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Gehaltsbiografie 2016: SO bestimmen Geschlecht, Alter und Bildung Ihr Gehalt

Die Gehaltsbiografie zeigt, dass die Lohnunterschiede immer noch riesig sind.
Dabei spielen besonders Alter, Geschlecht und der Bildungsabschluss eine Rolle. © dpa, Arno Burgi

Frauen verdienen bis zu 44 Prozent weniger als Männer

Wie groß ist der Lohnunterschied zwischen älteren und jüngeren Beschäftigten oder zwischen Männern und Frauen? Diese und andere Fragen beantwortet die 'Gehaltsbiografie 2016'. Das Vergleichsportal 'Gehalt.de' hat 214.517 Lohndaten aus dem letzten Jahr analysiert. Besonders berücksichtigt wurde dabei das Alter, das Geschlecht und der Bildungsabschluss. Aber was kam dabei raus? Wie groß sind die Unterschiede wirklich?

Alter

Bei Fachkräften steigt das Gehalt bis zum 40. Lebensjahr kontinuierlich an: Während der 20-jährige Berufseinsteiger ein durchschnittliches Bruttojahresgehalt von 28.780 Euro bekommt, erhält der 40-jährige Kollege mit 49.000 Euro durchschnittlich 20.250 Euro brutto im Jahr mehr.

Geschlecht

Frauen verdienen viel weniger als ihre männlichen Kollegen: Das Gehaltsgefälle beträgt bis zu 20.000 Euro im Jahr! Zudem liegt das Gehalt weiblicher Fachkräfte konstant unter dem Durchschnitt von 45.000 Euro. Ab 35 Jahren kann das Einkommen dann sogar noch weiter sinken. Männliche Fachkräfte hingegen können zwischen dem 30. und dem 50. Lebensjahr sogar mit steigenden Gehältern rechnen.

Bei Führungskräften ist die Differenz zwischen beiden Geschlechtern mit 40.000 Euro noch größer: Frauen in Führungspositionen erreichen laut Studie maximal 90.800 Euro im Jahr. Das höchste Gehalt bei männlichen Führungskräften liegt bei 131.000 Euro und somit 44 Prozent über dem der Frauen.

Bildungsabschluss

Bildung zahlt sich beim Gehalt aus! Fach- und Führungskräfte mit einem akademischen Abschluss verdienen nämlich überdurchschnittlich hohe Gehälter. Allerdings gibt es je nach Studienfach große Unterschiede: Ein Wirtschaftswissenschaftler verdient mit 40 Jahren 66 Prozent mehr als ein gleichaltriger Geisteswissenschaftler.

Außerdem besagt die Studie, dass es zwischen abgeschlossener Berufsausbildung und einer Weiterbildung zum Meister oder Fachwirt bei Führungskräften kaum Gehaltsunterschiede gibt. Bei Fachkräften dagegen ermittelte 'Gehalt.de' eine Lohnspanne von bis zu 8.270 Euro.

Insgesamt

Das Einkommen für Facharbeiter hat sich im Vergleich zum Vorjahr auf durchschnittlich 45.000 Euro erhöht. Das sind ganze vier Prozent mehr!

Außerdem können Angestellte, die früh Personalverantwortung übernehmen, mit 35 Jahren doppelt so viel verdienen als Fachkräfte im gleichen Alter. Das durchschnittliche Jahresgehalt liegt bei ihnen über die gesamte Erwerbsdauer hinweg bei rund 105.700 Euro und bleibt damit im Vergleich zum Vorjahr konstant.

Sie arbeiten in einem Großunternehmen? Dann kann Ihr Gehalt laut Studie mehr als doppelt so hoch ausfallen wie in kleineren Unternehmen. Bereits ab einer Firmengröße von 501 Mitarbeitern sind laut Studie die Gehälter von Fach- und Führungskräften aller Alterskategorien überdurchschnittlich hoch.

Aber auch in den verschiedenen Branchen kommt es zu großen Gehaltsunterschieden. Am meisten lässt sich in Pharmaunternehmen, bei Banken, bei Finanzdienstleistern und in der Chemie- oder Autoindustrie verdienen. Wenn Sie aber im Handwerk, in sozialen Einrichtungen, im Einzelhandel, oder der Gastronomie tätig sind, merken Sie das auf dem Konto.

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