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Gericht verbietet tätowierter Mutter das Stillen ihres Babys

Wie gefährlich sind Tattoos in der Stillzeit

Ein Richter in Australien hat einer tätowierten Mutter untersagt, ihren elf Monate alten Sohn weiter zu stillen. Der Vater des Kindes und Ex-Partner der Frau hatte das Gericht eingeschaltet, weil er sich um die Gesundheit des gemeinsamen Kindes Sorgen gemacht hatte. Grund: Die Mutter des Kindes hatte sich 10 Monate nach Geburt tätowieren lassen.

Tattoos in der Stillzeit - ist das gefährlich?
Eine Mutter mit Tattoos darf ihr Kind nicht mehr stillen, beschloss ein Richter. © picture-alliance/ dpa/dpaweb, Heiko Wolfraum

Der von der Mutter getrennt lebende Vater nahm das Kind zu sich, als er von den frischen Tätowierungen seiner Ex-Freundin erfuhr. Er habe Bedenken gehabt, dass das Kind sich über die Muttermilch mit Krankheiten anstecken könnte, die beim Tätowieren übertragen wurden, berichtet die Zeitung 'The Sydney Morning Herald'. Der Richter gab zwar dem Vater recht, ließ aber das Sorgerecht weiterhin bei der Mutter mit einer Auflage: Sie dürfe das Kind nicht weiter stillen. Die Mutter wurde übrigens auf HIV und Hepatitis getestet, beide Tests fielen negativ aus.

Die Frau legte Berufung gegen die Anordnung des Richters am Familiengericht in Sydney ein.

Zeit zwischen Abstillzeit und Tattoo

Aber eine Frage bleibt: Ist es für das Kind schädlich, sich in der Stillzeit tätowieren zu lassen. Ob Abbauprodukte der Tinte ins Blut der Mutter übergehen und letztendlich auch über die Muttermilch vom Baby aufgenommen werden, ist nicht weiter bekannt. Seriöse Tätowierer raten aber, zwischen Abstillzeit und Tattoo sollten acht Wochen liegen, um jegliche Gesundheitsrisiken zu vermeiden.

Außerdem kann es bei einem Tattoo immer zu einer Infektion oder Entzündung der Haut kommen. Diese geht ebenso in die Muttermilch über und kann dem Kind schaden.

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