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Gerstenkorn: So werden Sie es wieder los

Gerstenkorn
Bei einer Augenentzündung immer schön die Finger von der juckenden Stelle lassen! © Heiko Barth - Fotolia, Heiko Barth

Unangenehme Augenentzündung

Es juckt, es brennt und zieht - Wer schon einmal ein Gerstenkorn am Auge hatte, weiß wie unangenehm und schmerzhaft so etwas sein kann. Die wichtigste Regel: Finger weg! Denn durch Reiben oder Berühren wird es nur noch schlimmer, weil so eventuell neue Bakterien in den entzündeten Bereich kommen und die Infektion noch verstärken.

Ein Gerstenkorn kann sich entweder an der Innenseite des Augenlides oder an der Wimpernkranz-Kante entstehen - und zwar durch Hautbakterien wie Staphylokokkus aureus. Dabei entzünden sich die Talg- und Schweißdrüsen. Auch Streptokokken können die Infektion verursachen, das kommt aber laut ‘Apotheken Umschau‘ weitaus seltener vor.

Im Prinzip ist ein Gerstenkorn nichts anderes als ein kleiner Abszess, also ein eitriges Geschwür. Ein Abszess öffnet sich meist spontan selbst, woraufhin der angesammelte Eiter abfließt. Dann steht der Heilung meist nichts mehr im Wege und die Entzündung heilt in der Regel folgenlos ab. Daher ist eine medikamentöse Therapie meist unnötig. Allerdings können Augentropfen oder -salben, die Antibiotika enthalten, verhindern, dass die Bakterien wandern und dadurch die Entzündung verschlimmern.

Hausmittel ja - aber nicht ohne Absprache!

Gefährlich wird ein Abszess, sobald sich die Entzündung ausbreitet: Dann können die Bindehaut, das Auge selbst und auch die Augenhöhle erkranken. Bei einem inneren Gerstenkorn ist das Risiko einer Infektionsausbreitung höher. Sollten zusätzlich zur Entzündung noch Symptome wie Fieber, Kopfschmerzen und geschwollene Lymphknoten auftreten, suchen Sie am besten direkt einen Arzt auf.

Gerade Kinder sind häufig von der Entzündung am Auge betroffen. Eltern sollten unbedingt darauf achten, dass ihre Kleinen mehrmals täglich mit Seife die Hände waschen, denn durch das Spielen in Garten und Sandkasten werden die Hände schnell dreckig, das Infektionsrisiko steigt. Wenn ein Familienmitglied an einem Gerstenkorn erkrankt ist, sollte zumindest der Betroffene strikt ein eigenes Handtuch benutzen, damit die Keime nicht übertragen werden.

"Wer häufiger unter einem Gerstenkorn leidet oder mehrere gleichzeitig entwickelt, sollte auf jeden Fall einen Arzt aufsuchen", rät die 'Apotheken Umschau'. Denn es kann sich bei dem Gerstenkorn auch um einen Hinweis auf eine schwerere Erkrankung handeln - wie etwa Diabetes mellitius.

Wer bei der Selbstbehandlung nicht gleich zu antibiotischen Salben und Tropfen greifen möchte, kann die Schwellung auch mit Hausmitteln lindern. Diese eignen sich eher zur Behandlung eines äußeren Gerstenkorns. Allerdings sollte vor einer Behandlung mit diversen Hausmittelchen zunächst ein Arzt um Rat gefragt werden, denn ein Gerstenkorn heilt am besten ganz von allein.

Hausmittel zur Behandlung eines Gerstenkorns:

- Rotlicht tanken: Unter der Wärmelampe werden die Gefäße erweitert, dadurch wird der Blutfluss gesteigert und die körpereigenen Abwehrzellen gelangen schneller an den Entzündungsherd. Dabei sollte ein Mindestabstand von zirka 80 Zentimetern nicht unterschritten werden.

- Augentrost als Aufguss: Eine klassische Heilpflanze ist der Augentrost, den gibt es in der Apotheke in getrocknetem Zustand. Zwei Teelöffel Augentrost mit einem halben Liter kochendem (nicht mehr sprudelndem) Wasser übergießen und rund acht Minuten ziehen lassen. Dann ein sauberes Tuch eintauchen und für etwa 20 Minuten auf das entzündete Auge legen.

- Heilerde und Augentrost: Augentrost-Aufguss und etwas Heilerde (grün) aus der Apotheke zu einem weichen Brei verrühren. Dann auf ein Tuch geben und auf das Gerstenkorn legen.

- Tee fürs Auge: Auch Fenchel und Kamille sind traditionelle Heilkräuter. Den Teebeutel abkochen, abkühlen lassen und das Auge vorsichtig damit abtupfen.

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