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Gemeinschaftskonto: Was Paare bei einem gemeinsamen Konto beachten sollten

Wann es sich für Paare lohnt, ein Gemeinschaftskonto anzulegen

Mein Geld, dein Geld, unser Geld: Wenn Paare zusammenziehen und einen gemeinsamen Haushalt führen, denken viele auch über ein gemeinsames Konto nach. Denn eins steht fest: Einer der Haupt-Streitpunkte in Beziehungen ist das Geld. Ist es also sinnvoll, sich ein Gemeinschaftskonto anzulegen? Oder braucht doch jeder sein eigenes Geld, mit dem er machen kann, was er will und dem Partner keine Rechenschaft darüber schuldig ist?

Alles teilen: Verheirateten und unverheirateten Paaren bieten Banken und Sparkassen sogenannte Gemeinschaftskonten an. Also ein Konto, auf das beide Inhaber gleichberechtigt zugreifen können. Bei gemeinsamen Ausgaben wie Miete, Strom oder Einkäufe hat das viele Vorteile - trotzdem ist ein gemeinsames Konto nicht immer die beste Entscheidung.

UND-Konto vs. ODER-Konto: Das sind die Vor- und Nachteile

Grundsätzlich unterscheidet man zwei Arten von Gemeinschaftskonten: Bei einem UND-Konto zahlen beide Partner ein, können jedoch nur gemeinsam über das Geld verfügen. Bei jeder Ausgabe sind also zwei Unterschriften nötig. Experte Hermann-Josef Tenhagen vom Verbraucherportal 'Finanztip' erklärt: "Wenn ich 100 Euro abheben will, müssen dafür beide Partner unterschreiben. Das ist ein bisschen umständlich. Von daher ist das UND-Konto eher unüblich." Noch ein Nachteil des UND-Gemeinschaftskontos: Das Geld kann nicht per Karte abgehoben werden.

Anders läuft das bei einem ODER-Gemeinschaftskonto - das ist wesentlich populärer. Auch hier zahlen beide Partner ein, über das Geld kann aber jeder einzeln verfügen. Eine EC-Karte oder Unterschrift genügt, um auf das Konto zuzugreifen. Das ist viel praktischer, birgt aber auch Risiken: "Jeder kann das Konto im Grunde abräumen. Wenn das Konto im Dispo ist, ist auch der Partner für den Dispo verantwortlich“, so der Experte.

Die Alternative: Jeder behält sein Konto und zusätzlich eröffnet das Paar ein Gemeinschaftskonto. Inzwischen gibt es viele nahezu kostenlose Girokonten. Das erspart mühsames Auseinanderrechnen der Kosten und lästiges Hin-und-her-Überweisen für alles, was man zusammen zahlt, wie Wohnung oder Urlaubsreisen. Und das eigene Konto gibt einem die finanzielle Freiheit - und Sicherheit.

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