Gen-Test hilft beim Abnehmen: Per Metacheck zur passenden Diät

23.04.14 09:24
Forscher der Universität Köln haben einen DNA-Test entwickelt, den sogenannten Metacheck.
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Gene verraten, wer welche Lebensmittel verträgt

Forscher der Universität Köln haben einen Gen-Test entwickelt, der das Abnehmen und Gewicht halten in Zukunft erleichtern könnte: Einige Gene legen bei jedem von uns fest, wie der Körper auf bestimmte Lebensmittel und Sport reagiert. Das heißt: Bei dem einen setzen Kohlenhydrate wie Nudeln eher an, bei dem anderen Eiweiß. Laut den Wissenschaftlern muss man somit nur wissen, welche Lebensmittel einen besonders leicht zunehmen lassen - und welche Sportart einen am schnellsten abnehmen lässt. Beides soll sich mit einem DNA-Test bestimmen lassen, dem sogenannten Metacheck, den das Unternehmen CoGap entworfen hat.

Jeder, der schon einmal eine Diät gemacht oder mit Gewichtsproblemen zu kämpfen hat, kennt das Gefühl: Während die einen scheinbar essen können, was und wie viel sie wollen, landen bei einem selbst schon zwei Stückchen Schokolade auf den Hüften. Den Grund dafür scheinen nun Wissenschaftler des Cologne Center of Genomics der Universität Köln erforscht zu haben. Dr. Holger Thiele, der Leiter des Gencenters, erklärt, dass eine Kombination aus mehreren Genen darüber entscheidet, ob der eigene Körper besser Kohlehydrate, Eiweiße oder Fette verarbeiten kann. Bestimmen lässt sich der eigene Metabolismus-Typ mit einer Life-Style-Analyse, dem sogenannten Metacheck. Für diese DNA-Analyse genügt eine Speichelprobe, die per Wangenabstrich entnommen wird. Bis man das Testergebnis erhält, dauert es zwei Wochen.

Wer seinen Metabolismus-Typ kennt, nimmt leichter ab

„Es gibt Gene, deren unterschiedliche Varianten Einfluss darauf haben, wie mein Körper auf bestimmte Lebensmittel und Sport reagiert“, erklärt der Humangenetiker Hossein Askari. Er ist neben Thiele einer der drei Geschäftsführer von CoGap. Die GmbH hat sich auf die Stoffwechselanalyse spezialisiert und den Metacheck entworfen. Askari hat den Anstoß für den Gen-Test gegeben. Der Humangenetiker hat seine Gene mit denen seines Bruders verglichen, um herauszufinden, warum er dünn ist und sein Bruder mit den Kilos kämpfen muss. Er erklärt, wie der Metacheck funktioniert: „Der Metacheck ist eine genetische Stoffwechselanalyse, so dass ich feststellen kann, wie mein Körper auf welche Lebensmittel reagiert. Was kann mein Körper gut verarbeiten, was kann er nicht gut verarbeiten.“ Er erklärt, dass es Alpha-, Beta-, Gamma- und Delta-Meta-Typen gibt.

„Alpha-Meta-Typen sind die Menschen, die beim Abnehmen Ernährungsprogramme mit fettreduzierten und kohlehydratreduzierten Anteilen haben sollten. Beta-Meta-Typen brauchen wenig Kohlehydrate, Proteine und Fette sind für sie aber nicht so problematisch beim Abnehmen.“ Bei den Gamma-Meta-Typen hingegen sei es genau umgekehrt: Sie bräuchten sich bei Kohlenhydraten nicht einschränken, dafür seien bei ihnen Fette und Proteine problematisch. „Die Delta-Meta-Typen sind diejenigen, die auf Proteine achten sollten, Kohlehydrate und Fette dagegen können sie gut verarbeiten“, erklärt Askari weiter. Er rät, den Körper langsam an das anzupassen, was der Körper genetisch gut verarbeiten kann. Wer weiß, dass er von Kohlenhydraten und Fetten zunimmt, sollte den Anteil der entsprechenden Lebensmittel reduzieren. Er muss jedoch nicht komplett darauf verzichten.

Die Gene verraten aber nicht nur, welche Ernährungsweise einem persönlich beim Abnehmen hilft, sondern auch, mit welcher Sportart sich die meisten Kalorien verbrennen lassen. Denn jeder Stoffwechsel spricht – ebenfalls abhängig von der Gen-Konstellation - auf eine andere Sportart an. „Wir haben zwei Sporttypen: Der eine ist der Ausdauer-Typ, der andere der Schnelligkeits-Typ. Wenn ich weiß ich bin der Ausdauer-Typ, sollte ich Joggen, Schwimmen Radfahren. Und wenn ich weiß ich bin ein Schnelligkeits-Typ, dann sollte ich eher Intervalltraining machen, wie zum Beispiel Aerobic, also Sportarten, die schnelligkeitsbasiert sind“, erklärt Askari. Ziel des Gen-Tests ist es, das Training und den Lebensstil auf den eigenen Stoffwechsel anzupassen, um mit weniger Aufwand zum gewünschten Zielgewicht zu kommen – und zwar ohne Hungern und Jo-Jo-Effekt.

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