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Geschlechtskrankheiten in Deutschland immer häufiger

Geschlechtskrankheiten: So schützen Sie sich
Geschlechtskrankheiten wie Syphilis sind auf dem Vormarsch

Geschlechtskrankheiten: Syphilis & Co.

Wir Deutschen treiben es ganz schön bunt. Highlife auf Ibiza, ständig wechselnde Liebesbekanntschaften und dann auch noch ohne Kondom. Zum allgemein gelockerten Sexualverhalten kommt hinzu, dass das Wissen über Krankheiten wie Syphilis und Gonorrhö kaum noch verbreitet ist. Was'n das? Sogar Ärzte übersehen manchmal die Symptome. Mit dem Rückgang der Geschlechtskrankheiten bis zum Jahr 2000 sind sie aus dem Bewusstsein verschwunden.

Doch jetzt feiern Geschlechtskrankheiten ihr Comeback. Deutschland hat sogar eine der höchsten Syphilisraten Westeuropas! Manche Krankheiten sind meldepflichtig. In Deutschland sind die Bedingungen allerdings nicht so streng wie bei manchen unserer europäischen Nachbarn. Die Schweden beispielsweise müssen bei einer Ansteckung mit Chlamydien jeden einzelnen Sexualpartner angeben. Da haben wir es schon etwas leichter. Wir verraten, was Sie zu befürchten haben, wenn Sie sich Chlamydien, Syphilis oder Tripper eingefangen haben und wie sich die Krankheit bei Ihnen bemerkbar macht.

Syphilis ist eine seit Jahrhunderten bekannte Krankheit. Schon 1495 kam es zu der ersten beschriebenen Epidemie. Die in der Regel über Geschlechtsverkehr übertragbare Erkrankung wird von den Bakterien Treponema pallidum verursacht. Syphilis verläuft in Stadien. Sie kann alle Organe befallen und führt unbehandelt zum Tode.

Syphilis: Die verschiedenen Stadien

Syphilis - Stadium I

beginnt mit der Infektion. Harte Knötchen an der Eintrittspforte sind das erste Symptom. Nach zwei, drei Wochen entsteht ein meistens schmerzloses Knötchen oder Geschwür meistens im Genitalbereich, Mund oder Anus. Das Geschwür heilt meistens unbehandelt nach Tagen bis Wochen ab.

Syphilis - Stadium II

beginnt etwa neun Wochen nach der Infektion. Sie wird gekennzeichnet durch grippeähnliche Allgemeinsymptome am ganzen Körper. Der Betroffene fühlt sich krank, hat Fieber, klagt über Gelenkschmerzen. Außerdem kann sich ein Ausschlag (Syphilid) überall am Körper bilden. Viele Lymphknoten sind vergrößert und lassen sich tasten. Gleichzeitig treten Bläschen im Mund-, am Genital- und Analbereich auf. Die Ausschläge gehen unbehandelt nach etwa vier Monaten zurück, können aber erneut auftreten. Manchmal hinterlassen sie fleckartig depigmentierte Hautstellen. Diese Flecken fallen vor allem am Nacken auf. In manchen Fällen kann es zu fleckartigem Haarausfall (Alopecia areolaris) kommen.

Syphilis - Stadium III

Es folgt eine beschwerdefreie Zeit. Nach Abklingen des zweiten Stadiums ist die Krankheit noch immer im Körper. In dieser Phase lebt der Betroffene aber beschwerdefrei. Kommt es nach zwei bis fünf Jahren zu einem dritten Stadium, befällt die Syphilis innere Organe, wie Herz, Gefäße und das Nervensystem. Dieser Organbefall kommt bei einer unbehandelten Syphilis in etwa ein Drittel der Fälle vor. Wird die Syphilis früher erkannt und behandelt, ist das dritte Stadium eher selten.

Stadium IV

Das vierte und letzte Stadium der Syphilis tritt meistens erst nach 10 bis 20 Jahren auf. Dieses Stadium wird auch Metalues genannt. Beim Metalues sind die Hirnhäute, die Nervenknoten und -stränge betroffen. Der Befall äußert sich in allgemeinen und fortschreitenden Lähmungen, Schmerzanfällen, Empfindungsstörungen und Reflexausfällen. Dieses letzte Stadium führt schließlich zu Demenz und Tod.

Syphilis ist meldepflichtig. Die Meldung erfolgt ohne Angabe des Namens an das Robert-Koch-Institut.

