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Gehirnerschütterung bei Kindern: Anzeichen und Symptome

Gehirnerschütterung beim Kind erkennen - so geht's!
Gehirnerschütterung beim Kind erkennen - so geht's! Das sollten Sie wissen 00:02:04
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Das sollten Eltern über Gehirnerschütterungen wissen

Von wegen harmlos: Experten warnen jetzt vor einer extrem großen Dunkelziffer von falsch behandelten Gehirnerschütterungen. Auch ein vermeintlich leichter Sturz auf den Kopf beim Fußball oder Spielen kann üble Folgen für Kinder haben: zum Beispiel Konzentrations- und Schlafstörungen. Experten raten deshalb unbedingt zur Vorsicht. Wir zeigen, wie Sie eine Gehirnerschütterung erkennen und was Sie auf jeden Fall beachten sollten.

Der 10-jährige Paul Gänsslen ist sozusagen der erhobene Zeigefinger in Person: Er hatte gleich zwei Gehirnerschütterungen - in nur einer Woche! Unbemerkt. Im Sportunterricht ist Paul mit dem Kopf gegen die Reckstange geknallt, doch die Symptome kamen erst später. Paul hatte heftige Orientierungsprobleme.

Pauls Vater, der selbst ein erfahrener Unfallchirurg ist, erkannte zum Glück sofort, dass sein Sohn eine Gehirnerschütterung erlitten haben muss, weil er zusätzlich auch die typischen Symptome Erbrechen und Schwindel zeigte. Aber noch viel mehr kann auf eine Gehirnerschütterung hindeuten: Licht- und Geräuschempfindlichkeit, Nackenschmerzen, Gleichgewichtsprobleme, Traurigkeit oder wie auch in Pauls Fall: Verwirrtheit.

"Paul ist nachts aufgestanden und wollte zum Arzt gehen - mitten in der Nacht. Das hat uns sehr erschreckt", sagt Pauls Vater Axel Gänsslen. Pro Jahr werden in Deutschland etwa 44.000 Gehirnerschütterungen diagnostiziert, doch viele werden einfach nicht erkannt. Die Kampagne 'Schütze deinen Kopf' der ZNS Hannelore Kohl Stiftung könnte das ändern. Sie wendet sich gezielt an Eltern, Sportlehrer oder Fußballvereine. Künftig sollen beispielsweise Schnelltests am Spielfeldrand von Jugendfußballspielen Standard werden.

In dem Schnelltest soll ein Fragenkatalog klären: Gehirnerschütterung ja oder nein? Nur dann lassen sich Spätfolgen wie Gedächtnisstörungen und Konzentrationsschwäche vermeiden. Aber auch das erhöhte Risiko einer zweiten Gehirnerschütterung.

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