'Germany's Next Topmodel'-Kolumne: Finalsiegerin Stefanie

'Germany's Next Topmodel'-Kolumne: Finalsiegerin Stefanie
Stefanie gewinnt das GNTM-Finale, aber Jolinas Brüste stehlen ihr die Schau. © dpa, Henning Kaiser

Nippel-Gate im Finale

Skandal im GNTM –Finale. Und es hat nix mit Wolle und seiner Champagnerlaune zu tun! Nein, es gab ein Nippel-Gate bei Heidi Klum! Tja, eine Sekunde nicht aufgepasst, und schon ist es sch…egal, wer GMTM geworden ist. Denn viel spannender ist plötzlich die Frage: Wie konnte das passieren? Wieso hüpfen da plötzlich die nackten Brüste von Jolina durchs Bild? Die ist doch minderjährig! War das Zufall oder etwa doch Absicht?

Von Dagmar Baumgarten

Der arme Wolle, da gibt er sich in offensichtlicher Champagnerlaune den ganzen Abend Mühe, Heidi und Hayo mal mehr, mal weniger auffällig vorzuführen, damit ER das Top-Thema der nächsten Tage bleibt, und dann zaubert ausgerechnet die ruhige Jolina zwei Argumente hervor, mit denen SIE für heißen Gesprächsstoff sorgt. Mitten in einem langweiligen Walk blitzen ihre Brüste auf. Und zwar bildfüllend! (Was an sich ja schon eine Kunst ist, bei den typischen Modelbrüsten der Größe 70, ähh …, was kommt eigentlich vor A?)

Die Reaktionen sind klar: Den meisten Männern hat es gefallen. Jetzt sind ja nackte Brüste an sich auch nix Schlimmes. Pikanterweise waren ausgerechnet Jolinas Brüste vor kurzem erst Thema bei den Mädchen. Da wurden sie besonders von Aminata noch belästert als „escht zu klein“ und als „isch weiß nisch, so nach innen gedellt!“ Millionen Fernsehzuschauer konnten sich davon überzeugen, dass diese Beschreibung jedenfalls nicht stimmt.

Wolle in bester Flirt-Laune - mit sich selbst

Einen komischen Beigeschmack hat dieser Blitzer allerdings, weil Jolina noch keine 18 Jahre alt ist. Und weil sie eben nicht aktiv blank gezogen hat, sondern beim Umziehen gefilmt wurde, und der Regisseur von dem Bild zu fasziniert war, um erst schnell, und dann auf ein anderes Bild umzuschalten: So hat man sie nicht nur vorgeführt, sondern ihr auch noch gleich eventuelle Verhandlungen mit dem Playboy versaut. Für sie als Model ist es gar nichts Besonderes, dass viele Menschen sie im Backstage-Gewusel nackt sehen. Toll finden wird sie es sicher trotzdem nicht, und es ist zumindest mal eine Nachfrage wert, warum man bei GNTM plötzlich in einer Live-Sendung ein Mädchen beim Umziehen filmt. Mit dem Risiko - wobei man hier das Wort Risiko auch durch 100-prozentige Chance austauschen könnte-, dass man dabei viel nackte Haut erwischt.

Aber, wie Hayo sagen würde "die Show must ja go on!". Und so gab es nach viel Tamtam und Walk hin, und Walk her, auch noch eine Entscheidung am Schluss. Denn Heidi erwähnte es während der Staffel wohl mal am Rande, dass NUR EINE Germanys next Topmodel werden kann. Und heute sollte endlich verkündet werden, wer denn jetzt sein Gesicht für die interessante Schlagzeile: „Gleicher Kerl, besserer Sex“ der Zeitschrift Fernfahrerinnenfantasie hergeben darf. Oh ne, ich hab mich von den Themen täuschen lassen, es ist das Hochglanzmagazin Cosmopolitan. Völlig unüberraschend siegte also Stefanie. Die schon die Final-Show eröffnete mit einem Brautkleid. Und der Joop verschwörerisch zuzwinkerte - allerdings nur, wenn er mal nicht damit beschäftigt war, mit sich selbst im Monitor zu flirten.

Tja, was bleibt hängen von der Staffel? Der Gewinner der Herzen bleibt Wolle Joop. Auch im Finale fand der als Einziger den richtigen Ton. Wenn die Mädchen selber Kleider entwerfen dürfen, spricht er als Einziger aus, dass da eigentlich nur „Badeanzüge mit Duschvorhängen“ rausgekommen sind. Und treffend bezeichnet er das „ach so tolle und herrliche Kleid“ einer Finalistin als "Salatschüssel mit Herbstlaub". Er spricht die Schizophrenie von GNTM aus. Dass sie zwar in der Sendung nach intelligenten Persönlichkeiten mit Ecken und Kanten suchen, aber in der Realität die Models nur magere Hüllen sein sollen, am besten mit der Zusatzqualifikation "Klappe halten".

An dem überraschend sympathischen Exzentriker kommt Heidi nicht vorbei. Auch wenn es der Model-Mama sicher nicht passt, dass dieser schrullige Designer ihr lässig die Show stiehlt, ist sie doch clever genug, ihn wieder zu verpflichten. Und der Sog des Scheinwerferlichts ist stark genug, dass Wolle sich wohl auch noch eine Weile dem Klumschen Universum unterwerfen wird.

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