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Geschwisterkinder Junge, Mädchen, Junge: So ticken Ihre Kinder

Geschwisterkinder Junge, Mädchen, Junge: So ticken Ihre Kinder
Geschwisterkinder Junge, Mädchen, Junge: So ticken Ihre Kinder. © RTL interactive

So sind Ihre Kinder in dieser Geschwisterkonstellation

Eine tolle Kombination haben Sie da! Zwei Jungs und dazwischen die kleine Prinzessin - da haben Sie auf jeden Fall eine tolle Geschwisterkombination. Die mittlere Schwester wird beschützt von ihrem großen Bruder und bemuttert dazu noch den kleinen Bruder. Wenn es ihr aber zwischen den beiden Brüdern zu bunt wird, stellt sie sich schon auf Ihre Seite und unterstützt Sie mit der Rasselbande. Wie Ihre Kinder in dieser Konstellation sonst noch ticken, lesen Sie hier. Wir haben auch praktische Erziehungstipps aufgelistet.

Von Sabine Möller

Das erste Kind: Der ältere Bruder

Der erstgeborene Sohn ist für viele Eltern etwas Besonderes. Schließlich werden sie zum ersten Mal Eltern und erleben alles zum ersten Mal. Erstgeborene entwickeln sich schnell, weil sie von den Eltern aber auch sehr gefördert werden. Sie spornen ihren Sohn regelrecht an. Auf der einen Seite ist dieser enorme Entwicklungsvorsprung natürlich super. Auf der anderen Seite hat der Erstgeborene in den ersten Jahren nur erwachsene Bezugspersonen.

Weil Erwachsene immer alles besser können, eifern die Jungen diesen nach und entwickeln einen gewissen Ansporn. Das wird sich leider durch ihr gesamtes Leben ziehen, denn sie wollen es ihren Eltern mehr als recht machen und haben ständig das Gefühl, die hohen Erwartungen nicht erfüllen zu können. Darum neigen Erstgeborene auch zum Perfektionismus.

Der erste Sohn wird später natürlich Verantwortung für seine Geschwister übernehmen und sie beschützen und verteidigen. Natürlich müssen die kleineren Geschwister im Gegenzug zu ihm halten und sich loyal ihm gegenüber zeigen. Wenn die Jungen älter werden, werden sie zu den „Spießern“ der Familie. Er wird irgendwann einen Bausparvertrag und ein solides finanzielles Polster haben sowie in geordneten Verhältnissen leben. Um dieses Ziel zu erreichen, sind die Erstgeborenen sehr zielstrebig und ausdauernd. Wie so oft bei Geschwistern, lassen die Eltern den kleineren oft mehr durchgehen als den großen. Der erstgeborene Junge wird diese hart auferlegten Grenzen als ungerecht empfinden.

Das mittlere Kind: Die ältere bzw. jüngere Schwester als Sandwich-Kind

Sandwichkinder vereinen beide Geschwister ineinander. Beispielsweise bemuttert es gern das jüngere Geschwister, lässt sich vom älteren aber auch gern selber bemuttern. Die mittleren Geschwister können sich sehr gut anpassen und sind diplomatisch. Sie sind der Ausgleich zwischen dem älteren und dem jüngeren Geschwister, haben aber Zeit ihres Lebens das Gefühl, nichts Besonderes zu sein.

Das mittlere Kind in der Familie hat es immer ein bisschen schwerer als seine Geschwister. Der große Bruder ist der Erstgeborene und der kleine Bruder ist das Nesthäkchen mit dem Bonus. Dem mittleren Kind fehlt oft der Platz in der Familie. Der Geschwisterforscher Kevin Leman benennt es als "Zu spät geboren und doch zu früh". Das bedeutet, dass die mittleren Kinder zu spät geboren worden, um die Aufmerksamkeit der Älteren zu genießen und zu früh, um sich wie das jüngste Geschwister alles zu erlauben. Doch diese Sandwichkinder sollte man dennoch nicht unterschätzen, weil sie sehr charmant sein können.

In dieser Geschwisterkonstellation hat das Mädchen natürlich eine Sonderstellung, weil sie die Prinzessin im Haus ist. Sie wird diese Position mögen, weil sie mal die kleine Schwester und mal die große Schwester ist – je nach Lust und Laune.

Das dritte Kind: Der jüngste Sohn als Nesthäkchen

Die kleinen Brüder lassen sich auf jeden Fall gern verwöhnen. Ihre Geschwister müssen viel mehr im Haus erledigen als sie. Aber diese jüngsten Geschwister sind unkonventionell, entwickeln sich schnell und schauen zu ihrem großen Bruder und der großen Schwester auf. Aber sie wetteifern auch gern, sind frech und unverfroren. Doch die kleinen Brüder mögen es dennoch, wenn sie von den größeren Geschwistern an die Hand genommen werden.

Eins haben diese Kinder aber auf jeden Fall: Durchsetzungsvermögen. Hektik und Vorschriften mögen sie überhaupt nicht, weil sie das während ihrer Kindheit nie erlebt haben, denn die jüngsten in dieser Geschwisterkonstellation werden quasi mitgezogen von Eltern und Geschwistern.

Erziehungstipps für die Geschwisterkonstellation Junge, Mädchen, Junge

Das Geschwisterverhältnis in dieser Konstellation ist eigentlich sehr entspannt. Konkurrenzsituationen wird es so gut wie nie geben, auch nicht zwischen den Jungen, denn der große Sohn ist für die Interessen des kleineren Sohnes schon viel zu alt. Und die Tochter hat sowieso eigene Hobbys.

1. Ihre mittlere Tochter muss ihre eigenen Erfahrungen machen dürfen. Durchaus möglich, dass ihr großer Bruder die Butter vom Brot nehmen will. Auch wenn er es bestimmt gut mit seiner Schwester meint. Aber jedes Kind ist anders und bewältigt Aufgaben in seinem Tempo.

2. Ihre Jungs haben unterschiedliche Interessen. Darum ist es genauso wichtig, dass Sie beide individuell fördern, denn sonst ist die Konkurrenz zu stark.

3. Schaffen Sie jedem Kind seinen Freiraum, vor allem räumlich. Schicken Sie ein Kind in den Garten, das anderen in den Hobbykeller und das dritte in sein Zimmer zum Spielen. Wenn sich die Gemüter beruhigt haben, kommen alle wieder zusammen.

4. Die Erziehung muss altersgerecht sein. Verlangen Sie nicht vom Kleinsten dasselbe wie vom Größen.

5. Es kommt schon mal vor, dass sich die Jungs raufen. Das ist bis zu einem gewissen Grad auch in Ordnung, nur müssen sie lernen, dass es fair bleiben muss und der Große dem Kleineren auch wehtun kann.

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