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'Geschickt eingefädelt' - Juror Guido Maria Kretschmer im Interview

Guido Maria Kretschmer als Juror

Star-Designer Guido Maria Kretschmer hat eine neue Sendung: Bei 'Geschickt eingefädelt' kämpfen ab dem 3. November acht Kandidaten - fünf Frauen und drei Männer - sechs Wochen lang um den Sieg. DAS perfekte Format für den leidenschaftlichen Modemacher Guido Maria Kretschmer.

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Guido Maria Kretschmer näht für 'Geschickt eingefädelt'
Ab dem 3. November wird Guido Maria Kretschmer in der Jury von 'Geschickt eingefädelt' sitzen. © Patrick Hoffmann/WENN.com, PH3

Von Jutta-Rogge-Strang

"Bei 'Geschickt eingefädelt' bin ich nicht nur Juror, sondern eigentlich eher ein Partner für die Kandidaten, der ihnen Tipps gibt, wenn sie nicht mehr weiterwissen", erklärt Guido, dem es sichtlich Spaß gemacht hat, am kreativen Prozess teilzunehmen: "Genauso habe ich auch angefangen. Und was die Kandidaten alle lernen mussten, genauso wie ich: Beim Nähen muss man auch Trennen können. Das ist wie im richtigen Leben: Da muss man sich auch trennen können vom falschen Partner oder anderen Dingen."

Und wenn ein Kandidat verzweifelt, weil es mal nicht so richtig läuft, ist Guido zur Stelle: "Dann bin ich Freund, Partner und Hilfe für die Kandidaten. Ich habe auch immer sehr viel Liebe ins Nähen gesteckt, und ich mag dieses Format sehr. Das ist wirklich ein Herzensprogramm für mich."

Dabei ist es gerade für Näh-Anfänger wichtig, die Ziele nicht zu hoch zu stecken. Guidos Tipp: "Zuerst sollte man sich überlegen, was Sinn macht: Ein Teil für mich, mein kleines Kind oder - na ja - auch für den Mann zuhause. Es sollte nicht zu kompliziert sein und auch keinen schwierigen Stoff haben. Also besser keinen rutschigen Satin, sondern eher eine Baumwolle, die sich gut verarbeiten lässt. Die eignet sich vielleicht für ein leichtes Sommerkleid oder ein Nachthemd. Und man sollte genug Zeit einplanen. Also nicht erst heute mit einem Kleid für die Party am nächsten Tag anfangen, das wird nicht klappen."

Kretschmer: "Ich liebe das Rattern von Nähmaschinen"

Und dann macht es auch Spaß, selber etwas zu erschaffen: "Ich liebe das Rattern von Nähmaschinen, die Ruhe, diese schöne Atmosphäre, das ist so kontemplativ. 'Geschickt eingefädelt' ist zwar ein Wettbewerb, aber wenn jemand gehen musste, war da kein Jubel oder Gehässigkeit. Das war anders, warm, ruhig entschleunigt. Es ging um Kreativität, um die Freude am Selbermachen und darum, die ganze Welt mit Stoffen neu zu erfinden. Ich dachte jedes Mal beim Dreh, wie schön dieses Format ist."

Deshalb Guidos Bitte: Unbedingt auch mal ausprobieren! Am besten - empfiehlt Guido - fängt man dann mit einem Nähkurs an: "Wenn man dort spürt, wieviel Freude das Nähen macht, kann man sich eine günstige Nähmaschine kaufen. Es gibt ja viele Leute, die für ihre Figur nie das Richtige im Kaufhaus finden. Mittlerweile gibt es ja auch Näh-Cafes oder Näh-Blogs, wo man sich Hilfe und Anregungen holen kann. Ich finde es viel toller, ein ausgefallenes Teil selber zu nähen, als ein schrebbeliges hässliches Teil aus Asien zu tragen. Wenn man etwas selbst herstellen kann, ist das ein großes Glück fürs Leben."