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Geschlecht von Baby enttäuscht?

Geschlecht von Baby enttäuscht?
Tabuthema: Wenn die Mutter unglücklich mit dem Geschlecht ihres Babys ist.

Falsches Geschlecht? Wenn die Mama enttäuscht ist

Das Baby ist da, es ist gesund, auch die junge Mutter ist wohlauf – und muss jetzt, so wird von ihr erwartet, vor Glück strahlen. Es gibt aber auch Frauen, die nicht rundum glücklich sind, aber nicht darüber sprechen, weil es nach wie vor ein Tabu-Thema ist: Statt der erhofften Tochter ist es ein Sohn geworden, oder umgekehrt.

"Hauptsache, das Kind ist gesund", heißt es allgemein. Das ist natürlich richtig, aber trotzdem gibt es Frauen, die sich ihr Leben lang als Mutter einer Tochter gesehen haben und nach der Ultraschall-Untersuchung, die einen Jungen zeigte, verzweifelt in Tränen ausgebrochen sind. Müssen sie sich dafür schämen?

Immer mehr Frauen beantworten diese Frage mit einem klaren "Nein" und brechen mit diesem Tabu. Sie trauen sich, zuzugeben, dass ihr Baby nicht das Geschlecht hat, das sie sich gewünscht hatten. Allerdings stoßen sie damit selten auf Verständnis. "Egoistisch" seien sie, oder "oberflächlich", müssen sie sich von verschiedenen Seiten anhören. Dabei kann das Gefühl der Traurigkeit, nicht das "Wunschkind" bekommen zu haben, nur diejenige nachempfinden, die es selbst erfahren hat. "Ich habe mir mein Leben lang eine Tochter gewünscht, ich sehe ihr Bild ganz deutlich vor mir", sagt eine Mutter von zwei Söhnen. Natürlich liebe sie ihre Kinder, aber diese tiefe Gefühl der Traurigkeit, nie ein Mädchen bekommen zu haben, ist immer da. "Ich habe schon überlegt, psychologische Hilfe in Anspruch zu nehmen."

Unglücklich über das Geschlecht: Ein Tabu-Thema

"Gender Disappointment", auf Deutsch "Enttäuschung über das Geschlecht", heißt der Fachbegriff für dieses Gefühl. Warum ist es auch heute noch so wenig akzeptiert bei uns? Es könnte daran liegen, dass es dem Urbild einer Mutter widerspricht, über das eigene Kind enttäuscht zu sein – anstatt glücklich darüber, mit einem gesunden Baby gesegnet zu sein. Aber ist das Gefühl der Traurigkeit nicht einfach nur menschlich, wenn man sich so sehr einen Sohn bzw. eine Tochter gewünscht hat, und es dann anders kommt?

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