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'Generation Online': Verlernen wir Kopfrechnen, Rechtschreibung und Co.?

Navi, Smartphone und PC - selbstverständlich für die 'Generation Online'

Wir fahren mit Navi, schreiben mit Autokorrektur und Kopfrechnen überlassen wir lieber dem Taschenrechner. Wenn all diese technischen Hilfsmittel weggelassen werden, sind besonders junge Menschen völlig aufgeschmissen. Sie wachsen heutzutage mit Smartphone, Internet, Navi und Co. auf. Viele Kinder können noch nicht einmal laufen, wissen aber bereits, wie sie das iPhone ihrer Eltern benutzen können. Verlernt die 'Generation Online' durch moderne Technik Kopfrechnen, Rechtschreibung und Co. - oder hat die bloß vieles an Bildung einfach überflüssig gemacht?

'Generation Online': Verlernen wir Kopfrechnen, Rechtschreibung und Co.?
Heute wachsen Kinder mit Smartphone und Computer auf © picture alliance / Bildagentur-o, Bildagentur-online/Tetra-Images

Wie schreibt sich doch gleich "Mayonnaise", wie viel Gramm sind eigentlich ein Pfund und wie komme ich am besten von A nach B? Auf diese Fragen haben die meisten Jugendlichen in der heutigen Zeit nur noch eine Antwort: "Da kann ich mal schnell in meinem Handy nachgucken." Das Smartphone zücken, anstatt den Kopf anzustrengen - natürlich ist das legitim. Aber bitte nicht ständig - das finden auch Prominente wie Aleksandra Bechtel oder zum Beispiel Günther Jauch: "Ich finde, ich sollte schon in Lage sein, einen einfachen Text zu schreiben", so der 'Wer wird Millionär'-Moderator im Gespräch mit RTL.

Verblödet die 'Generation Online' durch den technischen Fortschritt?

Sind Kinder aufgrund des technischen Fortschritts heute dümmer als früher? Nein, sagen Experten. Professor Doktor Gunther Hirschfelder ist so ein Experte und gehört selbst noch zu der Generation, die eigenständig Stadtpläne auslesen musste und die Handys hauptsächlich zum Telefonieren benutzt hat. Er sieht die Entwicklung auf deutschen Schulhöfen entspannt: "Wir laufen nicht Gefahr zu verblöden, sondern die Menschen passen sich mit ihren Fähigkeiten an", so der Kulturwissenschaftler. "Die Notwendigkeit, etwas zu können, unterliegt immer dem Wandel der Zeit." Zusammengefasst bedeutet das: "Wenn man es braucht, lernt man es, wenn man es nicht mehr braucht, verlernt man es!"

Wenn die 'Generation Online' die Technik also für sich nutzt und das Gehirn dabei trotzdem nicht ausschaltet, ist das eine unschlagbare Kombination.

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