FAMILIE FAMILIE

Geschwisterkinder Junge, Junge, Junge: So ticken Ihre Kinder

Geschwisterkinder Junge, Junge, Junge: So ticken Ihre Kinder
Geschwisterkinder Junge, Junge, Junge: So ticken Ihre Kinder © RTL interactive

Wie Sie die Rasselbande erziehen können

Drei Jungen im Haus? Alle Achtung, dann haben Sie es als Mutter mit diesen drei Draufgängern aber nicht einfach, oder? Statt rosa Kleidchen oder Dressurreiten stehen bei Ihnen wohl Piratenburgen bauen und Schürfwunden verarzten auf dem Plan. Dann geht es bei Ihnen auf jeden Fall hoch her und es wird nie langweilig mit der Rasselbande. Aber mal ganz im Ernst: Ihre drei Jungs werden wieder gern zur Mama zurückkommen und zu Ihnen ein inniges Verhältnis aufbauen. Wie Ihre Söhne in der Geschwisterkonstellation ticken und wie Sie ihre Jungen erziehen, lesen Sie hier.

Von Sabine Möller

Das erste Kind: Der ältere Bruder

Der erstgeborene Sohn ist für viele Eltern was Besonderes. Schließlich werden Sie zum ersten Mal Eltern und erleben alles zum ersten Mal. Erstgeborene entwickeln sich schnell, weil sie von den Eltern aber auch sehr gefördert werden. Sie spornen ihren Sohn regelrecht an. Auf der einen Seite ist dieser enorme Entwicklungsvorsprung natürlich super. Auf der anderen Seite hat der Erstgeborene in den ersten Jahren nur erwachsene Bezugspersonen. Weil Erwachsene immer alles besser können, eifern die Jungen diesen nach und entwickeln einen gewissen Ansporn. Das wird sich leider durch ihr gesamtes Leben ziehen, denn sie wollen es ihren Eltern mehr als recht machen und haben ständig das Gefühl, die hohen Erwartungen nicht erfüllen zu können. Darum neigen Erstgeborene auch zum Perfektionismus.

Der erste Sohn wird später Verantwortung für seine Geschwister übernehmen und sie beschützen und verteidigen. Natürlich müssen die kleineren Brüder im Gegenzug zu ihm halten und sich loyal ihm gegenüber zeigen. Wenn die Jungen älter werden, werden sie zu den "Spießern" der Familie. Er wird irgendwann einen Bausparvertrag und ein solides finanzielles Polster haben sowie in geordneten Verhältnissen leben. Um dieses Ziel zu erreichen, sind die Erstgeborenen sehr zielstrebig und ausdauernd. Wie so oft bei Geschwistern, lassen die Eltern den kleineren oft mehr durchgehen als den großen. Der erstgeborene Junge wird diese hart auferlegten Grenzen als ungerecht empfinden.

Das mittlere Kind: Der ältere bzw. jüngere Bruder als Sandwich-Kind

Sandwichkinder vereinen beide Geschwister ineinander. Beispielsweise bemuttert es gern das jüngere Geschwister, lässt sich vom älteren aber auch gern selber bemuttern. Die mittleren Geschwister können sich sehr gut anpassen und sind diplomatisch. Sie sind der Ausgleich zwischen dem älteren und dem jüngeren Geschwister, haben aber Zeit ihres Lebens das Gefühl, nichts Besonderes zu sein.

Das mittlere Kind in der Familie hat es immer ein bisschen schwerer als seine Geschwister. Der große Bruder ist der Erstgeborene und die kleine Bruder ist das Nesthäkchen mit dem Bonus. Dem mittleren Kind fehlt oft der Platz in der Familie. Der Geschwisterforscher Kevin Leman benennt es als „Zu spät geboren und doch zu früh“. Das bedeutet, dass die mittleren Kinder zu spät geboren worden, um die Aufmerksamkeit der Älteren zu genießen und zu früh, um sich wie das jüngste Geschwister alles zu erlauben. Doch diese Sandwichkinder sollte man dennoch nicht unterschätzen, weil sie sehr charmant sein können.

Das dritte Kind: Der jüngste Sohn als Nesthäkchen

Die kleinen Brüder lassen sich auf jeden Fall gern verwöhnen. Ihre Geschwister müssen viel mehr im Haus erledigen als sie. Aber diese jüngsten Geschwister sind unkonventionell, entwickeln sich schnell und schauen zu ihren großen Brüdern auf. Aber sie leben auch in einem ständigen Wetteifern mit ihren Brüdern, sind frech und unverfroren. Doch die kleinen Brüder mögen es dennoch, wenn sie von den größeren Geschwistern an die Hand genommen werden. Eins haben diese Kinder aber auf jeden Fall: Durchsetzungsvermögen. Hektik und Vorschriften mögen sie überhaupt nicht, weil sie das während ihrer Kindheit nie erlebt haben, denn die jüngsten in dieser Geschwisterkonstellation werden quasi mitgezogen von Eltern und Geschwistern.

Erziehungstipps für die Geschwisterkonstellation Junge, Junge, Junge

Als dreifache Jungen-Mutter müssen Sie viel Verhandlungsgeschick mitbringen, damit sich keiner der drei Jung benachteiligt fühlt. Was Sie in der Erziehung ihrer drei Jungs beachten müssen, haben wir zusammengestellt.

1. Fördern Sie jedes Kind individuell nach seinen Stärken. Der eine mag Fußball mehr, der andere geht gern zum Judo und der dritte spielt in seiner Freizeit gern Gitarre, dann unterstützen Sie diese Dinge auch nach Kräften, damit sich keiner der Söhne am jeweils anderen messen kann.

2. Die Kinder brauchen Freiräume, auch räumliche. Darum brauchen die Jungs jeder für sich einen Raum, in dem sie sich zurückziehen können. Wenn das kein eigenes Zimmer ist, dann ist es vielleicht der Hobbykeller oder der Sandkasten. Wenn sich die Gemüter beruhigt haben, können sich die Jungs auch wieder die Zimmer teilen.

3. Es ist ganz normal, dass der kleine Bruder nicht dasselbe darf wie der der große Bruder. Darum: Erziehen Sie die Kinder altersgerecht und beachten Sie, dass der Kleinste nicht schon die gleichen Erfolge erzielen kann wie seine größeren Brüder, weil er vielleicht noch zu jung oder zu klein ist.

4. Jungs sind so, dass sie sich raufen und messen wollen. Das dürfen sie auch, aber in einem gewissen Rahmen und fair. Gerade bei körperlichen Reibereien müssen die größeren Brüder lernen, dass der kleine Bruder ihnen unterlegen ist, es aber nicht für ihren Vorteil ausnutzen.

5. Da das Sandwichkind immer Probleme damit hat, sich frei zu entwickeln, müssen Sie ihrem mittleren Sohn auch die Chancen dafür geben.

6. Den Jüngsten dürfen Sie nicht überfordern, indem Sie verlangen, dass er genauso schnell lernen soll wie seine Brüder. Er brauch altersgerechte Alternativen, bei denen er punkten kann.

Anzeige