

Große Schwestern übernehmen später, wenn das Geschwisterkind da ist, die Aufgabe der Aufpasserin. Außerdem spenden sie Trost und helfen ihren jüngeren Geschwisterkindern bei vielem. Dadurch entwickeln kleine Mädchen oft die Angewohnheit, wie die eigene Mutter zu reagieren und zu agieren. Aber das kann Ihnen bei der Erziehung der Jungen das eine oder andere Mal hilfreich sein. Außerdem passen sie gern auf ihre kleinen Geschwister auf. Man könnte meinen, in Erziehungsfragen ziehen sie gemeinsam mit ihren Eltern an einem Strang. Erstgeborene Mädchen stellen ihre Bedürfnisse für das kleinere Geschwister hinten an.

Das mittlere Kind: Die zweite Tochter als Sandwichkind

Das mittlere Kind in der Familie hat es immer ein bisschen schwerer als seine Geschwister. Die große Tochter ist die Erstgeborene und der jüngere Bruder ist das Nesthäkchen mit dem Bonus. Dem mittleren Kind fehlt oft der Platz in der Familie. Der Geschwisterforscher Kevin Leman benennt es als "Zu spät geboren und doch zu früh". Das bedeutet, dass die mittleren Kinder zu spät geboren worden, um die Aufmerksamkeit der Älteren zu genießen und zu früh, um sich wie das jüngste Geschwister alles zu erlauben.

Doch diese Sandwichkinder sollte man dennoch nicht unterschätzen, weil sie sehr charmant sein können. Sie vereinen beide Geschwisterteile in sich. Beispielsweise bemuttert es gern das jüngere Geschwister, lässt sich vom älteren aber auch gern selber bemuttern. Die mittleren Geschwister können sich sehr gut anpassen und sind diplomatisch. Sie sind der Ausgleich zwischen dem älteren und dem jüngeren Geschwister, haben aber Zeit ihres Lebens das Gefühl, nichts Besonderes zu sein.

Der jüngste Sohn als Nesthäkchen der Familie

Viele Eltern behaupten ja, dass das dritte Kind meistens so mitgezogen wird und sie bei ihnen nicht mehr so auf alles achten. Es wird eher unkomplizierter. Und so ist auch das Nesthäkchen: Die jüngsten Geschwister sind unkonventionell, entwickeln sich schnell und schauen zu ihren großen Geschwistern auf. Sie lernen schnell und viel von ihren älteren Geschwistern.

Aber Vorsicht: Überfordern Sie das jüngste Kind nicht mit Dingen, die eigentlich eher die älteren Kinder können müssen. Kleine Brüder lassen sich gern verwöhnen und müssen im Gegensatz zu ihren älteren Geschwistern viele Dinge gar nicht tun, beispielsweise im Haushalt helfen. Sie wetteifert gern mit ihren Geschwistern. Sie sind ehrgeizig und mögen es dennoch, wenn sie jemand an die Hand nimmt. Eins haben diese Kinder aber auf jeden Fall: Durchsetzungsvermögen. Was sie nicht leiden können sind Hektik und Vorschriften - das haben sie in der Kindheit auch nicht erfahren.

Erziehungstipps für die Geschwisterkonstellation Mädchen, Mädchen und Junge

Es ist durchaus möglich, dass es mal zwischen den Schwestern kracht. Da werden Streitigkeiten wegen einer Puppe, dem Sport oder dem Freund ausgetragen. Der jüngere Bruder bleibt davon völlig unbeeindruckt, weil er ganz andere Interessen als seine Schwestern hat.

1. Der kleine Sohn wird bestimmt mit seinen großen Geschwistern mithalten wollen. Das überfordert ihn aber möglicherweise. Also schaffen Sie ihm Alternativen, die für sein Alter geeignet sind und in der er punkten kann. Verwöhnen Sie den Sohn aber nicht doppelt, nur weil er Nesthäkchen und einziger Sohn der Familie ist!

2. Fördern Sie ihre Kinder individuell, damit keine Konkurrenz untereinander entsteht. Zudem haben Ihre Kinder unterschiedliche Fähigkeiten. Darum brauchen sie auch individuelle Förderung.

3. Schaffen Sie jedem Kind Freiräume, auch räumliche. Die Mädchen können sich gern mal ein Zimmer teilen, aber versuchen Sie auch, den Töchtern die Möglichkeit zu geben, unabhängig voneinander zu spielen, beispielsweise mit gleichaltrigen Freundinnen.

4. Achten Sie auf eine gerechte und altersgemäße Erziehung und erwarten Sie auch Unterschiedliches von Ihren Kindern.

5. Achten Sie darauf, dass das mittlere Kind nicht zu kurz kommt. Fördern Sie es und geben Sie ihm den Freiraum, sich auszuprobieren.

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