Gelähmte Engländerin läuft mit Spezialanzug London Marathon

Querschnittsgelähmte Frau absolviert Marathon
Ehemann Dan begleitete Claire Lumas bei jedem ihrer Schritte in Richtung Ziel. © dpa, Kerim Okten

Nach einem Reitunfall ist Claire Lomas von der Brust abwärts gelähmt

Dass der Wille Berge versetzen kann, beweist die Energieleistung der Engländerin Claire Lomas (32): Die nach einem Reitunfall querschnittsgelähmte Mutter eines Kindes absolvierte in einem bionischen Spezialanzug den London Marathon.

16 Tage und 42,195 Kilometer lagen hinter Lomas, als sie am 8. Mai unter dem Jubel von anderen Läufern und Zuschauern ihren "persönlichen Zieleinlauf" feierte. Schritt für Schritt kämpfte sich die 32-Jährige in dem sogenannten 'ReWalk'-Anzug dem Ziel entgegen – immer an ihrer Seite Ehemann Dan.

Trotz ihrer Mühen weigerten sich die Marathon-Veranstalter, Claire Lomas mit einer offiziellen Medaille auszuzeichnen und sie in die Liste der erfolgreichen Marathon-Absolventen aufzunehmen, weil sie zu lange für den Lauf gebraucht habe. In Anerkennung für ihre außergewöhnliche Leistung nahmen dafür viele andere Marathonläufer Claire bei ihrem Zieleinlauf in Empfang. In einer symbolischen Geste – und unter den Tränen der 'Finisherin' – überreichten sie ihr ihre eigenen Medaillen.

Mit ihrem Lauf sammelte Claire Lomas zudem Spendengelder in Höhe von 90.000 Pfund (rund 120.000 Euro) für die Aktion 'Spinal Research', die Behandlungen von gelähmten Menschen vorantreibt.

Die Mutter einer 13 Monate alten Tochter wurde vor fünf Jahren bei einem Reitturnier von ihrem Pferd abgeworfen und ist seitdem von der Brust abwärts gelähmt. Erst mit dem bionischen 'ReWalk'-Spezialanzug lernte die 32-Jährige wieder gehen. Möglich machen dies Bewegungssensoren, eine Computersteuerung und ein batteriebetriebener Motor.

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