Chlamydien sind eine weit verbreitete Geschlechtskrankheit

So entstehen Chlamydien
Chlamydien: So entsteht die verbreitete Geschlechtskrankheit

In etwa der Hälfte der Fälle verursachen Chlamydien keine Symptome. Trotzdem kann man natürlich andere anstecken. Erste Symptome zeigen sich gewöhnlich bis drei Wochen nach der Infektion. Es können jedoch auch Monate vergehen.

Anzeichen bei Frauen

Schmerzen beim Wasserlassen (Dysurie)

Ungewöhnlicher Scheidenausfluss

Unterleibsschmerzen

Zwischenblutungen

Schmerzen und/oder Blutungen beim oder nach dem Geschlechtsverkehr.

Anzeichen bei Männern

Schmerzen beim Wasserlassen (Dysurie)

Weißlicher schleimig-eitriger Ausfluss aus der Harnröhre

Schmerzhaft geschwellte (Neben-)Hoden

Schlimme Folgen für Frauen

Wird eine Chlamydien-Infektion nicht rechtzeitig behandelt, kann es bei Frauen zu Entzündungen und Verklebungen oder Vernarbungen der Eileiter (Tuben) kommen. Die Folgen sind nicht selten chronische Bauchschmerzen und die wachsende Gefahr von Eileiterschwangerschaften. Unbehandelte Infektionen gelten als die Hauptursache für Unfruchtbarkeit.

Schlimme Folgen für Männer

Männer entwickeln gelegentlich Entzündungen der Prostata. Häufiger sind Nebenhodenentzündungen, die sogar zu Unfruchtbarkeit führen können. Eine lang anhaltende Harnröhrenentzündung führt nicht selten dazu, dass die Harnröhre vernarbt und sich stellenweise verengt.

Sie haben es oral / anal getan?

Eine orale Übertragung kann bei beiden Geschlechtern zu Halsschmerzen führen, nach einer analen Ansteckung kommt es gelegentlich zu Ausfluss aus dem Darm. Sind die Erreger auf den Händen, kann durch Reiben der Augen dieser auch eine eitrige Bindehautentzündungen auslösen.

Herpes genitalis - eine gemeine Geschlechtskrankheit, die jeder kennt

Herpes genitalis ist eine ansteckende Virus-Krankheit, die durch Herpes-Simplex-Viren (HSV) vom Typ 2 ausgelöst wird. Sie befällt Haut und Schleimhäute. Neben dem HSV Typ 2 gibt es auch die Herpes-Simplex-Viren (HSV) vom Typ 1. Dieses ist viel häufiger und verursacht vor allem Lippenbläschen. Über 80 Prozent der erwachsenen Bevölkerung haben Antikörper gegen den HSV Typ 1 in ihrem Blut, das bedeutet, sie hatten schon mindestens einmal Lippenherpes. Bei einer Untersuchung des Robert Koch-Institutes an knapp 9.000 Personen zwischen 25 bis 64 Jahren hatten 14 Prozent der Teilnehmer Antikörper gegen den HSV Typ 2 im Blut.

Anzeichen

Die ersten Anzeichen sind ein unangenehm prickelndes oder stechendes Gefühl. Es können wenige Stunden bis Tage vergehen, bis sich die kleinen Bläschen auf der Haut bilden. In sehr schweren Fällen kann sich Herpes von den Geschlechtsteilen über Gesäßhälften bis hin zu den Schenkeln ausbreiten. Das erste Auftreten der Krankheit kann individuell sehr unterschiedlich verlaufen.

Beim Oralsex kann sich Herpes genitalis auf Mund und Rachen ausbreiten und zu einer sehr schmerzhaften Halsentzündung führen.

Bei Analsex kann Herpes auf den After übertragen werden und blutigen Ausfluss sowie Schmerzen am After verursachen.

Keine Heilung

Die Behandlung des Herpes genitalis mit antiviralen Medikamenten kann den Krankheitsverlauf um einige Tage verkürzen und die Beschwerden mindern. Sie wirken umso besser, je früher man sie einnimmt. Herpes genitalis verläuft von Mensch zu Mensch sehr unterschiedlich. Manche haben jahrelang keine Ausbrüche, während andere fast jeden Monat darunter leiden.

So haben Geschlechtskrankheiten keine Chance

Es gibt nur zwei Methoden, die Geschlechtskrankheiten verhindern: Gar keinen Sex oder Kondome. Bei den Alternativen klingen die Kondome gar nicht so unattraktiv. Vor allem wer häufig wechselnde Sexualpartner hat, kommt um den Lümmelschutz nicht herum. Dies gilt selbstverständlich für Vaginal- und Analverkehr ebenso wie für Fellatio und Cunnilingus (Oralverkehr).

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