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Gender-Medizin: Herzinfarkt wird bei Frauen oft missdeutet

Mehr Sicherheit dank 'Gender-Medizin'?

Wissenschaftler warnen vor einem lebensgefährlichen Vorurteil: Viele Frauen glauben, dass Herzerkrankungen eher Männer treffen - sogar Ärzte schätzen die Gefahr oft falsch ein. Jetzt soll die sogenannte 'Gender-Medizin' Abhilfe schaffen, die speziell die Unterschiede von Mann und Frau unter die Lupe nimmt.

Frauen- und Männerherzen ticken einfach anders, auch im medizinischen Sinne. Das Risiko, an den Folgen eines Herzinfarktes zu sterben, ist bei Frauen um 42 Prozent höher als bei Männern. Das hängt auch mit den geschlechtsspezifischen Symptomen zusammen, denn ein Herzinfarkt wird bei Frauen oft viel zu spät als solcher erkannt.

Männer haben bei einem Infarkt Männer meistens Schmerzen in der Brust - Frauen oft nicht. Bei ihnen treten Symptome auf wie Luftnot, Kreislaufschwäche oder Schweißausbrüche, sodass Ärzte erst gar nicht an einen Herzinfarkt denken. Die wichtige Erstversorgung kommt dann zu spät.

Medikamente werden zu sehr auf Männer abgestimmt

Neben dem Herz haben auch andere Organe wie das Gehirn oder die Leber ein Geschlecht. Trotzdem werden Medikamente immer noch hauptsächlich an jungen Männern getestet. Das hat zur Folge, dass Arzneien überdosiert werden und Frauen stärker unter Nebenwirkungen leiden.

Die Gender-Medizin soll diese Probleme lösen - mit unterschiedlichen Therapien für Mann und Frau. Ein weit verbreitetes Vorurteil konnte dank ihr sogar bereits bestätigt werden: Männer sind in der Virusabwehr weniger effektiv als die Frauen. Eigentlich also kein Wunder, dass sie schon bei kleinen Infekten leiden wie Schwerkranke, oder?

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